Hahnenbogen

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Hahnenbogen
Gipfelkreuz am Großen Hahnenbogen

Gipfelkreuz am Großen Hahnenbogen

Höhe 1257 m
Lage Landkreis Regen, Bayern
Gebirge Bayerischer Wald
Koordinaten 49° 2′ 46″ N, 13° 21′ 57″ OKoordinaten: 49° 2′ 46″ N, 13° 21′ 57″ O
Hahnenbogen (Bayern)
Hahnenbogen
Gestein Gneis

Der Hahnenbogen ist ein Höhenzug im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er liegt auf halbem Weg zwischen den bekannteren Bergen Großer Falkenstein (1315) und Großer Rachel (1452). Etwa 1,5 km östlich verläuft die Grenze zu Tschechien. Der Höhenzug besitzt zwei Gipfel, den nördlichen, 1232 m ü. NN hohen Kleinen Hahnenbogen und den 800 m südöstlich liegenden 1257 m ü. NN hohen Großen Hahnenbogen. Unterhalb der Nordflanke des Kleinen Hahnebogens befinden sich in einer „Gfällei[1] genannten Senke die beiden, zusammen über 150 Hektar ausgedehnten Sumpfgebiete Dreilinienmoos und Grenzmoos. Dort entspringt die Stubenach, die zur Nordsee hin entwässert. Über den Höhenzug hinweg verläuft eine der europäischen Hauptwasserscheiden, die Elbe-Donau-Wasserscheide. Die an der südlichen und westlichen Flanke des Höhenzuges entspringenden Bäche entwässern über den Kleinen Regen als Vorfluter in das Donaugebiet zum Schwarzen Meer hin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urwaldartige Gegend wurde erst im 16. Jahrhundert in den Tälern sporadisch besiedelt, da sie klimatisch benachteiligt ist. Sie ist, durch ihre geographische Lage bedingt, geprägt von langen, schneereichen Wintern und kurzen, regenreichen Sommern. Die harten Gneis- und Granitböden vulkanischen Ursprungs waren in den kurzen Vegetationsperioden landwirtschaftlich kaum ertragreich zu bestellen und bildeten die natürliche Grenze zwischen dem Königreich Böhmen und dem Königreich Bayern. Nur vereinzelt drangen Jagdgesellschaften in das Gebiet vor und der Holzreichtum ernährte einige Köhler, die der entstehenden Glasindustrie zulieferten. Die durch die Köhlerei entstandenen Lichtungen nutzten die Viehzüchter nach deren Wiederbegrünung als Weidegründe. Im bayerischen Urkataster aus den 1810er Jahren sind nurmehr der Pfad für den Viehtrieb und der Weiler Buchenau ersichtlich.[2] Als Bodendenkmale geschützt sind am südlichen und westlichen Fuße des Höhenzuges zum einen die ehemaligen Areale dreier abgegangener Glashütten, sowie mehrere mittelalterliche Goldseifen-Schürfstätten in den Bachtälern.[3]

Begehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf seinem selten bestiegenen Felsgipfel befindet sich ein kleines Gipfelkreuz, außerdem sieht man hinab auf Zwiesel und Regen. Der Hahnenbogen wird nur von ortskundigen Wanderern besucht, da er schwer zu finden ist. Der einfachste Anstieg führt von Buchenau über den Lindberger Schachten in etwa 2 Stunden zum Gipfel, das letzte Stück ist jedoch nicht markiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gfällei im NSG Bayerischer Wald
  2. Hahnenbogen und der Viehtriebpfad am Hahnenbogen auf historischer Karte bei Bayernatlas Klassik
  3. LfD-Liste für Lindberg, Seite 4 (.pdf)