Normalhöhennull

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht allgemeinverständlich formuliert. Die Mängel sind unter Diskussion:Normalhöhennull beschrieben. Wenn du diesen Baustein entfernst, begründe dies bitte auf der Artikeldiskussionsseite und ergänze den automatisch erstellten Projektseitenabschnitt Wikipedia:Unverständliche Artikel#Normalhöhennull um {{Erledigt|1=~~~~}}.
Nivellementpunkt an der Neuen St.-Alexander-Kirche in Wallenhorst
Die gekrümmte blaue Linie entspricht dem Quasigeoid „Normalhöhennull“.
NHN Höhenangabe im Harz an der Brockenstraße

Normalhöhennull (NHN) ist in Deutschland die aktuelle Bezeichnung der Bezugsfläche für das Nullniveau bei Angabe von Höhen über dem Meeresspiegel im Deutschen Haupthöhennetz 1992. Die Fläche bildet ein Quasigeoid. Die Normalhöhennull wurde als Nachfolger der Normalnull (NN) eingeführt.

Die Bezugshöhe ist über einen Höhenfestpunkt an der Kirche Wallenhorst (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen) fixiert. Die geopotentielle Kote des Punktes wurde 1986 im Rahmen des europäischen Nivellementnetzes (UELN) ermittelt und ist somit an das Nullniveau des Amsterdamer Pegels angebunden.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Normalhöhennullfläche ist eine theoretische Bezugsfläche. Sie entsteht durch Abtragen der Normalhöhen entlang der normalen Lotlinie nach unten. Die Abweichung des so entstehenden Quasigeoids vom Referenzellipsoid wird Höhenanomalie oder Quasigeoidhöhe genannt. Die DHHN92-Höhen werden in Meter über Normalhöhennull (m ü. NHN) angegeben.

Umstellung von Normalnull auf Normalhöhennull[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der 1879 eingeführten Höhenbezugsfläche Normalnull konnte es gerade im Hochgebirge zu Abweichungen von mehreren Dezimetern kommen. In den 1980er Jahren wurde in der Bundesrepublik Deutschland daher die Umstellung des Höhensystems auf ein physikalisches Höhenmodell, die orthometrischen Höhen, beschlossen (DHHN85), die aber nur schleppend umgesetzt wurde.

Einführung des DHHN92[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Beschluss der Vermessungsverwaltungen der deutschen Bundesländer begann 1993 die Umstellung der Bezugshöhe auf Normalhöhen des Deutschen Haupthöhennetzes DHHN92.[1] Normalhöhennull ist in Deutschland gleichzeitig Grundlage für das United European Levelling Net (UELN), früher bekannt unter Réseau Européen Unifié de Nivellement (REUN), in dessen Rahmen die Höhensysteme der europäischen Länder vereinheitlicht werden.

Stand der Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalhöhennull wurde eingeführt, da für die Höhen über Normalnull das tatsächliche Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Damit ändern sich sowohl die bisherigen westdeutschen normal-orthometrischen Höhen (Schweremessung statt Umrechnungsfaktor) als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Wechsel vom Kronstädter Pegel zum Amsterdamer Pegel). Die neuen Höhenangaben weichen – je nach Ort – um 0,06–0,16 m von den bisherigen Angaben ab. Durch neue Einmessung im Rahmen der Umstellung sind aber auch Abweichungen von 0,59 m (Zugspitze) aufgetreten.[2]

In Deutschland sind für das amtliche Vermessungswesen die einzelnen Bundesländer zuständig, dadurch erfolgt die Erfassung und Veröffentlichung der neuen Höhenangaben uneinheitlich. Anfang 2013 melden die meisten Bundesländer (außer Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt) komplette Erfassung der neuen digitalen topographischen Karte 1:25.000 (DTK). Bei DTK25-Karten wird als Höhenbezug Normalhöhennull angegeben, bei DTK25-V-Karten (eingescannte topographische Karten) wird aber immer noch Höhennull (HN) bzw. Normalnull (NN) verwendet.[3] Es sind noch nicht alle neuen DTK-Karten gedruckt erschienen.[4]

Aktuelle topografische Karten des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie sollen auf NHN basieren.[5] Die Grunddaten werden dem Bund von den einzelnen Bundesländern bereitgestellt. Die Zuständigkeit des Bundes beginnt erst ab einem Maßstab von 1:200.000 bis 1:1 Mio und Höhen werden oft nur in vollen Metern angegeben. Damit ist die Umstellung von Normalnull auf Normalhöhennull in den amtlichen Karten des Bundes kaum nachvollziehbar. In elektronischen Kartenwerken des Bundes und der Länder ist das verwendete Höhenbezugssystem oft nur schwer zu ermitteln.

Pendants in der ehm. DDR und anderen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) Arbeitskreis Höhenfestpunktfeld und Schwerefestpunktfeld (AK Niv): Deutsches Haupthöhennetz 1992 (DHHN 92), Bayerisches Landesvermessungsamt, München 1995
  2. Kundeninformation 3/2009. Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern, September 2009, S. 2, abgerufen am 25. April 2013 (pdf; 1,1 MB, deutsch).
  3. adv-online.de
  4. geodatenzentrum.de Produktübersicht DTK25
  5. Antwort des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie vom 13. November 2012 auf eine entsprechende Anfrage