Handkante (Bekleidung)

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Einreihiges Herrenanzugsakko mit zusätzlicher Billetttasche und so genannter Handkante verziert

Die so genannte Handkante ist eine zusätzliche, gut sichtbare Naht an den Außenrändern des Revers von Sakko und Weste, an Taschen und Ärmelschlitzen. Sie erfolgt in der Art des einfachen Steppstichs entlang der verstürzten Kantennähte (Vorderkanten, Revers u. s.w.), ursprünglich als Handnaht.

Die Handkante als sichtbare Fixierung der umgeschlagenen Kantennaht wird auch als Schneiderkante, Schneiderhandkante oder AMF (dem Firmenkürzel des Nähmaschinenherstellers American Machine and Foundry Company, heute: AMF Reece), besser jedoch „Handstitch“ (engl. „Handnaht“) bezeichnet. Ursprünglich kommt sie in der Maßschneiderei vor. Sie kann neben anderen Merkmalen ein Zeichen von hochwertiger Fertigung sein, da bei weniger gut gearbeiteten Sakkos die Naht des Besetzens am Revers bis zum Drehpunkt und am Abstich nach innen lediglich umgebügelt wird.

Um 1930 entwickelte AMF eine Nähmaschine für den die Handnaht mit fliegender Nadel ("floating needle") mit einem Öhr in der Mitte der Länge und zwei Spitzen, die innerhalb der Maschine hin und hergereicht wird. Der Nähfaden für diesen Nahttyp ist endlich und hat einstellbar typisch 40 bis 90 cm Länge.

Handstitch an einem Persianerpelz-Revers