Hanno der Große

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hanno der Große (manchmal auch Hanno II.) war ein karthagischer Heerführer und Herrscher in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Punischer Krieg (264–241 v. Chr.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Ersten Punischen Krieges war Hanno der Anführer jener karthagischen Fraktion, die gegen die Fortführung des Krieges gegen Rom plädierte. Da sein Reichtum auf Landbesitz in Nordafrika basierte, brachte ihm der Seekrieg keine Aussicht auf Gewinn, stattdessen wollte er weitere Gebiete in Nordafrika erobern. Dadurch wurde er zum Gegner von Hamilkar Barkas. Die karthagische Flotte wurde im Jahr 244 v. Chr. von Hanno demobilisiert, was den Römern Zeit gab, ihre Marine zu erneuern und so Karthago in der Schlacht bei den Ägatischen Inseln (241 v. Chr.) zu besiegen.

Als sich Hanno nach dem Krieg weigerte, die Söldner zu bezahlen, die Hamilkar in Dienst genommen hatte, erhoben sich diese und es kam zum sogenannten Söldnerkrieg (241–237 v. Chr.). Hanno übernahm den Befehl über die karthagische Armee, doch gelang es ihm nicht, den Aufstand niederzuwerfen. Deshalb musste er Hamilkar den Oberbefehl zurückgeben; möglicherweise schlugen sie den Aufstand auch gemeinsam nieder. Das Söldnerheer wurde dabei völlig vernichtet.

2. Punischer Krieg (218–201 v. Chr.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Beinamen „der Große“ hat er sich offensichtlich bei seinen Zügen gegen Karthagos afrikanische Feinde verdient. Dem Seekrieg gegen Rom stand er weiter ablehnend gegenüber; auch während des Zweiten Punischen Krieges stand er der prorömischen Fraktion vor und verweigerte Hamilkars Sohn Hannibal die Unterstützung bei dessen Feldzügen. Laut Livius warnte er die Karthager im Jahr 218 v. Chr. vor einem Krieg mit Rom:

„Hanno sprach vor dem [punischen] Senat als einziger für den [Ebro-]Vertrag und alle Zuhörer schwiegen. […] Bei den Göttern, den richtenden Zeugen der Verträge, beschwor er sie, keinen Krieg gegen Rom durch einen Krieg gegen Sagunt zu entfachen. Er habe sie ja ermahnt und früh genug gewarnt, sie sollten Hamilkars Spross [=Hannibal] nicht zum Heer entsenden.“

Livius: Buch XXI/10.2

Nach Karthagos Niederlage in der Schlacht von Zama (202 v. Chr.) war Hanno an der Aushandlung des Friedensschlusses mit Rom beteiligt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]