Hasbergen (Delmenhorst)

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Hasbergen
Kreisfreie Stadt Delmenhorst
Wappen Hasbergen
Koordinaten: 53° 4′ 32″ N, 8° 39′ 36″ O
Höhe: 7 m
Fläche: 20,03 km²
Einwohner: 2442 (30. Nov. 1973)
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27751
Vorwahl: 04221
Hasbergen (Niedersachsen)
Hasbergen

Lage von Hasbergen in Niedersachsen

Hasbergen ist ein Ortsteil der Stadt Delmenhorst in Niedersachsen. Bis zu der Eingemeindung am 1. Mai 1974 bildete Hasbergen zusammen mit den umliegenden Ortschaften die Gemeinde Hasbergen. Nach Auflösung der Gemeinde als Gebietskörperschaft blieb die Kirchengemeinde Hasbergen jedoch erhalten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Delme

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasbergen umfasst den nordöstlichen Teil der Stadt Delmenhorst und liegt auf einem Geestrücken umschlossen von Marschlandschaft. Der Ortsteil liegt in unmittelbarer Nähe zur Westgrenze der Stadt Bremen und etwa 35 Kilometer östlich von Oldenburg. Der Ort wird von der Delme durchflossen, die in der zur Weser fließenden Ochtum mündet. Durch die niedrige Lage sowie durch den Einfluss der Tide und dem einfließenden Wasser aus dem Oberland ist die Region sehr hochwassergefährdet. Die Gemeindefläche besteht zu etwa 50 % aus Grünland und zu 30 % aus Ackerland. Den Rest machen Wälder, Gewässer und bebaute Flächen aus.

Ehemalige Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Hasbergen bestand aus den folgenden Ortschaften bzw. Bauerschaften Deichhausen, Sandhausen, Neuendeel, Hasbergen, Schohasbergen, Iprump und Stickgras.

Landschaft und Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Hasbergen lässt sich in drei Bereiche gliedern, dem Mühlenende (Möhlenende) im Westen, dem Mitteldorf (Mitteldorp) und dem Kirchende (Karkende) im Osten. Von der Bebauungsstruktur her gibt es im Mühlenbereich ein Haufendorf, an das sich Richtung Osten ein Straßendorf anfügt. Forschungen lassen vermuten, dass das Haufendorf der ältere Teil ist und das Straßendorf, an dessen Ostende sich die Kirche befindet, durch spätere Besiedlung entstand. Im Bereich der Mühle fließt die Delme von Delmenhorst kommend Richtung Norden zur Ochtum.

Südöstlich von Hasbergen schließen sich die Ortschaften Brückenesch, Schohasbergen, Brandhöfen und Hullen an. Schohasbergen entstand einst als Hollerkolonie in Form eines Reihendorfes. Zum Schutz vor Hochwasser wurden die Höfe auf Wurten errichtet, die auch heute noch erkennbar sind. Die Ortschaften sind im Norden bis zur Ochtum und im Süden bis zur Heidkruger Bäke von Acker- und Weideland umgeben. Weiter südlich erreicht man Tannen und Iprump an der Bremer Heerstraße.

Nördlich von Hasbergen schließen die Ortschaft Neuendeel und etwas weiter westlich das an einem Waldstück gelegene Gut Hemmelskamp an. Rings um die Siedlung weisen zahlreiche Braken auf vergangene Sturmfluten hin. Dieses Landschaftsbild führt sich gen Norden bis Sandhausen fort. Nachbarort Sandhausens ist im Norden Deichhausen, das sich auf dem Übergang zum Marschland in der Wesermarsch befindet. Zudem liegt Deichhausen auf dem Gebiet der früheren Grenzbefestigungen des Stedinger Landes. Der gesamte Siedlungsgürtel von Hasbergen bis Deichhausen wird östlich von einem Deich entlang der Ochtum begleitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Urnengräber und weitere frühgeschichtliche Funde weisen darauf hin, dass bereits während der Steinzeit erste Menschen die Region besiedelten. Zu Zeiten der Völkerwanderung ließen sich die Sachsen in Nordeuropa nieder und blieben teilweise sesshaft. Ende des 8. Jahrhunderts eroberten die Franken unter Karl dem Großen das Sachsenreich und führten den christlichen Glauben ein. Das Land wurde in Bistümer aufgeteilt und die Region um Hasbergen dem Bistum Bremen unterstellt.

Ab dem 11. Jahrhundert wurde Bremen zum Handelszentrum. Über Handelswege kamen zahlreiche Einwanderer aus den Niederlanden in die Region und machten die sumpfigen Marschlandschaften rings um Hasbergen besiedelbar. Im Zuge mehrerer Gebietsreformen wurde am 3. September 1142 Hasbergen in einem Besiedelungsvertrag erstmals urkundlich genannt.

Die Stedinger, nordwestlich von Hasbergen angesiedelt, verweigerten Zahlungen an das Erzbistum Bremen, woraufhin der Bremer Erzbischof Gerhard II. die Stedinger als Ketzer verurteilte und zu einem Kreuzzug aufrief. In der Schlacht bei Altenesch im Jahr 1234 wurden die Stedinger vernichtend geschlagen und in den Folgejahren die Grenzorte Ochtum, Deichhausen und Sandhausen an Hasbergen angeschlossen. Nach dem Stedingerkrieg hat man die Schlutterburg wieder aufgebaut und der Gutshof „de Horst“ in den Delmeniederungen wurde zu einer befestigten Burg ausgebaut und 1254 die Grafschaft Delmenhorst erstmals erwähnt.

Um 1142 trennte sich Hasbergen von der Kirchengemeinde Ganderkesee und wurde eine eigenständige Sendgemeinde, der auch die Grafschaft Delmenhorst angehörte. Nach der Errichtung des St. Marien-Kapitels in Delmenhorst 1285 und mit dem Tode des Hasberger Pfarrers Johannes de Siden wurde das Kirchspiel Hasbergen um 1350 der Delmenhorster Kirche unterstellt. In einem Straßenvertrag von 1311 wurde auf Verlangen Delmenhorsts der flämische Handelsweg, der ursprünglich durch Hasbergen nach Bremen führte, nun durch Delmenhorst umgeleitet, was für Hasbergen eine Verschlechterung der Handelsbeziehungen bedeutete. In Hasbergen wurde am Varrelgraben eine Zollstation errichtet. Im Jahr 1380 wurde die St. Laurentius Kirche zu Hasbergen geweiht.

1417 wurde die Ortschaft Schohasbergen erstmals erwähnt. Um 1450 ist im Oldenburger Saalbuch erstmals die Wassermühle erwähnt genannt. 1450 übernahm der Raubritter Graf Gerd die Herrschaft über Delmenhorst. Durch häufige Ausraubungen von Kaufleuten brachen die Handelsbeziehungen der Hanse zu Delmenhorst ab. 1463 überfiel, plünderte und Brandschatze Gerd die Gemeinde Hasbergen. Nach zahlreichen Belagerungsversuchen, bei denen auch Hasbergen nicht verschont blieb, gelang es 1482 den Truppen aus den Hansestädten, die Delmenhorster Burg einzunehmen. Graf Gerd wurde ins Exil geschickt und die Grafschaft Delmenhorst geriet unter münsterische Herrschaft.

In einem Eroberungsfeldzug des Grafen Christoph von Oldenburg 1538 wurden weite Teile Delmenhorsts und Hasbergens zerstört und niedergebrannt. Es wird berichtet, dass dem Feuer etwa 40 Häuser und die Mühle zum Opfer gefallen sein sollen. Vermutlich entstand der Ortsname Brandhöfen aus diesen Ereignissen.

Oldenburger Wappen an der Mühlenwand von 1547

1547 konnte Graf Anton I. von Oldenburg durch Unterstützung des Kaisers Karl V. Delmenhorst einnehmen, Delmenhorst fiel wieder unter oldenburgische Herrschaft. 1597 trennte sich nach einem Erbstreit Delmenhorst unter der Herrschaft von Graf Anton II. wieder von Oldenburg, kehrte dann 1647 nach dem Tode Graf Christians IX. wieder zurück zur Grafschaft Oldenburg.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hasbergen des Öfteren, vor allem aber in den Jahren 1622 und 1623, von Plünderern heimgesucht. 1655 wurden die Kirchspiele Stuhr, Hasbergen, Ganderkesee, Schönemoor und Hude von der Pest befallen. Aus Angst vor einer möglichen Rückeroberung Delmenhorsts durch den Bischof von Münster suchte der oldenburgische Graf Anton-Günther Hilfe im dänischen Königshaus. Ein Angriff blieb jedoch aus. 1667 verstarb Graf Anton-Günther und die beiden Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst fielen an das dänische Königshaus. Zu Ende des französischen Eroberungsfeldzuges 1679 wurden weite Landstriche, darunter auch Hasbergen, stark zerstört und geplündert, 1700 passierte dies erneut durch schwedische Armeen im Nordischen Krieg.

Auf Grund von Kriegslasten verpfändete Dänemark 1711 die Grafschaft Delmenhorst für 20 Jahre an das Kurfürstentum Hannover und erhielt sie 1731 wieder zurück. 1773 wurde die Grafschaft Oldenburg-Delmenhorst dem Herzog Friedrich August von Lübeck übertragen und somit Oldenburg zum Herzogtum ernannt. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelt sich Hasbergen zu einer Hochburg der Korkschneiderei (Proppensnieder) in Norddeutschland. Nach der Französischen Revolution 1789 weitete sich der Krieg 1795 bis ins Herzogtum Oldenburg aus. Zwischen 1811 und 1813 war Delmenhorst von französischen Armeen besetzt. Nach einer Neueinteilung der Verwaltungsbezirke wurde Hasbergen wieder zu einem Kirchspiel im Amt Delmenhorst.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Energie-Zentrale Hasbergen (EZH) gegründet und die Gemeinde an das Stromnetz angeschlossen. Im März 1927 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hasbergen gegründet. Ab 1933 war Hasbergen zusammen mit den Gemeinden Stuhr und Schönemoor die Großgemeinde Hasbergen. Im Zuge der politischen Neuordnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Großgemeinde Hasbergen 1948 aufgelöst, die Gemeinde Hasbergen gehörte nun zum Landkreis Oldenburg. Durch eine Gebietsreform wurde Hasbergen am 1. März 1974 in die Stadt Delmenhorst eingegliedert.[1] 1978 wurde die Kreisfreiheit Delmenhorsts bestätigt. Im Jahr 1992 feierte Die Gemeinde Hasbergen ihr 850-jähriges bestehen.

Entstehung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Hasbergen wurde erstmals 1142 urkundlich erwähnt und hat seine ursprüngliche Form bis heute erhalten. Einige im Verlauf der Geschichte entstandene Abwandlungen des Namens sind z.B. Hasberche, Hasenberghe, Haspergen und Haßbergen. Zu Ende des 15. Jahrhunderts gab es auch die Bezeichnung Kerkhasbergen, um sich von Schadehasbergen, dem heutigen Schohasbergen zu unterscheiden. Für die Entstehung des Namens Hasbergen gibt es verschiedene Deutungen. Eine Sage aus der Sagensammlung des Ludwig Strackerjan von 1867 findet dabei die weiteste Verbreitung. Laut dieser Erzählung habe sich während einer Sturmflut ein Pferd mit Fohlen, von einer Wolfsmeute verfolgt, durch die Fluten auf einer Anhöhe in Sicherheit gebracht. Auf der besagten Anhöhe befindet sich heute die Kirche. Der Name Hasbergen setzt sich demnach aus dem Wortteil „Has“, was sich vom englischen Horse ableitet und übersetzt Pferd oder Roß bedeutet sowie aus „Berg“, also der Anhöhe zusammen. Frei übersetzt bedeutet Hasbergen also Roßberg. Bezieht man sich auf die Plattdeutsche Bezeichnung „Hasbargen“, so kann sich der zweite Wortteil auch von „sich bergen“ ableiten, da sich die Pferde vor den Wölfen bargen. Der Namen Hasbergen ist des Weiteren in einer Ortschaft südlich von Osnabrück sowie mit ß geschrieben in einem Dorf bei Nienburg wiederzufinden.

Sagen und Anekdoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanonenkugel in der Kirchenmauer

Neben der Sage um das Pferd, das aus den Fluten auf eine Anhöhe sprang, aus welcher der Ortsname entstanden ist, gibt es eine Vielzahl an weiteren überlieferten Sagen und Geschichten, die das Gemeindeleben in kultureller, politischer und religiöser Hinsicht begleiten.

Die Steller Kirchentür[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa zwischen 1230 und 1400 gab es im Bremer Vieland ein Dorf namens Stelle. Die Steller waren in Hasbergen nicht gern gesehen und so entschied man sich, in die Nordwand der Kirche eine eigene Eingangstür für Besucher aus Stelle zu integrieren. Diese Tür war jedoch so niedrig, dass die Steller sie nur mit (ehrfürchtig) gesenktem Haupt betreten konnten. Nach zahlreichen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen ist die ehemalige Kirchentür nicht mehr vorhanden.

Sagen um die Kirchenglocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Sage handelt von den Glocken im Hasberger Kirchturm. Nach dieser Legende habe einst der Teufel dem Küster gesagt, er solle um Mitternacht die Kirchenglocken (eine der drei Glocken war ungeweiht) läuten. Als sich der Küster weigerte, tat dies der Teufel in der Nacht selbst. Vom Küster überrascht floh der Teufel mit der ungeweihten Glocke und versenkte sie im Thölenmeer bei Hasport, wo sie noch immer auf dem Grund liegen soll.

Die Kanonenkugel in der Kirchenmauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche von Bremer Kanonen beschossen. Der Sage nach geschah dies, weil die Bremer die Kirchenglocke begehrten, die Hasberger sie jedoch nicht hergeben wollten. Eine Kanonenkugel flog dabei in die Kirchenwand, eine weitere soll die Glocke getroffen und diese in den See bei Hasport geschleudert haben. Die Erzählung stellt eine weitere Vermutung über den Verbleib der Kirchenglocke dar. Zur Erinnerung an dieses Ereignis hat man die Kugel in die Chorwand eingemauert.

Sturmflut 1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sturmflut 1962 richtete im Bereich der damaligen Gemeinde Hasbergen schwere Schäden an und führte zur Überflutung eines Großteils des Gemeindegebiets. Auf Grund rechtzeitiger Warnungen waren Menschenleben nicht zu beklagen, allerdings drang das Wasser auf Grund unzureichend hoher Wurten in Ställe und Wohngebäude ein und führte zu Viehverlusten. Überflutet wurde auch die Friedhofsmauer sowie der Stau der Wassermühle an der Delme. Die Verbindungsstraße vom Ortsteil Deichhausen nach Bremen-Strom wurde vollständig zerstört. Der höchste Wasserstand im Ort wurde in den frühen Morgenstunden des 17. Februars 1962 mit +4,43 Meter über NN an der Varreler Bäke im Ortsteil Iprump festgestellt.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchengemeinde Hasbergen ist evangelisch-lutherisch und besteht aus den Gemeindebezirken Hasbergen, Stickgras und Bungerhof. Sie gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg. Jeder Gemeindebezirk hat eine eigene Kirche. In Hasbergen steht die St. Laurentius Kirche, in Bungerhof die Emmaus Kapelle und in Stickgras die Lutherkirche.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der ehemaligen Gemeinde Hasbergen
Familienwappen der Familie Plate

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Eingliederung im Jahr 1974 ist Hasbergen ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Delmenhorst und wird von Delmenhorst aus verwaltet. Hasbergen ist dabei der einzige Delmenhorster Ortsteil, der einen eigenen Ortsrat wählt.[4] Der Ortsrat wurde im Zuge der Eingemeindung als Ersatz für den Hasberger Gemeinderat eingerichtet, um den Hasbergern bestimmte Mitentscheidungs- und Anhörungsrechte in politischen Fragen, die das Dorf betreffen, einzuräumen. Der Ortsrat besteht aus 13 Ratsmitgliedern, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Vorsitzender ist der Ortsbürgermeister, den der Ortsrat aus seiner Mitte wählt.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfhard Köhler (CDU): seit 2014
  • Friedrich Tönjes (CDU): 2006–2014

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Wappen der Gemeinde Hasbergen findet auch heute noch als Erkennungszeichen Verwendung. Bis in die 1930er Jahre hinein hatte die Gemeinde kein eigenes Wappen. Da man sich in der Zeit des Nationalsozialismus gegen das Hoheitszeichen der NSDAP wehrte, suchte man nach einer Alternative und besann sich dabei auf einen auf dem Hasberger Friedhof befindlichen Grabstein der Familie Borchert Plate (um 1743), der das Bildnis eines Pferdes trägt, das aus dem Wasser auf eine Anhöhe springt. Über die Entstehung dieses Familienwappens ist nichts bekannt, jedoch sind deutliche Parallelen zur alten Sage unverkennbar. Man entschied sich, das Motiv auf dem künftigen Gemeindewappen abzubilden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild Hasbergens und der umliegenden Bauerschaften wird neben der Landschaft vor allem auch durch die Architektur der Bauwerke bestimmt. Zwischen den normalen Wohnhäusern findet sich eine Vielzahl an alten Bauernhöfen mit Fachhallenhäusern. Dieser Gebäudetyp, auch Niedersachsenhaus genannt, entstand etwa ab dem 13. Jahrhundert und ist im norddeutschen Raum verbreitet. Es sind sogenannte Einhäuser, welche Wohnstätte und Stallungen in einem Bau vereinen. Einige dieser Höfe in Hasbergen sind bereits mehrere Hundert Jahre alt und stehen unter Denkmalschutz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius Kirche zu Hasbergen
Museumsmühle Hasbergen

St.-Laurentius-Kirche zu Hasbergen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Laurentius-Kirche zu Hasbergen wurde 1380 dem Heiligen Laurentius geweiht. Einem eindeutigen Baustil lässt sie sich nicht zuordnen, da sie sich im Wandel der Zeit durch häufige Wiederaufbauten und Umbaumaßnahmen ständig verändert hat. Das Bauwerk besteht aus einem Kirchenschiff mit Satteldach und geradem Choranbau und einem quadratischen Kirchturm, der an der Westseite anschließt. Das Kirchenschiff misst im Inneren 24,20 m in der Länge und 7,25 m in der Breite. Der Turm hat eine Innenfläche von 4,50 mal 4,50 m. An der Chorwand ist eine Kanonenkugel eingemauert. Sie erinnert an die Beschießung der Kirche durch Bremer Kanonen im 17. Jahrhundert. Im Jahr 1912 wurde bei Renovierungsarbeiten der Grabstein des ersten Pfarrers der Gemeinde, Johannes de Siden, freigesetzt. Dieser Stein ist der älteste bisher gefundene Grabstein in Norddeutschland.

Museumsmühle Hasbergen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der Wahrzeichen des Dorfes ist die Mühle. Die Wassermühle, an der Delme gelegen, wurde erstmals im Oldenburger Saalbuch um 1450 erwähnt. 1538 ist sie während des Eroberungsfeldzuges Graf Christians von Oldenburg dem Feuer zum Opfer gefallen und abgebrannt. Als die Grafschaft Delmenhorst nach der Rückeroberung durch Graf Anton I. 1547 wieder zur Grafschaft Oldenburg gehörte, wurde an die Ostwand der Mühle das oldenburgische Wappen angebracht. 1899 ist die auf der anderen Flussseite gelegene Walkmühle abgerissen worden. 1939 zerstört eine Flut das Wasserrad und Teile der Stauanlage. Eine Erneuerung war kriegsbedingt vorerst nicht möglich. Ab den 1950er Jahren verrichtete dann eine Turbine als Ersatz für den elektrischen Antrieb bis zur Einstellung des Mühlenbetriebes 1986 ihren Dienst. Seit 1991[5] beherbergt die Mühle ein Museum. Das historische Hauptgebäude beinhaltet eine komplett erhaltene und funktionsbereite Mühleneinrichtung, im Anbau thematisieren verschiedene Ausstellungen die Historie der Mühle und die regionale Geschichte. Das Museum wird von der Dörfergemeinschaft Hasbergen e. V. betreut.

Vereine und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Hasbergen, 1927 gegründet. Erster Hauptmann war der Lehrer Theodor Meyer. Seit 1974 gehört die Feuerwehr Hasbergen zur Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst und hat den nördlichen Löschbezirk der Stadt als Einsatzgebiet.
  • Die Dörfergemeinschaft Hasbergen widmet sich dem kulturellen und sozialen Bereich der Gemeinde. Neben der Organisation von Veranstaltungen beteiligt sich die Dörfergemeinschaft auch an Projekten zur Gestaltung der Gemeinde und betreut die Museumsmühle.
  • Der Hasberger Verkehrsverein wurde 1996 ins Leben gerufen, um die Organisation des seit der 850-Jahr-Feier 1992 stattfindenden Hökermarktes zu übernehmen. Zusätzlich veranstaltet der Verkehrsverein regelmäßige Dorfführungen.
  • Weitere Vereine und Einrichtungen sind u.a. der Schützenverein Neuendeel, der Sportverein TuS Hasbergen und der Kanu-Club Hasbergen. Zudem unterhält die Kirche einen Bläserkreis und einen Chor und bietet Kinder- und Jugendbetreuungen an.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hökermarkt wurde 1992 im Zuge der 850-Jahr-Feier des Dorfes zum ersten Mal veranstaltet und ist zu einem jährlich stattfindenden Ereignis geworden. Er erstreckt sich über die gesamte Länge der Dorfstraße und verzeichnet jedes Jahr etwa 20.000 Besucher.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1990er Jahre wurde eine Folge der Talkshow Talk op Platt des NDR aus Hasbergen übertragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Müsegades: Hasbergen – Ein Jahrtausend Gemeindegeschichte. Herausgegeben von der Gemeinde Hasbergen 1974.
  • Kurt Müsegades: 850 Jahre Hasbergen. Festschrift zum 850jährigen Jubiläum von Hasbergen, 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 274.
  2. Günther Traeger: Die Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 im Lande Bremen. In: Die Küste, Jg. 10, Heft 1, Heide 1962
  3. Kirchengemeinde Hasbergen
  4. Hauptsatzung der Stadt Delmenhorst – §4 Ortsrat, abgerufen am 23. März 2015
  5. Stadt Delmenhorst – Kultur & Bildung – Museumsmühle. In: delmenhorst.de. Archiviert vom Original am 26. Februar 2012, abgerufen am 25. Februar 2012.