Hatiora

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Hatiora
Hatiora gaertneri

Hatiora gaertneri

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Rhipsalideae
Gattung: Hatiora
Wissenschaftlicher Name
Hatiora
Britton & Rose

Hatiora ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Der botanische Name ehrt den englischen Mathematiker, Astronomen und Forschungsreisenden Thomas Hariot und ist ein Anagramm seines Namens.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Hatiora wachsen epiphytisch oder lithophytisch. Sie sind strauchig und reich verzweigt. Ihre anfangs aufrechten und später ausgebreiteten oder überhängenden oder hängenden Triebabschnitte sind in ihrem Längenwachstum begrenzt. Die zylindrischen, geflügelten, kantigen oder abgeflachten Triebabschnitte sind bis zu 5 Zentimeter lang. Sie entspringen einzeln oder in Gruppen den Areolen an der Spitze älterer Triebabschnitte. Blühfähige Areolen stehen endständig an den Triebabschnitten und fließen dort zusammen. Dornen fehlen oder sind als weiche Borsten ausgebildet.

Die radiärsymmetrischen, glockenförmigen, gelben, rosafarbenen oder roten Blüten erscheinen an den Triebspitzen und öffnen sich am Tag. Ihr kahles Perikarpell ist kantig, geflügelt oder drehrund. Die Blütenröhre ist kurz.

Die kleinen kugelförmigen Früchte sind kahl. Sie enthalten braune oder schwarze Samen von 1 Millimeter Länge.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung ist im Südosten Brasiliens verbreitet.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung der Gattung als Hariota wurde 1834 durch Augustin-Pyrame de Candolle veröffentlicht.[1] Nach den Regeln des Internationalen Codes der Botanischen Nomenklatur ist dieser Name jedoch ungültig, da Michel Adanson bereits 1763 einer Gattung diesen Namen gegeben hatte.[2] Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose bildeten 1915 aus dem ursprünglichen Namen der Gattung das Anagramm Hatiora.[3] Die Typusart der Gattung ist Rhipsalis salicornoides.

Die Gattung wird in zwei Untergattungen gegliedert. Die Untergattung Hatiora ist durch drehrunde bzw. zylindrische, nie gerippte Triebabschnitte und ein im Querschnitt rundes Perikarpell gekennzeichnet.[4] Die Rhipsalidopsis weist abgeflachte Triebabschnitte und ein kantiges oder geflügeltes Perikarpell auf. Zur Gattung gehören die folgenden Arten:

  • Untergattung Rhipsalidopsis (Britton & Rose) Barthlott

sowie Hatiora × graeseri Barthlott ex D.R.Hunt – der sogenannte „Osterkaktus“ – eine Hybride aus Hatiora gaertneri und Hatiora rosea.

Synonyme der Gattung sind Hariota DC. (1834, nom. illeg. ICBN-Artikel 53.1), Rhipsalidopsis Britton & Rose (1923), Epiphyllopsis A.Berger (1929) und Pseudozygocactus Backeb. (1938).

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Augustin-Pyrame de Candolle: Mémoire sur quelques espèces de cactées, nouvelles ou peu connues. Treuttel & Würtz, Paris 1834, S. 23 (online).
  2. Michel Adanson: Familles des Plantes. Band 2, Paris 1763, S. 243 (online).
  3. In: L. H. Bailey: Standard Cyclopedia of Horticulture. S. 1432, New York 1915
  4. Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4573-1, S. 341.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hatiora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien