Heimatmuseum (Roman)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Roman Heimatmuseum von Siegfried Lenz erschien im Jahr 1978. Der großangelegte Roman ist stark autobiographisch geprägt und schildert den Einfluss des Krieges auf das schöne und friedliche Masuren, das zwischen die Fronten beider Weltkriege gerät.

Ähnlich wie sein früheres Werk So zärtlich war Suleyken ist dieser Roman eine Liebeserklärung an seine Heimat. In ausführlichen Beschreibungen der Menschen und ihrer Bräuche sowie der Landschaft, lässt Siegfried Lenz das alte Masuren wiederauferstehen, so dass der Roman selbst zu einer Art Heimatmuseum für Masuren wird.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masuren ist die Heimat des Ich-Erzählers Zygmunt Rogalla, der in der kleinen Stadt Lucknow aufwächst und dort eine idyllische Kindheit verlebt, in der er viel Zeit mit seinem Onkel in dessen Heimatmuseum verbringt, welches er nach dem mysteriösen Verschwinden des Onkels auch fortführt und mit großer Leidenschaft verteidigt, als es zum Propagandawerkzeug missbraucht werden soll.

Mit fortschreitender Zeit rücken die Kriege, die zunächst noch in weiter Ferne erscheinen, immer näher und bestimmen schließlich den Alltag der Menschen. Als die Einwohner Lucknows gezwungen sind, Masuren zu verlassen, wird deutlich, dass der einstige Frieden und die Ruhe dieser Landschaft für lange Zeit zerstört sind.

Ein Teil der Exponate des Heimatmuseums kann auf der Flucht in den Westen mitgenommen werden und in Norddeutschland wieder ausgestellt werden. Als Rogalla aber miterleben muss, dass auch die gerettete Sammlung in der Bundesrepublik Deutschland nicht seinen Intentionen gemäß behandelt wird, entschließt er sich, das verehrte und in jahrzehntelanger Arbeit errichtete Museum niederzubrennen.

Die Schicksale Lucknows, seiner Einwohner und des Museums erzählt Rogalla im Roman rückblickend, nachdem er mit schweren Brandverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden ist.

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 erschien der Fernseh-Dreiteiler Heimatmuseum unter der Regie von Egon Günther und mit Helmut Zierl in der Rolle des Zygmunt Rogalla.