Heizlüfter

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elektrischer Heizlüfter
Innenansicht eines Blankdraht-Heizlüfters, Legende in der Bildbeschreibung
elektrischer Heizlüfter aus den 1950er Jahren
elektrischer Tischheizlüfter aus DDR-Produktion

Ein Heizlüfter oder Elektroheizer ist ein elektrisch betriebener Ventilator, der über ein Heizelement zur Erwärmung der durchströmenden Luft verfügt, und gehört zu den Direktheizungen. Heizlüfter werden oft als (temporäre) Ergänzung oder als Ersatz für eine Zentralheizung eingesetzt.[1]

Praktischer Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standardgeräte verfügen umschaltbar oder mittels eines stufenlos regelbaren Thermostaten über 1000 bis 2000 W Heizleistung. Heizlüfter sind nicht unumstritten, haben aber einige Vorteile und durchaus sinnvolle Einsatzgebiete.

Vorteile:

  • geringer Anschaffungspreis
  • kompakte Abmessungen
  • flexible Einsatzmöglichkeit
  • leichte Installation (mobile Geräte)
  • weder Gasanschluss noch Heizungsrohre notwendig
  • schnelle Wärme
  • voreinstellbar über Zeitschaltuhr

Nachteile:

  • Heizen mit Strom hat einen geringen Gesamtwirkungsgrad, wenn der Strom aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird.
  • Aufwirbelung von Staub
  • Ventilator erzeugt unangenehmen Luftzug
  • Gebläsegeräusche
  • hoher Strompreis (kein Nachtstrom möglich)

Heizlüfter haben als Zusatzheizung oder in sehr wenig genutzten oder kleinen Räumen durchaus ihre Berechtigung. Häufige Einsatzgebiete sind aber auch:

  • Badezimmer
  • Arbeitsplätze
  • Sanitärräume
  • Gäste-WCs
  • Gästezimmer
  • Hobby- und Kellerräume
  • kleine Werkstätten
  • Frostschutzmaßnahme in Räumen ohne Heizung (Modelle mit Frostschutz)[2]

Die Vorteile wie Flexibilität und sehr geringe Investitionen überwiegen in diesem Fall die Nachteile. Häufig gibt es für diese Einsatzbereiche nur wenige Alternativen.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heizung in Geräten für den Einsatz in häuslicher Umgebung besteht meist aus einem Blankdraht-Heizelement, einer Heizwendel oder modernere Geräte auch über eine Keramikheizplatte, die jeweils direkt im Luftstrom angebracht sind. Keramikheizkörper gehören zu der neueren Generation unter den Heizlüftern. Ein Vorteil ist, dass die Keramikheizplatte nicht so heiß wird, wie der Heizlüfter mit Heizdraht oder Heizwendel. Er ist daher sparsamer im Betrieb, ungefährlicher im Umgang und kann die Wärme besser halten.

Das Heizlüfter-Gehäuse besteht meist aus Kunststoff, seltener auch aus Metall. Um eine Zu- und Abführung der Luft beim Heizen zu ermöglichen, also das Ansaugen kalter Luft und Abblasen erwärmter Luft, verfügt der Heizlüfter über Lamellen, Luftschlitze und -öffnungen, meist physikalisch so ausgelegt, dass sie die Zirkulation der Raumluft zusätzlich begünstigen.[2]

Das Heizgebläse schlägt die Raumluft dabei in hoher Frequenz um. Was zum einen zwar zu einer raschen Erwärmung kleiner Räume führt, andererseits aber auch zu ungünstigen Aufwirbelungen von Schmutz, Staub und losen Kleinteilchen führen kann. Verstärkend kommt hinzu, dass der Heizlüfter am Boden steht und so Schmutz- und Staubteilchen besonders leicht aufnehmen kann.

Diese Belastung der Atemluft, wird nicht nur von Allergikern als unangenehm empfunden, sondern allgemein als nicht gesundheitsfördernd eingestuft. In Kombination mit der hohen Luftumschlags-Frequenz der Heizgebläse, wirkt sie ungünstig, weil austrocknend auf die Atemwege, was auch bei unempfindlichen Menschen Infekte begünstigen kann.[2]

Der Propeller, der den Luftstrom erzeugt, wird oft von einem Spaltpolmotor angetrieben. Über einen Wahlschalter kann zwischen mehreren Heizleistungen und einem Betrieb als Lüfter ohne Heizung gewählt werden. Ein Thermostat ist ebenfalls meistens vorhanden. Manche Geräte sind auch mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet, die so programmiert werden kann, dass sie den Heizlüfter zu bestimmten Zeiten ein- und ausschaltet.

Neben dem selbst-zurücksetzenden festeingestellten Temperaturschalter zum Überhitzungsschutz ist auch eine permanent wirkende Temperatursicherung vorhanden, die das Gerät bei zu hohen Temperaturen irreversibel abschaltet. Um ein Überhitzen durch Umkippen zu verhindern, haben aktuelle Heizlüfter zumeist einen integrierten Kippschutz, der das Gerät ausschaltet, sobald der Gerätesockel nicht mehr den Boden berührt: In den Gerätesockel ist dazu ein Schalter integriert, der die Stromzufuhr unterbricht, wenn der Fühlerstift nicht mehr auf dem Boden aufliegt.[2]

Neben transportablen Geräten gibt es auch Modelle die für eine feste Montage an der Wand bestimmt sind. Sie werden vor allem in Badezimmern verwendet, wo die Gefahr besteht, dass ein mobiles Gerät durch falsche Aufstellung mit Wasser (z. B. in der Badewanne, Dusche oder im Waschbecken) in Kontakt kommt. Bei manchen dieser Geräte ist das Gehäuse bewusst so geformt, dass es nicht frei aufgestellt, sondern nur in fest montiertem Zustand betrieben werden kann.

Für schwierigere Verhältnisse, z. B. auf Baustellen, wird statt des Blankdraht-Heizelements auch ein robusterer Rohrheizkörper verwendet, der zugleich eine höhere Schutzart gegen eindringende Fremdkörper ermöglicht.

Verwendungshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Betrieb eines Heizlüfters ist darauf zu achten, dass dieser möglichst freisteht und der Luftstrom nicht behindert wird. Heizlüfter sollten über einen sicheren Stand verfügen und am besten mit einem Kippschutz ausgestattet sein. Soll der Heizlüfter in Räumen ohne Heizung als Frostschutzmaßnahme eingesetzt werden, sollte das Gerät auch über diese Funktion verfügen. Für Heizzwecke in Bad- und Sanitärräumen gilt es, Heizlüfter mit Spritzschutz auszuwählen. Die meisten Heizlüfter sind konstruktionsbedingt nicht besonders gut gegen Spritzwasser geschützt.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Heizlüfter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heizlüfter - Arten, Vorteile & Nachteile von elektrischen Heizlüftern. In: Andreas Madel, Anondi GmbH, heizsparer.de. 2019, abgerufen am 5. September 2019.
  2. a b c d e Heizlüfter: Mobiles Heizgebläse für kleine Räume. In: Robert John Doelling, Greenhouse Media GmbH, energie-experten.org. 12. September 2018, abgerufen am 5. September 2019.