Lamelle

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Eine Lamelle (von spätlateinisch lamella „dünne Scheibe [aus Metall]“) ist ein Plättchen oder eine dünne Schicht,[1] die sich meist in einer Struktur gleichartig angeordneter, oft paralleler oder radialer Lamellen befindet.[2]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamellen dienen in der Technik zur richtungsabhängigen Beeinflussung der Festigkeit oder/und zur Bildung oder Vergrößerung von Grenzflächen. Lamellenstrukturen ermöglichen es, Platz und Gewicht zu sparen.

Ihre Funktionen sind die Kraftübertragung, die Ableitung von Wärme, Lichtbrechung oder Opazität, Beeinflussung von Strömungen, Elektrische Leitung oder eine Wirkung als Adsorptions- oder Filtermedium. Je nach ihrer Anordnung oder Beweglichkeit können Lamellen Elemente einer variablen Fläche sein.

Architektur und Bauwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Gitterschalen als Dachkonstruktion eignet sich ein Netzwerk von Lamellen als Tragwerk für eine flexible oder transparente Dachhaut. Lamellenfassaden wirken als Sonnen- und Witterungsschutz, zur Wärmeregulierung und außerdem als Dekorationselement. Bewegliche Glaslamellen an einer Fassade können die Hinterlüftung regulieren.

Jalousien oder Lamellenvorhänge regeln mit beweglichen Lamellen den Einfall des Lichts. Lamellen von Lüftungsgittern beeinflussen die Strömungen, die durch Lüftung entstehen.

Maschinenbau und Elektrotechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamellenturbinen verbessern die Kraftübertragung zwischen einer strömenden Flüssigkeit und einem Generator. Die Lamellen in einem Lamellenmotor dienen zur Kraftübertragung und ermöglichen durch ihre variable Oberfläche eine exzentrische Anordnung der Welle. Reiblamellen in einer Lamellenkupplung wandeln Bewegungsenergie in Wärme um. Lamellen von Heizkörpern und Kühlkörpern leiten Wärme an die umgebende Luft ab.

Die Lamellenfeder ist eine ebene Blattfeder. Zungenlamellen („Durchschlagende Zunge“) dienen bei Musikinstrumenten wie dem Lamellophon zur Erzeugung und Übertragung einer Schwingung an die umgebende Luft. In der Weberei nennt man die Kettfadenwächter „Lamellen“: Es sind Tasten, die beim Bruch eines Kettfadens einen elektrischen Kontakt herstellen.

In der Elektrotechnik begrenzen Lamellen aus Elektroblech bei Transformatoren und ähnlichen Bauteilen die magnetischen Wirbelströme.

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Biologie gibt es zahlreiche Lamellenstrukturen mit vergleichbaren Funktionen wie in der Technik, so etwa im Inneren des Lamellenknochens und des Horns zur Erhöhung der Festigkeit trotz ihres geringen Gewichts oder die Lamellen im Fruchtkörper von Ständerpilzen, die gleichermaßen zur Erhöhung der Festigkeit und zur Vergrößerung der Oberfläche dienen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2003, ISBN 3-437-15156-8, S. 1069.
  2. Hans-Jürgen Grabbe: Bauherren Lexikon. Vieweg, Braunschweig 1976, ISBN 978-3-528-08657-2, S. 148.