Helmersen (Adelsgeschlecht)

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Wappen

Helmersen, ursprünglich Helmes, ist der Name eines baltischen Adelsgeschlechts. Die Familie besteht gegenwärtig fort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Familie sind im 16. Jahrhundert in Hamburg zu suchen, während die Stammreihe des Geschlechts mit den aus Braunschweig gebürtigen Paul Helmes († 1634), welcher 1585 nach Riga übersiedelte, 1593 das dortige Bürgerrecht erwarb, 1600 der Großen Gilde beitrat und schließlich 1608 ebenda in den Stadtrat berufen wurde. Durch Einheirat in einflussreiche Familien und Parteinahme für die Schweden, konnte er sein Ansehen und Wohlstand ausbauen, wurde 1617 Landvogt und 1620 Oberkämmerer der Stadt. Damit legte er eine solide Basis für den weiteren Aufstieg der Familie in den nachfolgenden Generationen.

In der zweiten Generation konnten lediglich zwei von vier Brüdern den Stamm fortsetzten. Paul (* 1603; † 1657) wurde Sekretär des livländischen Generalgouvernements, Assessor des Hofgerichts und schließlich 1643 Ritterschaftssekretär. Er erwarb in Südlivland und Kurland einigen Güterbesitz und erhielt von der schwedischen Vormundschaftsregierung am 1. August 1643 ein Nobilitierungsdiplom. Diese wurde ihm am 30. Januar 1645 von Königin Christina bestätigt. Bereits am 31. Mai 1651 ließ er sich das Diplom von der schwedischen Krone renovieren, wobei sein Bruder Johann (* 1622; † vor 1672) einbezogen wurde, und die Familie den Namen von Helmersen erhielt. Letzterer wurde ebenfalls Sekretär des livländischen Generalgouvernements sowie Assistenzrat und konnte wie sein Bruder einigen Güterbesitz in seiner Hand versammeln. Beide wurden die Stifter der beiden Hauptlinien des Geschlechts.

1742 immatrikulierte sich das Geschlecht bei der Livländischen Ritterschaft (Nr. 70). 1745 wurde der Eintrag für das Haus Kremon erneuert (Nr. 86). Otto Magnus von Helmersen (* 1748; † 1808), russischer Major und Kreisrichter sowie sein Bruder Benedikt von Helmersen (* 1760; † 1824), russischer Leutnant, beide aus dem Hause Kremon, erwarben am 27. April 1789 das Indigenat in Estland − Eintrag bei der Estländischen Ritterschaft. Aus der jüngeren Linie wurde Reinhold von Helmersen (* 1801; † 1857), am. 2. Februar 1846 in die oeselschen Adelsmatrikel aufgenommen (Nr. 98). Im Jahr 1875 schließlich wurde das Geschlecht auch auf die kurländische Ritterbank aufgenommen, wodurch die v. Helmersen noch gegenwärtig in allen vier baltischen Ritterschaften vertreten sind.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen (1643) zeigt in Rot einen aus einer natürlichen Wolke hervorragenden silbernen geharnischten Arm, in der Hans einen linksgekehrten mit grünem Lorbeerkranz gekrönten Spangenhelm. Auf dem Helm mit roten und blauen Decken ein silberner geharnischter Arm, in der Hand den grünen Lorbeerkranz haltend.

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudius Magnus von Helmersen (1721–1802), livländischer Landrat
  • Otto Friedrich Helmersen (1728–1785), Statthalter von Oesel, russischer Oberst
  • Peter Bernhard von Helmersen (1776–1860), russischer Artillerie-Leutnant, Staatsrat, Direktor des kaiserlichen Theaters in St. Petersburg
    • Paul von Helmersen (1801–1894), Lehrer und Beamter zu bestimmten Aufträgen des Großfürsten Nikolai
      • Wilhelm von Helmersen (1842–nach 1914), russischer Militärrichter und Generalleutnant
      • Nikolai von Helmersen (1842–1908), russischer Generalfeldzeugmeister, großfürtslicher Adjutant und Kurator
        • Sergej von Helmersen, russischer Generalfeldzeugmeister
    • Gregor von Helmersen (1803–1885), deutsch-baltischer Geologe und Forschungsreisender
  • Alexander von Helmersen (1797–1850), russischer Generalleutnant und Direktor des Kadettenkorps
  • Peter von Helmersen (1838–1877), Forschungsreisender, russischer Oberst im Generalstab
  • Wilhelm von Helmersen (1838–1887), russischer Hofrat
  • Ludwig von Helmersen (1843–1904), Direktor der Baltischen Bahngesellschaft, Wirklicher Staatsrat
  • Erwin von Helmersen (1914–1949), SS-Hauptsturmführer, Lagerarzt in dem Konzentrationslager KZ Auschwitz-Birkenau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften, Teil 1, Livland, Bd. 2, Lfg. 9-15, Görlitz 1929, S. 816–834 (Digitalisat)
  • Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften, Teil 2, Estland, Bd. 3, Görlitz, 1930, S. 369–370 (Digitalisat)
  • Genealogisches Handbuch der Oeselschen Ritterschaft, Görlitz, 1935, S, 507– 509 (Digitalisat)
  • Carl Arvid Klingspor, Ernst Bernhard Schlegel: Den med sköldebref förlänade men ej å Riddarhuset introducerade Svenska Adelns Ättartaflor, 1875, S. 120–121 (Digitalisat)
  • Baltische Famgeschichtliche Mitteilungen, Neue Folge 1, 1951, Nr. 4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]