Herrenkrug-Eisenbahnbrücke

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Koordinaten: 52° 8′ 56″ N, 11° 40′ 3″ O

Herrenkrug-Eisenbahnbrücke
Herrenkrug-Eisenbahnbrücke
Südseite am östlichen Ufer
Überführt Bahnstrecke Berlin–Magdeburg
Unterführt Elbe, km 329,56
Ort Magdeburg
Konstruktion Stahlfachwerkbrücke
Gesamtlänge 680 m
Längste Stützweite 135 m
Fertigstellung 1979
Lage
Herrenkrug-Eisenbahnbrücke (Sachsen-Anhalt)
Herrenkrug-Eisenbahnbrücke

Die Herrenkrug-Eisenbahnbrücke in Magdeburg-Herrenkrug überspannt die Elbe bei Stromkilometer 329,56. Das Bauwerk gehört zur Bahnstrecke Berlin–Magdeburg und entstand in den Jahren 1869 bis 1872 bei der Neutrassierung der Eisenbahnstrecke im Rahmen des Neubaus des Magdeburger Hauptbahnhofs. Am 15. Mai 1873 wurde die Brücke in Betrieb genommen.

Brücke von 1873[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrenkrugbrücke 1951

Das 714 m lange Bauwerk bestand über der Stromelbe und Alten Elbe aus fünf Hauptöffnungen mit jeweils 62,8 m Stützweite und im Westen über dem Handelshafen sowie im Osten über dem Vorland aus insgesamt zehn Nebenöffnungen mit 31,4 m Stützweite. Die zweigleisigen Überbauten waren Balkenbrücken mit Stahlfachwerkträgern und untenliegender Fahrbahn und wurden als Schwedlerbrücken ausgeführt. Es war auf den Ost-West-Verbindungen im Eisenbahnverkehr eine der wichtigsten Brücken über die Elbe. In den 1910er Jahren benutzen bis zu 125 Zugpaare täglich das Bauwerk. Am 18. April 1945 wurde die Brücke durch deutsche Truppen mit Sprengungen stark zerstört. Aber schon am 12. März 1946 konnte das wiederhergestellte Bauwerk nach umfangreichen Baumaßnahmen dem Verkehr übergeben werden.

Brücke von 1979[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1970er wurde die Eisenbahnbrücke durch einen rund 680 m langen Neubau ersetzt, der parallel zur alten Brücke auf der nördlichen Seite angeordnet wurde. Dieser besteht über der Elbe aus einem pfostenlosen, stählernen Strebenfachwerk mit unten liegender Fahrbahn und dem Durchlaufträger als Bauwerkssystem in Längsrichtung. Die Gleise sind bei einem Gleisabstand von 4,25 m ohne Schotterbett direkt auf der Brückenunterkonstruktion befestigt. Das Bauwerk weist fünf Öffnungen und Stützweiten von 135 m im mittleren Feld über der Stromelbe sowie 85,5 m in den restlichen vier Seitenfeldern auf. Das Fachwerk besitzt bei einem Knotenabstand von 9,5 m eine Systemhöhe von 10,0 m. Der Abstand der beiden vertikalen Fachwerkhauptträger beträgt 9,7 m. Das östliche Vorland wird mit einer Deckbrücke und obliegender Fahrbahn überspannt. Diese weist in Längsrichtung ebenfalls mit sechs Feldern von jeweils 33,6 m Stützweite den Durchlaufträger als Bauwerkssystem auf.[1] Am 14. November 1979 wurde der zweigleisige Neubau in Betrieb genommen. Die maximale Durchfahrtshöhe beträgt 6,14 m beim höchsten schiffbaren Wasserstand.[2]

Reste des westlichen Brückenkopfes, 2011

Am 13. September 1987 wurde die Brücke durch das Entgleisen eines Waggons infolge verrutschter Ladung von drei Gusswalzen beschädigt. Dies führte zu einer starken Beschädigung einer Diagonalen, was einen eingleisigen Zugverkehr auf der Brücke zur Folge hatte. Die Instandsetzung des unteren Drittels der Diagonale durch abschnittsweisen Ersatz von zwei Stabhälften erfolgte innerhalb von drei Sperrpausen mit einer Dauer von maximal 16 Stunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GMG Ingenieurgesellschaft Dresden, Referenzprojekt Elbebrücke Magdeburg
  2. Wassersportclub Dresden - Loschwitz: Informationen für den Oberelbe - Wassersportler, Ausgabe: 1/2002

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingelore Buchholz, Jürgen Buchholz: Magdeburger Elbbrücken. In: Dokumentation 40/05, Stadtplanungsamt Magdeburg, S. 118–126
  • Lothar Kremling, Hans-Joachim Krappe, Wulf-Rüdiger Mohs: Beseitigung von Havarieschäden am Stromüberbau der Herrenkrugbrücke Magdeburg. In: Signal und Schiene. Jg. 32, Nr. 4, 1988, S. 133–134, 147.
flussaufwärtsBrücken über die Elbeflussabwärts
Jerusalembrücke (Nordbrücke)
Herrenkrugsteg