Hillary Step

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Der "Hillary Step"

Der Hillary Step ist oder war eine etwa zwölf Meter hohe, über 70 Grad steile Felsstufe. Er befand sich auf dem südöstlichen Gipfelgrat des Mount Everest auf 8.790 m über dem Meeresspiegel.[1] Diese Stufe erhielt den Namen zu Ehren von Sir Edmund Hillary, der zusammen mit seinem Teamgefährten Tenzing Norgay bei der Erstbesteigung 1953 zuerst diese Steilstufe erkletterte. Aufgrund der sich verändernden Schneelage und der Besuchspause nach dem Erdbeben von 2015 war ab 2016 spekuliert worden, dass der Hillary Step möglicherweise bei diesem Erdbeben in sich zusammengebrochen sei.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hillary Step war das letzte ernsthafte Hindernis auf dem Anstieg zum Mount Everest über die Standard-Südroute. Er war eine der wenigen Stellen der Südroute, an denen man richtiges Klettern beherrschen musste, um ohne Hilfe erfahrener Bergsteiger diese Route zu bewältigen. Der Hillary Step hatte normalerweise eine Seilsicherung. Selbst die ersten Ersteiger einer neuen Jahressaison konnten oft noch eines der Seile vorangegangener Expeditionen nutzen, die vom Vorjahr hängengeblieben waren.

War das nicht der Fall, existierte also kein nutzbares Fixseil, so war der „zahlende Tourist“ hier am Ende seiner Möglichkeiten angelangt: Ganz oben auf 8.790 Metern, 60 Höhenmeter unter dem Gipfel, erschöpft vom ca. zwölfstündigen Endanstieg seit Mitternacht, gab es ohne Klettertechnik kein Weiterkommen. Zumeist war die Seilsicherung dort Aufgabe eines Zweierteams von Sherpas, die vor den Bergsteigern diese Arbeiten ausführen.

Mit nutzbarer Seilsicherung hakte man eine Steigklemme ein, einen Handgriff mit federnd beweglicher Seilklemme, und zog sich nach oben.

Probleme bei geführten Everestbesteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch mit Teamunterstützung und Seilsicherung konnte der Hillary Step das Ende einer bis zu 65.000 Dollar teuren Reise sein: wenn an einem der wenigen halbwegs „schönen“ (wetter-erträglichen) Tage im Mai zu viele Personen gleichzeitig auf den Mount Everest wollten, staute es sich öfter am Hillary Step. Es konnte zu mehrstündigen Wartezeiten kommen, bis man an der Reihe zum Hinaufklettern war. Es gab schon Bergsteiger, die bei den Gefahren des Auskühlens und mit der Gefahr, erst im Dunkeln vom Gipfel absteigen zu können, sich so kurz vor dem Gipfel noch zur Umkehr entschlossen.

Todesfall 1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Hillary Step kam es am 25. Mai 1996 zu einem tragischen Todesfall, als sich der englische Fotograf Bruce Herrod weit nach 14 Uhr oberhalb der Felsstufe aufhielt. Das Mitglied einer südafrikanischen Expedition war sehr spät noch zum Gipfel unterwegs. Üblicherweise kehren die Bergsteiger gegen 13 oder 14 Uhr um, damit eine Notnächtigung (Biwak) am Berg ohne Zelt vermieden wird, da diese am Everest eine hohe Gefahr des Erfrierens birgt. Der Fotograf erreichte erst kurz nach 17 Uhr den Gipfel, fotografierte mit Selbstauslöser seinen Erfolg und machte sich an die Rückkehr.[2] Am Hillary Step verhedderte er sich völlig erschöpft in den Seilen und erfror kopfüber hängend. Als im Wind pendelnde Leiche fand ihn Monate später in der 1997er-Saison Anatoli Bukrejew, ein russisch-kasachischer Bergführer, der bereits bei einem anderen Unglück am Mount Everest im Jahr 1996 als Bergführer der Gruppe von Scott Fischer am Everest war. Peter Athans schnitt Herrods Leiche einige Tage später vom Seil. Seine Kamera und andere persönliche Dinge wurden geborgen.

Erdbeben 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erdbeben im April und Mai 2015 fanden 2015 keine Besteigungen statt. Im Mai 2017 wurde bestätigt, dass die Felsen des Hillary Step vermutlich infolge der Erdbeben zusammengebrochen sind.[3] Bereits 2016 waren Vermutungen aufgekommen, aber das ungewohnte Erscheinungsbild des Hillary Step wurde zunächst mit den ungewöhnlich hohen Schneemengen in der Saison erklärt.[4]

Folgen des Zusammenbruchs für Besteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besteigung über die Südroute wurde im Aufstieg einfacher für Bergsteiger, jedoch bleibt weiterhin ein Nadelöhr bestehen. Unklar ist, inwieweit im losen Geröll Fixseile befestigt werden können und wie sich künftig unterschiedliche Schneeverhältnisse auf die Passage auswirken.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Buch In eisige Höhen von Jon Krakauer finden sich Bilder des Gipfelgrates und des Hillary Steps.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Atjun Vajpai: On Top Of World: My Everest Adventure, Penguin UK, 2010, S. 111 (online auf Google Books, englisch).
  2. Jon Krakauer: In eisige Höhen: Das Drama am Mount Everest, S. 351
  3. Kate Lyons: Mount Everest's Hillary Step has collapsed, mountaineer confirms, The Guardian vom 21. Mai 2017, abgerufen am 22. Mai 2017 (englisch).
  4. Mt Everest's Hillary Step potentially collapsed in earthquake, The New Zealand Herald vom 17. August 2016, abgerufen am 9. Mai 2017 (englisch).
  5. Everest Hillary Step collapsed, planetmountain.com vom 19. Mai 2017 (englisch).

Koordinaten: 27° 59′ 15″ N, 86° 55′ 29″ O