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Hitchens’ Rasiermesser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hitchens’ Rasiermesser (englisch Hitchens’ razor) ist eine erkenntnis- und argumentationstheoretische Maxime. In einem Argument liegt demnach die Beweislast für eine Behauptung bei derjenigen Streitpartei, die die Behauptung aufstellt. Kann diese ihre Behauptung nicht begründen, so kann die Gegenpartei gemäß Hitchens’ Rasiermesser die Behauptung ohne weitere Begründungen verwerfen.

Die Maxime ist nach Christopher Hitchens benannt, der sie als Argumentationsfigur Anfang des 21. Jahrhunderts in seinen Veröffentlichungen mit großer Reichweite verwendete.

“What can be asserted without evidence can also be dismissed without evidence.”

„Was ohne Nachweis behauptet werden kann, kann auch ohne Nachweis verworfen werden.“

– Christopher Hitchens[1]

Hitchens’ Rasiermesser ist auf die Übersetzung eines lateinischen Sprichworts zurückzuführen, das im 19. Jahrhundert verwendet wurde:[2]

“Quod gratis asseritur, gratis negatur.”

„Was frei behauptet wird, wird frei geleugnet.“

Bereits im 17. Jahrhundert war diese Formulierung publiziert worden:

„Quod gratis discitur, gratis negatur — what is barely said without proof, is sufficiently refuted with a bare denial.“

„Was ohne Beweis angedeutet wird, wird durch schlichte Zurückweisung ausreichend widerlegt.“

– Andrew Sall: True Catholic and Apostolic Faith, 1676[3]

Das Vorliegen falscher Beweisgründe kann wie das Nicht-Vorliegen von Beweisgründen behandelt werden. Demnach erlaubt Hitchens’ Rasiermesser, alle Aussagen zu verwerfen, die durch falsche Prämissen oder Fehlschlüsse begründet werden.

Die Bezeichnung als „Rasiermesser“ wurde in Analogie zu Ockhams Rasiermesser gewählt und spielt in der Skeptiker-Szene eine wichtige Rolle nach der Beweislastverschiebung.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Christopher Hitchens: God Is Not Great: How Religion Poisons Everything. Twelve, 2007, ISBN 978-0-446-50945-9, S. 150 (englisch, 234 S., archive.org).
  2. ↑ Damion Reinhardt: The Long History of Hitchens’ Razor. In: Sceptic Ink. 25. Juli 2015, abgerufen am 7. Juni 2017 (englisch).; https://archivalia.hypotheses.org/250696
  3. ↑ Andrew Sall: True Catholic and Apostolic Faith. Oxford 1676, S. 29 (google.de).