Horst Wagenführ

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Horst Wagenführ (* 15. Mai 1903 in Langewiesen; † 1989) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagenführ studierte Staatswissenschaften und Philosophie an den Universitäten Jena, Innsbruck, Wien, Kiel und Leipzig. 1928 wurde er zum Dr. rer. pol. promoviert. Von 1929 bis 1933 arbeitete er als Assistent am Institut für Wirtschaftsbeobachtung der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg. 1933 veröffentlichte er als NSDAP-Mitglied auch einige Übersetzungen von Mussolini-Schriften.[1] 1933 habilitierte er sich mit der Arbeit „Der System-Gedanke in der Nationalökonomie“. Er wirkte anschließend als Dozent an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und von 1934 bis 1944 als beamteter außerordentlicher Professor für Nationalökonomie, Finanzwissenschaft und Statistik an der Universität Erlangen. Zugleich lehrte er Volkswirtschaftslehre an den Verwaltungsakademien Nürnberg und Würzburg.

Im Zweiten Weltkrieg war er für das Oberkommando der Wehrmacht tätig. Nach 1945 arbeitete Wagenführ für das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Wickert in Tübingen. Er gründete 1966 das Institut für wirtschaftliche Zukunftsforschung in Tübingen und wurde 1973 dessen Leiter in Illereichen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Paul Thomas Fischer: Kartelle in Europa (ohne Deutschland), Nürnberg 1929.
  • Forschungsstätten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im deutschen Sprachgebiet, Nürnberg 1930.
  • Kartelle in Deutschland, Nürnberg 1931.
  • Deutsche, ausländische und internationale Kartellverträge im Wortlaut, Nürnberg 1931.
  • (Hrsg.): Kartellgesetzgebung in Deutschland. Verordnungen, Gesetze, Entscheidungen und Urteile, Nürnberg 1933.
  • Der Systemgedanke in der Nationalökonomie. Eine methodengeschichtliche Betrachtung, Nürnberg 1933.
  • Korporative Wirtschaft in Italien, Berlin 1934.
  • Gefolgschaft. Der germanische Kampfbund, Hamburg 1935.
  • Begriff und Wesen der Volkswirtschaft, Berlin 1935.
  • Preise und Preispolitik, Berlin 1937.
  • Wirtschaftskunde des Versicherungswesens. Versicherung und Volkswirtschaft, Stuttgart 1938.
  • Quellenbuch zur Wirtschaftskunde des Versicherungswesens, Stuttgart 1938.
  • Kriegswirtschaft und Versicherung, Leipzig 1939.
  • Großdeutschlands Wirtschaft, Leipzig 1939.
  • Italien, Leipzig 1943.
  • Schöpferische Wirtschaft. Pionier-Leistungen deutscher Erfinder und Unternehmer, Heidelberg 1954.
  • Wie die Wirtschaft funktioniert. Eine Wirtschaftskunde für jedermann, Gütersloh 1955.
  • Handelsfürsten der Renaissance, Stuttgart 1957.
  • Wirtschaftliche Zukunftsforschung. Eine methodische Einführung in Theorie und Praxis, Tübingen 1969.
  • Industrielle Zukunftsforschung, München 1971.
  • Das Buch über die Freude, Stuttgart/Wiesbaden 1978.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Achim Eberspächer: Das Projekt Futurologie. Über Zukunft und Fortschritt in der Bundesrepublik 1952–1982, Schöningh, Paderborn 2019, ISBN 978-3-506-78549-7, S. 134.
  • Hansjörg Gutberger: Raumentwicklung, Bevölkerung und soziale Integration: Forschung für Raumplanung und Raumordnungspolitik 1930–1960, Springer, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-15129-4, S. 413, Anm. 135.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benito Mussolini: Der Faschismus. Philosophische, politische und gesellschaftliche Grundlehren, München 1933; bis 1943 erschienen davon fünf Auflagen.