Huangdi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Huáng Dì (chinesisch 黃帝 / 黄帝) – der Gelbe Kaiser – ist der mythische Kaiser, der am Anfang der chinesischen Kultur gestanden haben soll.

Huáng Dì

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huáng Dì wird zur Gruppe der chinesischen Urkaiser gerechnet, gehört dabei zur Gruppe der fünf Kaiser und soll von 2696 bis 2598 v. Chr. regiert haben; ursprünglich ist Huáng Dì jedoch eine göttliche und mythische Gestalt, die erst während der Zhou-Zeit historisiert wurde.

Er gehört zu den wichtigsten Gestalten der chinesischen Mythologie. Ursprünglich ein Kriegsgott, der in den frühen Traditionen eine geringere Rolle spielte, wandelte er sich dann jedoch zum Hochgott und erleuchteten Unsterblichen des Daoismus. Er wird als Eroberer, Richter, Unsterblicher, Gott des Weltenberges Kunlun und des Zentrums der Erde dargestellt.

Von seiner Geburt wird berichtet, seine Mutter sei von Blitzen am nächtlichen Himmel schwanger geworden und nach 20 Jahren Schwangerschaft sei Huáng Dì geboren worden. Er soll sofort gesprochen haben.

Die Gemahlin des Huáng Dì ist Lei Zu (嫘祖 ‚die Donnerahnin‘); seine Tochter ist Niuba, die Trockenheit. Berichtet wird auch von einem Kampf zwischen Huáng Dì und seinem Bruder Yan Di und von einer durch ein Ungeheuer entfesselten Sintflut, die Huáng Dì besiegte. Gleichfalls wird berichtet, Huáng Dì habe sich aus der Haut des Kui, eines mythischen Wesens, das Regen, Wind und Dürre erzeugen konnte, eine Trommel gefertigt.

Ein angebliches Mausoleum des Gelben Kaisers befindet sich im Kreis Huangling der Provinz Shaanxi. Dort werden bis in die Gegenwart staatliche Opferzeremonien abgehalten.

Huangdi Neijing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Daoisten sagten ihm nach, das Buch Die Medizin des Gelben Kaisers (黃帝內經 / 黄帝内经, Huángdì Nèijīng), geschrieben zu haben. Das Huángdì Nèijīng enthielt das damalige Wissen über Akupunktur, Akupressur und andere Teilbereiche der traditionellen chinesischen Medizin. Dieses Werk umfasst eine Sammlung von 81 Abhandlungen, die in zwei Büchern zusammengefasst sind – dem Su Wen – Fragen organischer und grundlegender Art – und dem Ling Shu – „Göttlicher Angelpunkt“, mit eher technischen Aspekten der Akupunktur. Im ersteren finden sich Dialoge des Gelben Kaisers mit den Gelehrten seines Hofes, in denen er die Fragen über Physiologie, Morphologie, Pathologie, Diagnose und der für die antike chinesische Medizin vorrangige Krankheitsprävention[1] erläutert. Im Ling Shu wird die klinische Anwendung der Akupunktur und Moxibustion, sowie die Lage der Akupunkturpunkte und der Meridiane beschrieben.

In dem Hauptwerk lassen sich Ideen sowohl aus dem Daoismus wie auch aus dem Konfuzianismus finden. Heute gilt das Buch als eine Kompilation aus der Zeit um 300 v. Chr.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anne Birell: Chinese Mythology. An introduction. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1993, ISBN 0-8018-4595-5.
  • Muhammad W. G. A. Schmidt (Hrsg./Übers.): Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin. Multimediales Studien- und Recherchetool auf DVD. 2. Auflage. Viademica-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-937494-00-5 (auch als Printmedium (Buch in 3 Bänden) erhältlich, ISBN 978-3-937494-00-5).
  • Muhammad W. G. A. Schmidt: Die Medizin des Gelben Kaisers. Konzepte und Therapien für Körper und Geist in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Viademica-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-937494-48-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Huangdi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Kremling: Zur Entwicklung der klinischen Diagnostik. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 23, 2004, S. 233–261; hier: S. 234.
Vorgänger Amt Nachfolger
Shennong Mythischer Kaiser von China
2674–2575 v. Chr.
Shaohao