Hubertus Schlenke

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Hubertus Schlenke, 2021

Hubertus Schlenke (* 25. September 1969 in Gronau (Westfalen)) ist ein deutscher Kunstsachverständiger und Kunstwissenschaftler.

Leben

Hubertus Schlenke wurde in Gronau geboren. Sein Vater, der Notar Hubert Schlenke (1932–2014), hatte den jüdischen Künstler Felix Nussbaum (1904–1944) Ende der 1970er Jahre wiederentdeckt und sammelte seine Werke. Seine Mutter Irmgard Schlenke (1936–2024) war Stifterin des Felix Nussbaum Hauses (MQ 4) in Osnabrück. Die Familie ist Gründerin der Felix Nussbaum Foundation.[1]

Hubertus Schlenke studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Musikwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, an der Humboldt-Universität zu Berlin, an der Universität in Wien und an der Freien Universität Berlin. Seine Lehrer waren Friedrich Teja Bach und Horst Bredekamp. 1998 wurde er an der Freien Universität Berlin bei Werner Busch mit der Dissertation Vermeer mit Spinoza gesehen (Gebr. Mann Verlag Berlin) zum Dr. phil. promoviert.[2]

Nach freier Mitarbeit in einer Düsseldorfer Galerie und einem Volontariat in einer Stiftung war Schlenke von 1998 bis 2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg tätig. Seit 2001 arbeitet er als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Malerei und Plastik der Klassischen Moderne für die Industrie- und Handelskammer zu Köln. Er engagiert sich heute verstärkt, eben auch durch seine wissenschaftliche Mitarbeit zu Felix Nussbaum, im Vorstand der Felix Nussbaum Foundation.

Felix-Nussbaum-Haus

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Osnabrück verschaffte die Familie dem Werk Felix Nussbaums weltweite Anerkennung. 1996 erhielt Schlenkes Vater für sein dauerhaftes Mäzenatentum die höchste Auszeichnung der Friedensstadt Osnabrück, die Justus-Möser-Medaille. Die Bilder Nussbaums werden seit 1998 im Felix-Nussbaum-Haus gezeigt, welches nach Entwürfen des New Yorker Architekten Daniel Libeskind erbaut wurde. 2001 gründeten die Eheleute Schlenke die Felix Nussbaum Foundation, zugleich gingen 54 Bilder Nussbaums in das Stiftungsvermögen ein.[1]

Publikationen (Auswahl)

Monographien

  • Vermeer, mit Spinoza gesehen. Gebr. Mann, Berlin 1998, ISBN 978-3-7861-2273-9. (zugleich Diss., Freie Univ. Berlin, 1997)
  • Der Triumph des Todes. Ein künstlerisches Vermächtnis aus jüdischer Perspektive. Stadt Osnabrück, Osnabrück 2017, ISBN 978-3-7356-0331-9.

Kataloge und Beiträge in Sammelwerken

  • mit Christoph Brockhaus, Cornelia Brüninghaus-Knubel: Architektonische Skulptur im 20. Jahrhundert. Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg 1999, ISBN 3-89279-550-9.
  • mit Bruce Nauman, Christoph Brockhaus, Gottlieb Leinz: Bruce Nauman: Werke aus belgischen, deutschen und niederländischen Sammlungen. Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg 2000, ISBN 3-89279-559-2.
  • Emy Roeder: Skulpturen [Werke von 1927 bis 1966]. Galerie Schönewald und Beuse, Krefeld 2000.
  • Wilhelm Lehmbruck Museum. In: Prestel Museumsguide München. London/New York 2000, ISBN 3-7913-2111-0.
  • Unterwegs als Kunstsachverständiger. In: ArtInvestor, Handbuch für Kunst und Investment. Hrsg. von Lothar Pues, Edgar Quadt. Rissa, München 2002, ISBN 3-932114-74-4.
  • Die Geschichte und ihre Bilder. In: Felix Nussbaum im Spiegel seiner Zeit. Mit Werken aus der Sammlung Schlenke (zur Ausstellung in Schloss Cappenberg, 21. Oktober 2012 – 7. April 2013). Kettler, Bönen 2012, ISBN 978-3-86206-207-2.
  • Felix Nussbaum: Art defamed, Art in Exile, Art in Resistance, p. 458-459, Woodstock New York 1990, ISBN 0-87951-789-1.
  • Im Angesicht des Bösen, Felix Nussbaum, Stillleben mit schwarzer Katze, In: Kunst im Widerstreit, (zur Ausstellung im Kunstmuseum Ahlen, 4. Juli – 24. Oktober 2010), Ahlen 2010.
  • La piccola Arnthal, in: Rudolf Levy, L`opera e l`esilio, Le Gallerie degli Uffizi, p. 90, Mailand 2023.
  • Emy Roeder, in: Maestras, Museum Thyssen-Bornemisza, S. 170 und S. 192, Madrid 2023.
Commons: Hubertus Schlenke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Nussbaum Foundation trauert um Irmgard Schlenke. In: friedensstadt.osnabrueck.de. Stadt Osnabrück, 12. März 2024, abgerufen am 19. Mai 2024.
  2. Profil | Kunstsachverständiger. In: certified-artexpert.com. Abgerufen am 19. Mai 2024.