Hwarang

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Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 화랑
Chinesische Schriftzeichen: 花郞
Revidierte Romanisierung: Hwarang
McCune-Reischauer: Hwarang
Hwarang-Statue in einer koreanischen Mittelschule

Das koreanische Wort Hwarang (화랑 [hwaraŋ]) bedeutet wörtlich „Blumenknaben“ und setzt sich zusammen aus den Schriftzeichen '화' (花 hwa = Blume, Blüte) und '랑' (郞 rang = junger Mann). Die Hwarang waren eine Organisation, die zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert im koreanischen Staat Silla existierte.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Mal wurde das Wort Hwarang im Jahre 1145 in Kim Bu-siks Chronik der Drei Königreiche (삼국사기 [samk'uks'agi]) erwähnt. Volkstümlich wurden die Hwarang auch Hyangdo genannt - „Strahlende Jünger“.

Hwarang waren junge Männer, die während der Silla-Zeit die Führungsschicht stellen sollten und eine besondere Erziehung genossen. Zur Ausbildung gehörte auch Geschichte und Philosophie, die Rezitation von Gedichten, Instrumentalmusik und Gesang.[2]

Nach den Hwarang ist die 8. Hyeong des traditionellen Taekwondo benannt worden.

Die tatsächliche Rolle der Hwarang ist aufgrund der dünnen Quellenlage unter Historikern umstritten. Dazu schreibt Gu Hyosung in seiner Diplomarbeit „Aggression, Nationalismus und Kampfsport in Ostasien“:

„Nur einige Militärhistoriker und konservative nationalistische Wissenschaftler haben zugunsten des Nationalismus behauptet, daß Hwarang eine Militärorganisation der jungen Adligen gewesen sei. Die meisten Historiker vermuten jedoch, daß Hwarang eine religiöse Organisation gewesen ist, die eine vielfältige Körperkultur praktiziert hat, wovon Kampfkunst ein Bestandteil war. Leider ist nichts davon überliefert worden.“

Gu Hyosung[3]

Anmerkungen und Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hendrik Rubbeling: Taekkyon – Wie Wasser und Wind. Selbstverlag, Hamburg 2014, S. 71.
  2. Man vermutet, dass die musische Bildung der Hwarang mit der Entstehung der Gisaeng zusammenhängen könnte: darüber vgl. McCarthy, Kathleen Louise: Kisaeng, 79-83.
  3. Gu Hyosung (WS 1993/94): Aggression, Nationalismus und Kampfsport in Ostasien, S. 21. Diplomarbeit im Fachbereich Sportwissenschaft an der Universität Hamburg, Gutachter: Prof. Dr. Claus Tiedemann und Prof. Dr. Peter Weinberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • McCarthy, Kathleen Louise: Kisaeng. In the Koryo Period, Diss. Harvard, 1991 Michigan.