Ich Verdiene

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Nobiskrug Ich Verdiene[1]
Die Annemarie 1996 an der Eberhard-Werft in Arnis
Die Annemarie 1996 an der Eberhard-Werft in Arnis
Schiffsdaten
Bauwerft Nobiskrug GmbH
Bauzeitraum 1930 bis 1932
Gebaute Einheiten 10
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
30,99 m (Lüa)
Breite ca. 7,00 m
Seitenhöhe 2,98 m
Tiefgang max. ca. 2,60 m
Vermessung ca. 170-200 BRT
Maschinenanlage
Maschine 1 × Deutz-Dieselmotor und drei Masten mit Schonerbesegelung
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
150 PS (110 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
7 kn (13 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit ca. 240 tdw
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Der Frachtschiffstyp Ich Verdiene, auch Nobiskrüger, Nobiskruger oder Nobiskruger Nr. 1 genannt, war der erste in Deutschland entwickelte und auch in Serie gebaute Serien-Küstenschiffstyp.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nobiskrug-Werft in Rendsburg bot Anfang der 1930er Jahre einen Katalog mit Standardfrachtschiffstypen mit Preis und festen Lieferfristen an. Das Bauprogramm dieser Schiffstypen zielte auf eine besonders effiziente Bauweise und war nach zwei erfolgreichen Kümo-Neubauten im Jahr 1926 ein erfolgreicher Versuch, nach der vorangegangenen Weltwirtschaftskrise wieder Neubauaufträge zu erhalten. Der Typ „Ich Verdiene“ stellte sich als besonders erfolgreich heraus und wurde zwölfmal hergestellt. Mit dem Namen „Ich Verdiene“ sollte vermutlich die besondere Wirtschaftlichkeit des neuen Typs beworben werden. Diese hat sich zurückblickend als zutreffend herausgestellt, denn bis zumindest Anfang der 1990er Jahre fuhren nachweislich noch zwei, wenn auch vielfach umgebaute und vergrößerte, „Nobiskrüger“ als Frachtschiffe.

Die Kajama ex Wilfried

Die aus Stahl genieteten Motorschoner mit Spiegelheck waren Dreimaster mit Schonerbesegelung und einem weit achtern angeordneten Ruderhaus. Die Formgebung orientierte sich am pommerscher Yachtschoner. Als Antrieb diente zunächst ein Dieselmotor von etwa 150 Pferdestärken, im Laufe der Betriebsjahre erhielten die Schiffe aber später Neumotorisierungen mit größerer Leistung.

Mindestens drei Schiffe sind, trotz ihres inzwischen beträchtlichen Alters, bis heute erhalten geblieben.

  • Die Annemarie, welche in Rendsburg in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden soll,[2]
  • der Dreimastgaffelschoner Kajama ex Wilfried, der Tagesausflüge von Toronto, Kanada aus unternimmt,[3]
  • die niederländische Majorie ex Hartstocht,[4] ex Nobiskrug,[5] die heute als segelndes Hotelschiff dient.


Bauliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffe des Typs „Ich Verdiene“[6]
Baujahr Baunummer Reederei Bauname Verbleib
1928 300 Kpt. J. H. Ossenbrüggen, Haseldorf Bishorst 1938 "Falkenstein" Kpt. O. Fahje, Blankenese, 1946 "Falkenstein X2374", 1958 Kpt. K. Brünjes, Bremervörde, 1961 "MEHE" umbenannt, 1970 Abbruch.
1930 393 Kpt. J. Penns, Burg/Dithmarschen Annemarie Ende 1950er Jahre an Kapitän W. Kruse, Itzehoe, Ende 1980er Jahre aus der Fahrt, wird in Rendsburg restauriert
1930 394 Kpt. W. Schultz, Stade Valborg 1946 "Valborg X2524", 1953 W. & H. Schultz, Stade, 1965 Abbruch
1930 395 Kpt. F. W. Wilckens, Schulau Wilfried 1946 "Wilfried X2529", 1964 "Kajama", A. Köhler Asmussen, Egernsund, (DNK),1999 Kajama Great Lakes Schooner Co., Toronto (CAN), 2014 in Fahrt.
1930 398 Kpt. H. J. A. Knüppel, Finkenwerder Geheimrat Koenigs 1946 "Geheimrat Koenigs X2221", 1952 Kpt. H. H. Knüppel, 1955 "Heijo", Kpt. H. Schepers, Haren/Ems, 1962 "Donau-S", Kpt. E. Schlierf, Haren, 1969 gesunken.
1930 399 Kpt. J. H. Brunckhorst, Schulau Gertrud 1939 "Gertrud V1009" Kriegsmarine, 1946 "Gertrud X2222" J. H. Brunckhorst, Schulau, 1960 "Mojenhörn", Kpt. J. Kruse, Grünendeich, 1970 Abbruch in Dänemark
1930 400 Kapt. Stüwen Nobiskrug als Hartstocht in Fahrt
1931 402 Kapt. Jess Emil 1960 "Harald" Eigner Gustav Lührs, Wedel, ca. 1966 verschrottet
1931 403 Kapt. von Busch Bertha von Busch ?
1931 404 Kapt. Knüppel Ellen ?
1931 424 Kapt. Bettke Gerda II ?
1932 425 Kapt. E. D. Buhr Hertha Johanne ?

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ID=149494 (online nicht verfügbar) (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  2. Annemarie, Haus Wildfang.
  3. Kajama, Great Lakes Schooner Company.
  4. Hartstocht, Rederij Quo Vadis.
  5. Nobiskrug, ShipSpotting.com.
  6. Liste der Neubauten der Werft Nobiskrug (PDF-Datei; 77 kB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Nobiskruger“ - eine neue Kümoserie aus Rendsburg. In: Schiff & Hafen / Kommandobrücke. Vol. 30, Nr. 12, Dezember 1978, S. 112.
  • Mit MS „Nobiskrug“ auf großer Küstenfahrt. In: Verband Deutscher Reeder (Hrsg.): Kehrwieder. Nr. 3, September 1998, ISSN 0948-9002, S. 14–17.
  • Detlefsen, Gert Uwe: Nur noch zwei legendäre NOBISKRÜGER. In: Schiffahrt International. Vol. 41, Nr. 9. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford September 1990, S. 365.
  • Detlefsen, Gert Uwe: Vom Ewer zum Containerschiff. Die Entwicklung der deutschen Küstenmotorschiffe. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1983, ISBN 3-7822-0321-6.
  • Andreas Küstermann, Bericht in der Ostsee-Zeitung, Wochenendausgabe vom 13./14. September 2008

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]