Idiotes

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Idiotes (altgriechisch: ἰδιώτης; Plural: ἰδιῶται) war eine nicht wertende Bezeichnung für einen Privatmann und im militärischen Bereich für einen einfachen Soldaten.

Als Idiotes bezeichnete man in der griechischen Antike eine Person, die weder ein öffentliches Amt innehatte noch sich am politischen Leben beteiligte. Im militärischen Bereich wurde der Begriff zunächst von den griechischen Historikern genutzt und für Personen verwendet, die als einfache Soldaten keine Befehlsgewalt hatten. Später wurde der Begriff im ptolemäischen Ägypten offiziell genutzt und taucht in Mannschaftslisten der Armee als Begriff für die einfachen Soldaten auf. Aus dem Begriff bildete sich später das moderne Wort Idiot, das anders als der Originalbegriff negativ besetzt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leonhard Burckhardt: Idiotes. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 5, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01475-4, Sp. 893. (online bei Brill Online)
  • Matthew Landauer: The "Idiōtēs" and the Tyrant: Two Faces of Unaccountability in Democratic Athens. In: Political Theory. Band 42, Nr. 2, 2014, S. 139–166.
  • Lene Rubinstein: The Athenian Political Perception of the idiotes. In: Paul Cartledge, Paul Millett, Sitta von Reden (Hrsg.): Kosmos. Essays in Order, Conflict and Community in Classical Athens. Cambridge University press, Cambridge 1998, ISBN 0-521-57081-6, S. 125–143.
  • Marie Simon: Idiot von ἰδιώτης. In: Elisabeth Charlotte Welskopf (Hrsg.): Das Fortleben altgriechischer sozialer Typenbegriffe in der deutschen Sprache. Akademie, Berlin 1981 (= Soziale Typenbegriffe im alten Griechenland und ihr Fortleben in den Sprachen der Welt. Band 5), S. 291–306.