Immisitzung

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Szene aus der Immisitzung 2014.

Die Immisitzung ist eine Sitzung im Kölner Karneval im Stil einer kabarettistischen Nummernrevue. Das rund dreistündige Programm geht satirisch dem gesellschaftlichen Treiben und dem Karneval aus Sicht der Zugezogenen auf den Grund. Selbst erklärtes Ziel der Veranstaltung ist die Förderung der Integration von Migranten in den Kölner Karneval.[1][2] Das Motto der Immisitzung lautet: „Jede Jeck is von woanders.“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Immisitzung wurde in der Karnevalssession 2010 von einem Kollektiv von Schauspielern, Musikern und Produzenten gegründet mit dem Ziel, eine Karnevalssitzung mit vielfältigem kulturellen Hintergrund zu veranstalten.

Die Bezeichnung Imi steht im Kölner Volksmund für Menschen, die nicht in Köln geboren wurden, also Kölner nur imitieren. Das zweite M in „Immisitzung“ bezieht sich auf „Immigranten“. Im Ensemble wie auch im Publikum der Immisitzung sind Imis aus Oberfranken genauso vertreten wie Immigranten aus der Türkei und anderswo.[3]

Im Jahr 2014 wurde die Sitzung an 19 Terminen im Kölner Bürgerhaus Stollwerck vor rund 6000 Zuschauern aufgeführt[4] und ausschnittsweise in den Radiosendern Funkhaus Europa und WDR 5[5] übertragen.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept der Immisitzung ist eine revueartige Abfolge von Sketchen, Songs, Tanzchoreographien und Moderationen.

Anders als bei klassischen Karnevalssitzungen gibt es bei der Immisitzung keinen Elferrat, keine Büttenredner und keine Gastauftritte von Künstlern. Die Revue hat vielmehr ein eigenes Ensemble aus Schauspielern, Sängern, Musikern, Puppenspielern und Tänzern.[6]

Die Sketche beschäftigen sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen, die öfter auch den Alltag von Nicht-Deutschen und Nicht-Kölnern in Köln aufgreifen.[7]

Fester Bestandteil der Karnevalssitzung sind auch eigenkomponierte Songs und umgetextete Cover-Versionen bekannter Lieder, die manchmal auch Teil der Theaterszenen der Show sind. Dabei greifen die Musiker und Sänger musikalische Einflüsse aus verschiedenen Ländern auf.

Zwischen den Sketchen und Songs kommentieren zwei Puppen, die die Geister verstorbener Kölner Dombaumeister darstellen – einer Deutscher, einer Franzose – sowohl das Geschehen auf der Bühne als auch gesellschaftliche Ereignisse.[8]

Die Schauspieler sprechen deutsch, nehmen aber in Sketchen oft Bezug zu ihren Muttersprachen. Einige Dialoge werden auch im kölschen Dialekt gesprochen.

Ensemble[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Immisitzung wird von einem Ensemble von rund 20 Schauspielern, Sängern, Musikern, Tänzern und Puppenspielern aufgeführt, die aus acht verschiedenen Ländern stammen. Regie der Immisitzung führte 2010 und 2011 die Kölner Regisseurin und Schauspielerin Selda Akhan, seit 2012 der Kölner Choreograph und Regisseur Joschi Vogel.[9] Die Schauspielerin Myriam Chebabi moderiert die Sitzung im Jahr 2014; bis 2013 war die Schauspielerin Katja Solange Wiesner Sitzungspräsidentin.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölner Immigranten-Karneval als Integrationshilfe (Memento vom 14. April 2011 im Internet Archive). Bericht auf WDR 3 vom 3. März 2011.
  2. Die Immisitzung. Selbstdarstellung auf der Website des Veranstalters. Abgerufen am 20. März 2011.
  3. Jeder Jeck ist von woanders. Ankündigung zur hier und heute-Reportage über die Immisitzung im WDR-Fernsehen, abgerufen am 20. März 2011.
  4. Pressemitteilung 2014 (PDF-Datei; 102 kB). Pressemitteilung der Immisitzung, abgerufen am 2. März 2014.
  5. Die Immisitzung. Ankündigung bei Funkhaus Europa, abgerufen am 3. März 2014.
  6. Karneval mit Multi-Kulti-Anstrich. Dpa-Meldung auf infranken.de vom 27. Februar 2011.
  7. Wenn Mullahs bei den Immis singen. Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger vom 18. Februar 2011.
  8. Immisitzung: Ritterbach macht Podolski zum Festkomitee-Präsidenten. Bericht auf dem Karnevalsportal jeckenklaaf.de vom 17. Februar 2011.
  9. http://www.report-k.de/content/view/47243/ Bericht auf dem Portal Report-K vom 9. Dezember 2011
  10. Immi-Mymmi und die Lack-Fööss. Interview im Kölner Stadt-Anzeiger, abgerufen am 19. Januar 2014.