Ingrid Thurnher

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Ingrid Thurnher (2008)

Ingrid Thurnher (* 6. Juli 1962 in Bludenz, Vorarlberg) ist eine österreichische Fernsehmoderatorin und Journalistin. Seit 2017 ist sie Chefredakteurin von ORF III.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingrid Thurnher übersiedelte im Alter von 9 Jahren mit ihren Eltern von Vorarlberg nach Wien.[1]

Nach dem Schulabschluss studierte sie einige Semester Publizistik und Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und besuchte dann das Franz-Schubert-Konservatorium. 1985 kam sie nach einem erfolgreich absolvierten Sprechertest zum ORF.  Berufsbegleitend absolvierte Thurnher ein Business-MBA-Programm.[2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn arbeitete Ingrid Thurnher als TV-Ansagerin und war von 1986 bis 1991 im Landesstudio Niederösterreich als Redakteurin im Aktuellen Dienst tätig. Sie moderierte „Land und Leute“, „Österreich-Bild“, „Österreich heute“ und „Niederösterreich heute“.

1991 wechselte Thurnher als Innenpolitikredakteurin zum ORF-Hörfunk (Mittagsjournal) und war dort bis 1994 beschäftigt.

Ab 1995 war Ingrid Thurnher viele Jahre gemeinsam mit anderen Fernsehjournalisten (Robert Hochner, Armin Wolf) das „Gesicht“ der Abendnachrichten des ORF (ZiB 2).

Legendär wurde ihr Interview vom 21. August 1997 mit dem Komiker Otto Waalkes, der sie während des Interviews „Frau Turnschuh“ nannte, sie umarmte und schließlich unter das Moderatorenpult kroch.  [3]

Am 4. April 2007 endete ihre Beschäftigung als ZiB-2-Moderatorin. Zum Start einer ORF-Programmreform wechselte sie am 10. April 2007 in die Zeit im Bild um 19:30 Uhr (ZiB 1), die sie gemeinsam mit Gerald Groß bis zum 9. März 2008 moderierte.

Von 2008 bis 2016 war Ingrid Thurnher Hauptmoderatorin der ORF-Diskussionssendungen zur Tagespolitik „Im Zentrum“ und „Runder Tisch“.

Ingrid Thurnher moderierte im Rahmen der ORF-Berichterstattung im Vorfeld der Nationalratswahlen 2006, 2008 und 2013 die Wahlduelle der Spitzenkandidaten der antretenden Parteien. Anlässlich der Nationalratswahl 2013 und der Bundespräsidentenwahl 2016 leitete sie auch die ORF-TV-Konfrontationen mit den TV-Duellen. Während der Bildungskarenz von Armin Wolf präsentierte Ingrid Thurnher von Ende September 2009 bis Juni 2010 wieder die ZIB 2. Von 2009 bis 2011 fungierte sie auch als Gastgeberin der ORF-„Sommergespräche“.[4]

Seit Jänner 2017 ist Ingrid Thurnher Chefredakteurin des Info- und Kulturspartensenders ORF III und diskutiert wöchentlich jeweils am Donnerstag mit Politikern und Experten über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt oder Politik.[5] Vom ORF-Stiftungsrat wurde sie am 16. September 2021 auf Vorschlag von Roland Weißmann als Nachfolgerin von Monika Eigensperger zur Radiodirektorin des ORF ab Jänner 2022 bestellt.[6]

2003 spielte sie im Film Brüder II mit.

Mediale Debatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von zahlreichen Hasskommentaren, sexistischen Beschimpfungen, Vergewaltigungs- und Morddrohungen im Internet, ergriff Ingrid Thurnher 2016 gemeinsam mit Corinna Milborn von Puls 4, Hanna Herbst von Vice und der freien Journalistin Barbara Kaufmann die Initiative gegen Frauenhass und sexualisierte Gewalt im Internet. Durch die Aktion lösten die vier renommierten österreichischen Journalistinnen eine Welle der Solidarität aus. Tausende Menschen schlossen sich unter den Hashtags #solidaritystorm, #aufstehn und #unsreichts via Twitter, Facebook und Co der Kampagne an.[7]

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingrid Thurnher ist mit dem Finanzmanager Andreas Grünbichler verheiratet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Moderation der ORF-Informationssendungen erhielt sie 1999, 2001, 2003, 2004, 2006, 2008 und 2009 als „beliebteste Moderatorin“ die Goldene Romy.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ingrid Thurnher – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Person. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  2. Ingrid Thurnher. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  3. „Jetzt bin ich gefeuert“. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  4. Ingrid Thurnher. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  5. 60 Minuten Politik - ORF III. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  6. ORF-Direktorium: Weißmann präsentiert sein Team. In: ORF.at. 16. September 2021, abgerufen am 19. September 2021.
  7. derStandard.at. Abgerufen am 7. Juli 2019 (österreichisches Deutsch).