IOE-Ventilsteuerung

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V-Motor mit IOE-Ventilanordnung
Seitenansicht eines NSU-Sackzylinders mit eingebautem Auslass- und ausgebautem Einlassventil

Inlet over Exhaust (IOE, englisch für „Einlass über Auslass“) ist eine Art der Ventilsteuerung bei Verbrennungsmotoren.[1]

Technik und Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu Schnüffelventil-Motoren, bei denen nur das Auslassventil gesteuert wurde, werden beim IOE-Motor beide Ventile von einer untenliegenden Nockenwelle gesteuert. Das Einlassventil hängt in Zylinderkopf, öffnet nach unten und wird über Stößel, Stoßstange und Kipphebel betätigt, das Auslassventil steht neben dem Zylinder, öffnet nach oben und wird direkt von der Nockenwelle bewegt.[2]

Diese Mischform aus seiten- und kopfgesteuertem Motor wird auch „gegengesteuert“ oder „wechselgesteuert“ genannt. Motoren mit hängenden Ventilen werden als „obengesteuert“ bezeichnet.[3] Moderne Motoren haben und fast immer eine obenliegende Nockenwelle.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Anfangszeit der Kraftfahrzeuge war IOE eine gebräuchliche Bauart der Ventilanordnung. Hersteller von IOE-Motorrad-Motoren waren z.B. MAG, FN, Harley-Davidson (1911–1929), Indian Four, Moto Guzzi Einzylinder, Nimbus, NSU. Wegen des ungünstig geformten Brennraums und der beschränkten Verdichtung werden IOE-Motoren heute nicht mehr hergestellt. Der zu diesen Motoren oft verbaute Sackzylinder hat den Vorteil, keine Zylinderkopfdichtung zu erfordern, hat aber Nachteile eines produktionstechnisch komplexen Gussteils und einer zerklüfteten und verbrauchsungünstigen Brennraumform.

Die britischen Automobilhersteller Rolls-Royce (Silver Dawn, Silver Wraith, Silver Cloud) und Rover (P3, P4, P5) verwendeten IOE-Motoren noch bis Mitte der 1960er Jahre.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Gerigk, Detlev Bruhn, Dietmar Danner: Kraftfahrzeugtechnik. 3. Auflage, Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 2000, ISBN 3-14-221500-X.
  • Richard van Basshuysen, Fred Schäfer: Handbuch Verbrennungsmotor Grundlagen, Komponenten, Systeme, Perspektiven. 3. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden, 2005, ISBN 3-528-23933-6.
  • Hans Jörg Leyhausen: Die Meisterprüfung im Kfz-Handwerk Teil 1. 12 Auflage, Vogel Buchverlag, Würzburg, 1991, ISBN 3-8023-0857-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Knittel: Motorrad Lexikon, BLV Verlag, 1981, ISBN 3-405-12226-0, S. 72.
  2. Thomas Trapp: Motorrad Oldtimer Katalog. Heel Verlag, 2003, ISBN 3-89880-099-7, S. 12.
  3. Stefan Knittel: Motorrad Lexikon, BLV Verlag, 1981, ISBN 3-405-12226-0, S. 117.