Ins Gras beißen

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Ins Gras beißen ist eine feststehende Redewendung und eine saloppe Umschreibung für „sterben“. Gebraucht wird sie besonders mit Bezug auf Soldaten, welche in einer Schlacht ihr Leben verlieren.[1]

Im Englischen sagt man dazu „to bite the dust“ und französisch heißt es „mordre la poussière“, was beides in den Staub beißen bedeutet.

Die Vorstellung, dass sterbende Krieger in die Erde beißen, ist bereits seit der Antike belegt,[2] so in der Ilias (2, 418)[3] und in der Aeneis (11, 418; 11, 668f.).[4]

Die Wendung ins Gras beißen tritt in deutscher Sprache im 17. Jahrhundert in der Bedeutung „(im Kampf) sterben“ auf.[5] Schottel nennt sie 1663 eine „jedem bekante gebräuchliche Redart“.[6]

Adelung vermutete zudem im Verb „beißen“ der Redewendung ein mittelhochdeutsches „baißen“ mit der Bedeutung „vom Pferd absteigen“.[7]

Der US-amerikanische Kriegsfilm Hell Is for Heroes aus dem Jahr 1962 lief unter dem deutschen Verleihtitel Die ins Gras beißen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: ins Gras beißen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Samuel Johann Ernst Stosch: Kleine Beiträge zur nähern Kenntniß der Deutschen Sprache, Band 2, Berlin 1780, S. 79ff.
  2. Duden 11, 1992, S. 273.
  3. Ilias (2, 418): „Vorwärts liegend im Staub, mit Geknirsch in die Erde gebissen!“ online
  4. Aeneis (11, 668f.): „Ströme von Blut ausspeiend, entstürzt' er und beißt in den nassen Boden und wälzt sich sterbend herum auf der eigenen Wunde.“ online
  5. Johannes Bilger: Veredicus Germanus, der Teutsche Warsager, o. O. 1630, S. 50: „weil Oberntraut / die Edle Haut / etc. ... ins Graß gebissen.“ online
  6. Justus Georg Schottel: Ausführliche Arbeit von der teutschen Haubt Sprache, Braunschweig 1663, Lib. 5, S. 1225
  7. Johann Christoph Adelung: Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuches der hochdeutschen Mundart, Bd. 1, Teil 1, A–E, Leipzig 1774, Sp. 737