Runit (Insel)

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Runit
Landsat-Bild des Atolls Eniwetok
Landsat-Bild des Atolls Eniwetok
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Ralik-Kette, Marshallinseln
Geographische Lage 11° 32′ 42″ N, 162° 21′ 11″ OKoordinaten: 11° 32′ 42″ N, 162° 21′ 11″ O
Runit (Insel) (Marshallinseln)
Runit (Insel)
Länge 3,1 km
Breite 263 m
Fläche 43,6 ha
Einwohner unbewohnt
Karte des Atolls Eniwetok, mit Runit etwa mittig auf dem Nordostteil
Karte des Atolls Eniwetok, mit Runit etwa mittig auf dem Nordostteil

Die Insel Runit ist eine von etwa 40 Inseln im Osten des Atolls Eniwetok in der Ralik-Kette der Marshallinseln.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Runit liegt etwa mittig am nordöstlichen Riffkranz des Atolls. Die Insel ist 3100 Meter lang und bis zu 263 Meter breit. Die Flächenausdehnung beträgt rund 46,3 Hektar.

530 Meter von der Nordwestspitze der Insel entfernt befindet sich in einem ehemaligen Krater eines Kernwaffentests aus dem Jahre 1958 ein Atommülllager, der Runit Dome mit einem Durchmesser von 120 Metern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Operation Redwing fanden Kernwaffentests statt. Vom Lacrosse-Test am 4. Mai 1956 stammt ein Krater im Norden der Insel.[1] Der Krater befindet sich östlich der Nordspitze der Insel.

Am 5. Mai 1958 erfolgte hier ein Kernwaffentest im Rahmen der Operation Hardtack I: die Cactus-Explosion (18 kT). Es entstand ein Krater mit einem Durchmesser von über 100 m.

Insgesamt werden 14 Kernwaffentests auf Runit gezählt.[2]

In den Jahren 1977 bis 1980 wurde der Cactus-Krater mit 101.498 Kubikmetern (teils plutoniumhaltigen) radioaktiven Bodens von den anderen Inseln des Atolls aufgefüllt. Es wurde eine Kuppel aus Portlandzement errichtet, um das radioaktive Material abzudecken. Die Kosten der Aktion betrugen 239 Millionen US-Dollar.[3]

Laut einer Studie aus dem Jahre 2012 tritt radioaktives Material aus.[4] Ferner ist zu befürchten, dass die Kuppel in einem Taifun beschädigt werden könnte.[5]

Ein Anstieg des Meeresspiegels könnte das Gelände fluten.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.underwaterkwaj.com/enew/runit.htm
  2. Jan Hendrik Hinzel, Kim Wall, Coleen Jose: Dom des Todes. Süddeutsche Zeitung, 3. Juli 2015, abgerufen am 13. November 2019.
  3. http://www.utaot.com/2013/01/25/the-nuclear-trash-can-of-the-pacific-on-enewetak-atoll
  4. http://www.researchgate.net/publication/264812066_Radioactive_waste_buried_beneath_Runit_Dome_on_Enewetak_Atoll_Marshall_Islands
  5. https://www.theguardian.com/world/2015/jul/03/runit-dome-pacific-radioactive-waste
  6. Susanne Rust: How the U.S. betrayed the Marshall Islands, kindling the next nuclear disaster. Los Angeles Times, 10. November 2019, abgerufen am 12. November 2019 (englisch).