Eniwetok

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Eniwetok
Karte des Atolls
Karte des Atolls
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Marshallinseln
Geographische Lage 11° 30′ N, 162° 14′ O11.5162.23333333333Koordinaten: 11° 30′ N, 162° 14′ O
Eniwetok (Marshallinseln)
Eniwetok
Anzahl der Inseln >40
Hauptinsel Eniwetok
Länge 37 km
Landfläche 5,85 km²
Lagunenfläche 1004,89 km²
Einwohner 167 (2003)

Eniwetok ist ein Atoll im Pazifischen Ozean, das zu den Marshallinseln gehört. Es besteht aus mehr als 40 kleinen Inseln und liegt rund 525 km nordwestlich von Kwajalein, rund 1.020 km südwestlich von Wake und rund 4400 km südwestlich von Honolulu. Auf Kwajalein und auf Eniwetok sind LORAN-Funkfeuer installiert. In den Jahren 1977 bis 1980 wurde auf der Insel Runit ein Atommüll-Lager errichtet.

Die Landmasse aller zugehörigen Inseln umfasst 5,85 km². Die umschlossene Lagune ist 1.004,89 km² groß und etwa 37 km im Durchmesser. Früher lebten ca. 1000 Bewohner auf den Inseln. Die größten Inseln sind Eniwetok (11° 20′ 33″ N, 162° 19′ 50″ O11.342545162.3305258), Engebi (auch Arthur genannt, 11° 39′ 47″ N, 162° 14′ 22″ O11.663038162.239485), Parry (11° 24′ 4″ N, 162° 22′ 14″ O11.401031162.370548), Muty (11° 25′ 28″ N, 162° 22′ 59″ O11.424378162.38308) und Igurin (11° 21′ N, 162° 14′ O11.34297162.225323).

Pazifikkrieg[Bearbeiten]

Eroberung durch die USA 1944

Während des Pazifikkriegs bauten die Japaner im November 1942 einen Militärflugplatz auf Eniwetok, um von hier aus die Karolinen- und Marshallinseln kontrollieren zu können. Am 19. Februar 1944 eroberten die Amerikaner die Insel in ihrer Operation Catchpole. Das komplette Atoll war am 23. Februar unter ihrer Kontrolle. Auf Eniwetok verloren 34 amerikanische Soldaten ihr Leben, 94 wurden verwundet und drei sind bis heute vermisst. Auf Seite der japanischen Armee fielen 700 Soldaten und 25 kamen in amerikanische Gefangenschaft.

Kernwaffentests[Bearbeiten]

Video von drei Atomwaffentests

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörten die Inseln zum Treuhandgebiet Pazifische Inseln. Zudem beschloss die UNO, dass der Gebrauch von Gebieten der Marshallinseln für die Sicherheitsbedürfnisse der USA keinerlei Beschränkungen unterliegt. Die Inseln wurden von den USA als Gebiet für Atomwaffentests ausgewählt. Die Bewohner wurden vor Beginn der Versuche evakuiert. Besonders stark wurde Eniwetok am 31. Oktober 1952 in Mitleidenschaft gezogen, als die USA dort ihre erste Wasserstoffbombe Ivy Mike mit einer Sprengkraft von 10 Megatonnen testeten. Weitere 43 Kernwaffenexplosionen folgten, so dass die Inseln stark radioaktiv verstrahlt wurden. Während der Atombombentests waren rund 11.000 US-Techniker, Wissenschaftler und Militärs auf Eniwetok stationiert. Zur Untersuchung der Explosionswolken der Bombentests wurden 1957/58 auch einige Raketen (überwiegend von Rockoons) gestartet.[1]

Übersicht der wichtigsten Tests[Bearbeiten]

Operation Sandstone[Bearbeiten]

Sandstone Event X-Ray Detonation am 14. April 1948
Bombe Datum Ort Sprengkraft
X-Ray 14. April 1948 (GMT) 18:17 Engebi Insel 37 kT
Yoke 30. April 1948 (GMT) 18:09 Aomon Insel 49 kT
Zebra 14. Mai 1948 (GMT) 18:04 Runit Insel 18 kT

Operation Greenhouse[Bearbeiten]

Greenhouse-George 20 ms nach der Zündung
Bombe Datum Ort Sprengkraft
Dog 7. April 1951 (GMT) 18:34 Runit Insel 81 kT
Easy 20. April 1951 (GMT) 18:26 Enjebi Insel 47 kT
George 8. Mai 1951 (GMT) 21:30 Eberiru Insel 225 kT
Item 24. Mai 1951 (GMT) 18:17 Enjebi Insel 45,5 kT

Operation Ivy[Bearbeiten]

Ivy Mike (Eniwetok-Atoll – 31. Oktober 1952)
Ivy-King, Luftaufnahme des Atompilzes
Bombe Datum Ort Sprengkraft
Mike 31. Oktober 1952 (GMT) 19:14:59.4 Elugelab Insel 10,4 MT
King 15. November 1952 (GMT) 23:30 Runit Insel 500 kT

Operation Redwing[Bearbeiten]

Redwing-Seminole kurz nach der Zündung
Redwing-Seminole – Fallout
Bombe Datum Ort Sprengkraft
Lacrosse 4. Mai 1956 (GMT) 18:25 Runit Insel 40 kT
Yuma 27. Mai 1956 (GMT) 19:56 Aomon Insel 0,19 kT
Erie 30. Mai 1956 (GMT) 18:15 Runit Insel 14,9 kT
Seminole 6. Juni 1956 (GMT) 00:55 Bogon Insel 13,7 kT
Blackfoot 11. Juni 1956 (GMT) 18:26 Runit Insel 8 kT
Kickapoo 13. Juni 1956 (GMT) 23:26 Aomon Insel 1,49 kT
Osage 16. Juni 1956 (GMT) 01:14 Runit Insel 1,7 kT
Inca 21. Juni 1956 (GMT) 21:26 Rujoru Insel 15,2 kT
Mohawk 2. Juli 1956 (GMT) 18:06 Eberiru Insel 360 kT
Apache 8. Juli 1956 (GMT) 18:06 Krater von Ivy Mike 1,85 MT
Huron 21. Juli 1956 (GMT) 18:12 Off Flora Insel 250 kT

Operation Hardtack I[Bearbeiten]

Hardtack-Umbrella, Unterwasserzündung
Bombe Datum Ort Sprengkraft
Yucca 28. April 1958 (GMT) 18:15 157 km NO von Eniwetok-Atoll 1,7 kT
Cactus 5. Mai 1958 (GMT) 18:15 Runit Insel 18 kT
Fir 11. Mai 1958 (GMT) 17:50 Eniwetok-Atoll 1360 kT
Butternut 11. Mai 1958 (GMT) 18:15 Eniwetok-Atoll 81 kT
Koa 12. Mai 1958 (GMT) 18:30 Eniwetok-Atoll 1370 kT
Wahoo 16. Mai 1958 (GMT) 01:30 Eniwetok-Atoll 9 kT
Holly 20. Mai 1958 (GMT) 18:30 Eniwetok-Atoll 5,9 kT
Yellowwood 26. Mai 1958 (GMT) 02:00 Eniwetok Lagune 330 kT
Magnolia 26. Mai 1958 (GMT) 18:00 Eniwetok-Atoll 57 kT
Tobacco 30. Mai 1958 (GMT) 02:50 Eniwetok-Atoll 11,6 kT
Rose 2. Juni 1958 (GMT) 18:45 Eniwetok-Atoll 15 kT
Umbrella 8. Juni 1958 (GMT) 23:15 Eniwetok Lagune 8 kT
Walnut 14. Juni 1958 (GMT) 18:30 Eniwetok-Atoll 1,45 kT
Linden 18. Juni 1958 (GMT) 03:00 Eniwetok-Atoll 11 kT
Elder 27. Juni 1958 (GMT) 18:30 Eniwetok-Atoll 880 kT
Oak 28. Juni 1958 (GMT) 19:30 Eniwetok Lagune 8,9 MT
Sequoia 1. Juli 1958 (GMT) 18:30 Eniwetok-Atoll 5,2 kT
Dogwood 5. Juli 1958 (GMT) 18:30 Eniwetok-Atoll 397 kT
Scaevola 14. Juli 1958 (GMT) 04:00 Eniwetok-Atoll 0 kT
Pisonia 17. Juli 1958 (GMT) 23:00 Eniwetok-Atoll 255 kT
Olive 22. Juli 1958 (GMT) 18:15 Eniwetok-Atoll 202 kT
Pine 26. Juli 1958 (GMT) 20:30 Eniwetok-Atoll 2000 kT
Quince 6. August 1958 (GMT) 02:15 Eniwetok-Atoll 0 kT
Fig 18. August 1958 (GMT) 04:00 Eniwetok-Atoll 0,02 kT

Eniwetok heute[Bearbeiten]

Luftaufnahme des zubetonierten Kraters auf der Insel Runit

In den Jahren 1977 bis 1980 wurden drei Inseln vom übrig gebliebenen Atommüll gesäubert. Die verseuchte Erde wurde großflächig abgetragen und zusammen mit dem eingesammelten Müll mit Portlandzement vermischt und anschließend in einen Explosionskrater geschüttet. Der Krater entstand am 5. Mai 1958 bei der Cactus-Explosion auf der Insel Runit. Der Durchmesser des Kraters beträgt 107 Meter. Der Krater wurde anschließend zubetoniert, die Kosten beliefen sich auf 239 Millionen US-Dollar.[2] Bis heute ist noch ionisierende Strahlung zu messen, die hauptsächlich durch Plutonium verursacht wird. Runit ist Sperrzone und wird wegen der langen Lebenszeit der radioaktiven Spaltprodukte (Halbwertszeiten von bis zu 24.000 Jahren) nach menschlichem Ermessen dauerhaft unbewohnt bleiben müssen. Die südlichen und westlichen Inseln wurden von den USA für bewohnbar erklärt und die Menschen durften dorthin zurückkehren.

Alternative Namen, die auf Karten zu finden sind, lauten:

  • Arthur Insel
  • Brown Gruppe
  • Brown Inseln
  • Brown’s Range
  • Enüwetok
  • Enywetok
  • Parry Insel

Codenamen der US-Marine während des Pazifikkriegs, beziehungsweise der Atomtestzeit:

  • Begrudge für das ganze Eniwetok-Atoll
  • Downside für Eniwetok
  • Fragile für die Engebi-Insel
  • Heartstrings für die Parry-Insel
  • Outgeneral für die Engebi-Insel
  • Overbuild für die Parry-Insel
  • Privilege für Eniwetok

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eniwetok – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.astronautix.com/sites/eniwetok.htm
  2. http://www.utaot.com/2013/01/25/the-nuclear-trash-can-of-the-pacific-on-enewetak-atoll