Institut für Transurane

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Das Institut für Transurane (JRC-ITU) (englische Version des Namens: Joint Research Centre – Institute for Transuranium Elements, JRC-ITU) war eines von sieben Forschungsinstituten der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission.

Das JRC der Europäischen Kommission hat seit dem 1. Juli 2016 eine neue Struktur[1]. Durch diese Umstrukturierung sind alle Forschungsaktivitäten im nuklearen Bereich in einer Multistandortdirektion, "Direktion für Nukleare Sicherheit und Sicherung", zusammengefasst worden und das Institut für Transurane (ITU) wurde in „JRC Standort Karlsruhe“[2] umbenannt. Der Standort befindet sich auf dem Gelände des "Karlsruher Institut für Technologie" (KIT) Campus Nord.

Als Referenz-Zentrum für Forschung und Technologie unterstützt sie die politischen Entscheidungen der Europäischen Union. Das JRC-ITU mit ungefähr 370 Mitarbeitern befindet sich in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe (Deutschland). Es ist spezialisiert auf die Gebiete Nukleare Sicherheit und Sicherung und verfügt über zum Teil weltweit einzigartige experimentelle Einrichtungen. Das Institut hat 50 Jahre Erfahrung im Bereich nuklearer Forschung. Das JRC-ITU befindet sich auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie, des ehemaligen (Kern-)Forschungszentrums Karlsruhe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründungsverträge wurden am 5. Februar 1957 unterzeichnet. Der Grundstein für das damals noch „Plutonium-Institut“ benannte Projekt wurde kurz danach gelegt. Ende 1957 erfolgte die Namensänderung in „Institut für Transurane“.

Im Juli 1958 beschloss die EURATOM-Behörde, sich am Projekt zu beteiligen, was bei der deutschen Bundesregierung nicht nur auf Zustimmung stieß.

Am 10. Februar 1965 wurde die erste Plutoniumprobe in einen der Handschuhkästen im sogenannten Flügel A eingeführt. Bereits 1966/67 wurde in großem Maßstab 239Pu verarbeitet, so wurden 2100 Brennstäbe für die französische Atom-Anlage Cadarache gefertigt.

Aus dieser Zeit datiert auch die ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erteilte atomrechtliche Genehmigung Nr. K/30/65 mit ihren Nachträgen in der Fassung der Änderungsgenehmigung vom 19. September 1984, sowie die Genehmigung S 1/97 vom 23. Oktober 1997 zur Bearbeitung, Verarbeitung und sonstigen Verwendung von Kernbrennstoffen und dem Umgang mit sonstigen radioaktiven Stoffen. Sie erlauben maximale Mengen von 180 kg Plutonium, 50 kg 235U und weiterem radioaktivem Material [3].

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe des JRC-ITU ist die Bereitstellung der wissenschaftlichen Grundlagen für den Schutz des europäischen Bürgers vor den mit der Handhabung und Lagerung hochradioaktiver Materialien verbundenen Gefahren. Das JRC-ITU trägt als Referenzzentrum für Actinoidenforschung zu einem effizienten Sicherheits- und Überwachungssystem für den nuklearen Brennstoffkreislauf bei und erforscht technologische und medizinische Anwendungen von Radionukliden/Actinoiden. Das JRC-ITU arbeitet sehr eng, in der EU und darüber hinaus, mit nationalen und internationalen Gremien auf dem nuklearen Gebiet zusammen. Es spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der EU-Politik im Bereich der nuklearen Abfallbehandlung und der Sicherheit kerntechnischer Anlagen, sondern es leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterial und arbeitet an der Entwicklung und Anwendung moderner Instrumente zum Aufdecken verborgener nuklearer Aktivitäten. Eine weitere Schlüsselrolle liegt in der Studie und Produktion von Radionukliden, die in der Krebsbehandlung verwendet werden. [4]

Innerhalb des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms stellt die EU ein Budget von 30 Mio. Euro für die Erweiterung und Umorganisation des JRC-ITU zur Verfügung.[5]

Das JRC-ITU unterstützt die Internationale Atomenergieorganisation mit Messtechnik. So wurden in den 1990er Jahren rund 30 Fälle von Kernmaterialschmuggel aufgedeckt.[6]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Organisation - European Commission. Abgerufen am 3. April 2017 (englisch).
  2. The JRC in Karlsruhe (Germany) - European Commission. Abgerufen am 3. April 2017 (englisch).
  3. http://karlsruhe.bund.net/themen_und_projekte/klima_energie/atomenergie/institut_fuer_transurane/
  4. http://itu.jrc.ec.europa.eu/index.php?id=20
  5. http://www.karlsruhe.de/stadt/aktuell/nachrichten/transurane.de
  6. Cyrus Paques: Atompolizei im weißen Kittel, in research eu, Magazin des Europäischen Forschungsraums, Nr. 52, Juni 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]