Jüdischer Militärverband

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Abzeichen der ZZW

Der Jüdische Militärverband (pl. Żydowski Związek Wojskowy, kurz ŻZW) war eine Widerstandsorganisation im Warschauer Ghetto. Sie wurde im November 1939 gegründet.

Der ŻZW bestand vor allem aus rechten Zionisten und einer Gruppe ehemaliger Angehöriger der Polnischen Armee, die bereits im September 1939 gegen die Deutschen gekämpft hatten. Der ŻZW war unabhängig von der politisch linksorientierten Jüdischen Kampforganisation (ŻOB) organisiert. Die Anzahl der Mitglieder wird auf 200 bis 250 geschätzt, die aufgrund vergleichsweise guter Kontakte zum polnischen Untergrund wesentlich besser bewaffnet waren, als etwa die Kämpfer der ŻOB. Beim Aufstand im Warschauer Ghetto kämpften sie mit der ŻOB gegen die deutschen Besatzer. Nachdem die meisten Mitglieder getötet worden waren, flohen die Überlebenden Anfang Mai 1943 aus dem Ghetto.[1]

In den vergangenen Jahren hat ein israelisch-polnisches Forscherteam (Dariusz Libionka und Laurence Weinbaum)[2] die Wahrhaftigkeit der Erinnerungen und einiger Aussagen zum Thema Jüdischer Militärverband von Henryk Iwański, Kalman Mendelson, Tadeusz Bednarczyk[3], Jack Eisner[4], David J. Landau[5], Maurice Shainberg[6], Joseph Greenblatt und weiteren Personen für fragwürdig erklärt. Auch werfen die beiden Historiker die Frage auf, ob Dawid Moryc Apfelbaum nicht eine fiktive Figur war und der „Kontaktring“, das markanteste Relikt des ŻZW (welches in Yad Vashem ausgestellt ist), nicht eine Fälschung darstellt.[7] Damit stellen die beiden die Richtigkeit der Literatur über den Aufstand, wie sie v.a. durch Marian Apfelbaum[8], Maciej Kledzik[9] und Moshe Arens[10] geprägt wurde, generell in Frage.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Shoah Resource Center, Jewish Military Union, Warsaw online PDF
  2. Dariusz Libionka und Laurence Weinbaum: Bohaterowie, hochsztaplerzy, opisywacze - Wokół Żydowskiego Związku Wojskowego. Stowarzyszenie Centrum Badań nad Zagładą Żydów, Warschau 2011
  3. Tadeusz Bednarczyk: Obowiązek silniejszy od śmierci: wspomnienia z lat 1939-1944 o polskiej pomocy dla Żydów w Warszawie, Wyd. Grunwald, Warschau 1986.
  4. Jack Eisner: The Survivor. Wiliiam Morrow, New York 1982
  5. David J. Landau: Caged: A Story of Jewish Resistance. Pan Macmillan Australia, Melbourne 2000
  6. Maurice Shainberg: Breaking from the KGB: Warsaw Ghetto Fighter...Intelligence Officer...Defector to the West. Shapolsky, New York 1986
  7. Dariusz Libionka und Laurence Weinbaum: "A Legendary Commander" - Haaretz, 22 Juni 2007
  8. Marian Apfelbaum: Retour sur le ghetto de Varsovie. Odile Jacob, Paris 2002
  9. Maciej Kledzik: Zapomniani żołnierze ŻZW. - Rzeczpospolita, 18 April 2008
  10. Moshe Arens: "The Warsaw ghetto uprising; a reappraisal",Yad Vashem Studies 33 (2005); "The Jewish Military Organization (ŻZW) in the Warsaw Ghetto", Journal of Holocaust and Genocide Studies, 1, 2 (2005); "The Development of the Narrative of the Warsaw Ghetto Uprising", Israel Affairs 14, 1 (2008)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dariusz Libionka, Laurence Weinbaum: Deconstructing Memory and History: The Jewish Military Union (ZZW) and the Warsaw Ghetto Uprising online bei jcpa.org

Weblinks[Bearbeiten]