Jaipur (Staat)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jaipur
1128–1949
Flagge von Jaipur
Wappen von Jaipur
Flagge Wappen
Hauptstadt Amber (14. Jh.–1727)
Jaipur (1727–1949)
Staatsform Fürstenstaat (17 Schuss Salut)
Fläche 40.177 km²
Einwohnerzahl 3.000.000 (Stand 1941)
Gründung 1128
Auflösung 7. April 1949
Staatsreligion: Hinduismus
Dynastie: Kachwaha (Rajawat-Clan)
Fürstenstaat Jaipur auf einer Karte aus The Imperial Gazetteer of India (1907–1909)
Fürstenstaat Jaipur auf einer Karte aus The Imperial Gazetteer of India (1907–1909)
Fort Amber
Fort Amber
Stadtpalast des Maharajas
Stadtpalast des Maharajas
Postkarte der Jaipurpost (1946)
Postkarte der Jaipurpost (1946)
Die Flagge von 1946
Die Flagge von 1946

Jaipur war einer der Fürstenstaaten der Rajputen im heutigen Rajasthan und ist nach der 1727 gegründeten neuen Hauptstadt Jaipur benannt.

Das Fürstentum wurde 1093 von der Rajputen-Dynastie der Kachwaha gegründet und hieß zunächst Dhundhar, vom 14. Jahrhundert bis 1727 nach der damaligen Hauptstadt Amber. Seit dem 16. Jahrhundert waren die Rajas Vasallen der Großmoguln von Delhi. Raja Bhagwan Das (1574–1589) war – obwohl ein Hindu – Oberbefehlshaber (Amir al-Umara) des Heeres des Großmoguls. Jai Singh II. (1699–1743) wurde zum Maharaja erhoben. Der Großmogul Aurangzeb (1618–1707) war vom scharfen Verstand Jai Singhs beeindruckt und verlieh ihm den Titel Sawai („ein ganzes und ein Viertel“), um dessen Größe zum Ausdruck zu bringen. Jai Singh wurde der Auszeichnung gerecht, indem er sich in Politik, Wissen und Kriegsführung hervortat, besonderes Interesse an der Astronomie zeigte und außerordentliche Leidenschaft für die Symmetrie bewies. Er fasste den Entschluss, seine Hauptstadt vom beengten Hügelland um Amber nach Süden zu verlegen. In weniger als acht Jahren wurde die Stadt erbaut. Auch die Pläne für den Stadtpalast und Jantar Mantar, das größte steinerne Observatorium der Welt, gehen auf ihn zurück. Nach 43 äußerst fruchtbaren Regierungsjahren Jai Singhs gab es unvermeidliche Auseinandersetzungen um seine Nachfolge, weil er mit 28 Ehefrauen und vier Konkubinen zahlreiche Kinder gezeugt hatte. Der Fürstenstaat versank im Chaos und verlor weite Teile seines Territoriums an die Staaten Maratha und Jat.

Auch Großbritannien nutzte das interne Rajputen-Gerangel zum eigenen Machtgewinn, um Allianzen zu schmieden und unliebsamen Konflikten vorzubeugen. Nach Ende des dritten Marathenkrieges wurde Jaipur am 25. April 1819 britisches Protektorat. Jaipurs Herrscher hielten im Gegensatz zu den Nachbarn in Delhi und Agra den Briten die Treue.

Jaipur hatte 1904 bis 1950 eine eigene Staatspost mit eigenen Briefmarken. Der Staat hatte 1941 eine Fläche von 40.177 km² und 3 Millionen Einwohner. Am 30. März 1949 trat Jaipur der Konföderation Rajasthan bei, am 7. April 1949 wurde der Anschluss an Indien vollzogen. Am 1. November 1956 wurde der Fürstenstaat aufgelöst.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Barton: The princes of India, Delhi 1983
  • Andreas Birken: Philatelic Atlas of British India, CD-ROM, Hamburg 2004
  • Ian Copland: The princes of India in the endgame of empire 1917–47, Cambridge 1997. ISBN 0-521-57179-0
  • G. B. Malleson: An historical sketch of the native states of India, London 1875, Reprint Delhi 1984
  • P. E. Roberts: Historical Geography of India, 2 Bde., 1938, Reprint Jaipur 1995
  • Joseph E. Schwartzberg (Hrsg.): A historical atlas of South Asia, 2. A., New York/Oxford 1992, ISBN 0-19-506869-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fürstentum Jaipur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien