Jan Kossdorff

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Jan Kossdorff (* 25. Oktober 1974 in Wien) ist ein österreichischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Kossdorff wuchs in Wien auf. Nach der Matura machte er eine Ausbildung an der Wiener Drehbuchschule, dazu studierte er einige Semester Theaterwissenschaften und Psychologie. Nach ersten Jobs als TV-Autor war er Internetredakteur bei einer großen Tageszeitung und Content-Manager beim Internetprovider yline. Ab 2002 arbeitete er in erster Linie als Werbetexter.

In acht Wochen entstand 2002 der Roman Spam! – ein Mailodram, ein E-Mail-Roman über das Platzen der Dotcom-Blase, blieb aber vorerst unveröffentlicht. 2009 erschien Sunnyboys beim Wiener Milena Verlag, der damit mit seiner Tradition als Frauenverlag brach.[1] Im Jahr darauf kam Spam! heraus.

2013 Veröffentlichung von Kauft Leute, das mehrfach ausgezeichnet wurde. 2016 folgte Leben spielen, nun beim Wiener Deuticke Verlag.

Kossdorff lebt und schreibt in Wien und Altmünster am Traunsee. Er war Sänger und Gitarrist der Band "Seamount" und jahrelang Veranstalter des "Ampers-Club".

Literarisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen Romanen erzählt Kossdorff von der Sinnsuche seiner Protagonisten in einer nur vorgeblich effizienten und glatt funktionierenden Geschäfts- und Konsumwelt. Alex aus Spam! lehnt sich gegen die falschen Versprechen der New Economy auf und kämpft für eine idealisierte Liebe, die Sunnyboys Clemens und Claudio werden sich nicht einig über die Bedeutung(slosigkeit) ihres kleinen Sonnenstudios, das ihnen als Ausgangspunkt für ihre individuelle Glückssuche dient. Caro sieht sich als Mitarbeiterin eines Franchise-Sklavenmarktes in Kauft Leute mit ihrer eigenen Korrumpierbarkeit konfrontiert und die erfolglosen Schauspieler Mischa und Sebastian verwandeln in Leben spielen eine Theatertruppe in ein Dienstleistungsunternehmen.

Kossdorffs Figuren sind immer clever genug, um die richtigen Fragen zu stellen, scheitern aber gerne an der Angst vor der eigenen Courage. Glück und Selbstverwirklichung sind das große Ziel, die Hindernisse auf dem Weg dorthin sind zu einem nicht geringen Teil selbst gemacht.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011 Rom-Stipendium des Bundeskanzleramtes
  • 2011 Stipendium des Thomas-Bernhard-Archivs, Gmunden
  • 2012 Arbeits-Stipendium des BMUKK
  • 2013 Samiel-Award für den besten literarischen Schurken (1. Platz), Stuttgart
  • 2013 Buch-Prämie der Stadt Wien
  • 2014 Stipendium im Schiele-Art-Zentrum, Český Krumlov, des Landes Oberösterreich
  • 2016/17 Projektstipendium für Literatur des Bundeskanzleramtes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. culturmag.de-Artikel über den Milena Verlag. Abgerufen am 11. Februar 2016.