Jastram-Werke

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Jastram-Werke
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1928
Sitz Hamburg-Bergedorf
Branche Schiffbau
Website jastram-group.com

Die Hamburger Motoren-Fabrik Carl Jastram (kurz: Jastram-Werke) ist ein Hersteller von Schiffsantrieben und -steuerungen.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Jastram gründete im Jahr 1873 in Hamburg-Bergedorf eine Schlosserwerkstatt. 1887 vergrößerte er diese Werkstatt zu einer kleinen Fabrik, in der er anfangs gemeinsam mit einigen Mitarbeitern Petroleummotoren mit 2 PS Leistung herstellte. Für einen dieser ersten Motoren wurde ihm 1889 auf der Hamburger Industrieausstellung eine Auszeichnung verliehen.

1928 gründete er die Werft Allermöhe, ursprünglich, um seine inzwischen leistungsstarken Dieselmotoren in Schiffe einzubauen. Es wurden aber auch rund 30 vorwiegend kleinere Schiffe (Motorbarkassen, Binnenfrachter, Motorschlepper und Zollboote) gebaut.

Im Sommer 1942 pachteten die Jastram-Werke ein Areal auf dem Gelände des Konzentrationslagers Neuengamme. Insgesamt wurden vier Baracken errichtet, in denen bis zu 300 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Zwangsarbeit leisten mussten. Produziert wurden beispielsweise Torpedoausstoßrohre und Wassertanks für U-Boote.[1] Jastram gehörte damit zu den ersten Privatunternehmen, die die Fertigung von Rüstungsgütern in das KZ Neuengamme verlegten.[2]

1971 wurde der Schiffbau aufgegeben. Die Firma Jastram existiert auch heute noch und produziert Ruderanlagen und Querstrahlruderanlagen für Schiffe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Baucke, Heinz Brüdigam, Ludwig Eiber, Wolfgang Wiedey (Hrsg.): Arbeit und Vernichtung. Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. VSA-Verlag, Hamburg 1986.
  • Ludwig Eiber: Arbeitssklaven für SS und Kriegswirtschaft. Häftlingsarbeit im KZ Neuengamme 1940–1945. In: Arno Herzig, Dieter Langewiesche, Arnold Sywottek (Hrsg.): Arbeiter in Hamburg. Unterschichten, Arbeiter und Arbeiterbewegung seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Verlag Erziehung und Wissenschaft, Hamburg 1983, S. 559ff.
  • Hermann Kaienburg: „Vernichtung durch Arbeit“. Der Fall Neuengamme. Die Wirtschaftsbestrebungen der SS und ihre Auswirkungen auf die Existenzbedingungen der KZ-Gefangenen. Dietz Nachf., 1990, ISBN 3-8012-5009-1
  • Eberhard Möller, Werner Brack: Dieselmotoren für fünf deutsche Marinen. Koehlers Verlagsges., 1998, ISBN 978-3-8132-0566-4
  • Thomas Wägener: Seit 125 Jahren in der Schifffahrt verankert. Zum 125-jährigen Jubiläum des Unternehmens Jastram. In: Hansa, Heft 11/2014, S. 48, ISSN 0017-7504

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaienburg: „Vernichtung durch Arbeit“. Der Fall Neuengamme. Die Wirtschaftsbestrebungen der SS und ihre Auswirkungen auf die Existenzbedingungen der KZ-Gefangenen. 1990, S. 413
  2. Eiber: Arbeitssklaven für SS und Kriegswirtschaft. Häftlingsarbeit im KZ Neuengamme 1940–1945. 1983, S. 564

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]