Jochen Kienzle

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Jochen Kienzle (* 24. November 1959 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Kunstsammler und Stiftungsvorstand der Berliner Kienzle Art Foundation.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jochen Kienzle wurde am 24. November 1959 in Freiburg im Breisgau als Sohn des Unternehmers Jochen Kienzle Sr. und seiner Ehefrau Luitgard Kienzle in die traditionsreiche Unternehmerfamilie Kienzle hinein geboren. Er ist Ur-Enkel von Jakob Kienzle, dem Gründer von „Kienzle Uhrenfabriken“, einem der um die Jahrhundertwende weltweit wichtigsten Uhrenhersteller. Im Laufe der Jahrzehnte folgte durch Jochen Kienzles Großvater Herbert Kienzle Sr. die Gründung des Unternehmens Kienzle Apparate GmbH Villingen, dessen Leitung schließlich von Jochen Kienzles Vater gemeinsam mit seinem Bruder Herbert Kienzle Jr. bis 1990 übernommen wurde.

Nachdem er seine frühe Kindheit in Villingen-Schwenningen verbracht hatte, besuchte Jochen Kienzle von 1971 bis 1972 das Internat Schloss Salem in Hohenfels. Im Anschluss an seine Allgemeine Hochschulreife am Wirtschaftsgymnasium Donaueschingen absolvierte er in den frühen 80er Jahren zunächst eine Schreinerausbildung in Konstanz. Hiernach folgte von 1986 bis 1996 ein Studium der Kunstgeschichte und Wahrnehmungspsychologie an der Ludwig-Maximilian Universität München. In dieser Zeit engagierte sich Jochen Kienzle stark für die Förderung aufstrebender Künstler und rief die „Ausstellung zur Förderung junger Künstler in privaten Räumen“ ins Leben.

Kienzle Art Commission GmbH und Kienzle Art Foundation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Umzug nach Berlin gründete er dort 1997 gemeinsam mit Anette Gmeiner die Galerie Kienzle & Gmeiner GmbH. Im Jahr 2001 übernahm Jochen Kienzle die alleinige Geschäftsführung der Galerie. 2009 folgte letztendlich die Umfirmierung in Kienzle Art Commission GmbH. Im selben Jahr hob Jochen Kienzle schließlich auch die Kienzle Art Foundation (Stiftung bürgerlichen Rechts) aus der Taufe, deren Vorstand er bis heute ist.

Die Kienzle Art Foundation legt einen besonderen Schwerpunkt auf die öffentliche Vermittlung von Kunst. Ihren Kern bildet die Kunstsammlung von Jochen Kienzle, die Werke der 1960er Jahre bis hin zu zeitgenössischen konzeptuellen Tendenzen umfasst. Wichtige Künstler der Sammlung sind Klaus Merkel, Josef Kramhöller, Jack Goldstein, Jonathan Lasker, Gary Stephan und Franz Erhard Walther.

In der Öffentlichkeit steht Jochen Kienzle vor allem in seiner Funktion als Vorstand der Kienzle Art Foundation, welche seit ihrer Gründung diverse Kooperationen mit anderen Kunststiftungen- und Verbänden eingegangen ist. Hierbei fungierte Jochen Kienzle sowohl als Initiator als auch als Partner von Projekten zur Förderung von künstlerischen Außenseiterpositionen und der Wiederentdeckung „vergessener“ Künstler und profilierte sich über die Jahre als aktives Mitglied der Berliner Kunstszene. Durch Jochen Kienzle erfolgte die verlagsmäßige Vertretung zweier Künstler der documenta (Jonathan Lasker und Emilio Prini).

Als privater Kunstsammler stellt Jochen Kienzle regelmäßig Arbeiten aus seiner Sammlung als Leihgaben zur Verfügung, nimmt an Diskussionsrunden und Expertengesprächen teil und wird des häufigeren als Ausstellungsführer angefragt, wobei er insbesondere Veranstaltungen für junge Kunstinteressierte betreut. Eine Ausstellung seiner Sammlung außerhalb der eigenen Räume fand erstmals 2013 im Kunstmuseum Magdeburg statt.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Busing, N. und S.A. Barrilà. 2012. BMW Art Guide by Independent Collectors. Hatje Cantz Verlag
  • Armin Müller: Kienzle. Ein deutsches Industrieunternehmen im 20. Jahrhundert, 2. Auflage, Franz Steiner Verlag: Stuttgart 2014, ISBN 978-3-515-10669-6
  • Armin Müller: Herbert Kienzle. Motor einer Erfolgsgeschichte, in: Südkurier, 1. Juni 2012