artnet

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artnet AG
Arnet-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006909500
Gründung 1998
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Jacob Pabst
Mitarbeiter 118 (31. Dezember 2012)[1]
Umsatz 13,49 Mio (2012)[1]
Bilanzsumme 6,01 Mio € (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Internetdienstleister, Kunsthandel
Website www.artnet.de

Die artnet AG ist ein Online-Dienstleister für den internationalen Kunsthandel. Die Hauptniederlassungen des Unternehmens sind in Berlin und New York mit Zweigstellen in China, Großbritannien und Russland.

Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Die Geschäftsidee von artnet ist es, den Kunstmarkt in den Bereichen Bildende Kunst, Angewandte Kunst und Design durch möglichst umfassende Informationen über Preisentwicklungen und Markttendenzen transparent zu machen.[2] Über die Online-Plattform von artnet können Marktpreise festgestellt, auf dem internationalen Markt erhältliche Kunstwerke recherchiert und Kontakt zu internationalen Galerien aufgenommen werden. Das Netzwerk richtet sich sowohl an Händler als auch an Kunstkäufer.

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Kernstück dieses Geschäftsmodells sind die Preisdatenbanken von artnet. Die artnet Price Database Fine Art and Design und Price Database Decorative Art umfassen nach Unternehmensangaben zurzeit ca. 7 Millionen Auktionsergebnisse von über 700 internationalen Auktionshäusern. Die Price Database Fine Art and Design enthält Auktionsergebnisse seit 1985, die Verkaufsresultate in der Price Database Decorative Art beginnen mit dem Jahr 2000. Über die Preisdatenbanken lassen sich online Marktpreise und langfristige Preisentwicklungen von Kunstwerken recherchieren. Beide Datenbanken sind über monatliche Abonnements zugänglich.

Zweites Kernprodukt ist das Galeriennetzwerk artnet Galerien, zu dem gegenwärtig ca. 2000 internationale Galerien mit ihren Künstlern und Werken gehören. Es ermöglicht einen umfassenden Marktüberblick über Ausstellungen und angebotene Kunstwerke. Sammler können darin kostenlos nach Sammelgebieten oder Künstlern recherchieren und Kontakt zu den Anbietern aufnehmen. Die Galerien zahlen für ihre Präsenz einen monatlichen Beitrag.

Diese Dienstleistungen werden ergänzt durch die Online-Auktionsplattform artnet Auctions, auf der Bildende Kunst und Design ersteigert und zum Verkauf angeboten werden können: Die Angebote werden jeweils nur wenige Tage präsentiert.[3] Weiter verfügt artnet über redaktionell unabhängige Kunstmagazine in mehreren Sprachen, ein Verzeichnis mit Künstlermonografien, einen internationalen Ausstellungskalender, E-Mail-Benachrichtigungen über neu auf dem Markt erhältliche Werke, monatlich erscheinende Newsletter und andere Produkte.

Geschichte[Bearbeiten]

1989–1995[Bearbeiten]

artnet wurde 1989 gegründet. Das erste Produkt des Unternehmens war eine mit digitalen Illustrationen versehene Datenbank, die Auktionspreise für Kunstwerke enthielt. Sammler und Händler erhielten damit einen schnellen Überblick über die Preisentwicklungen auf dem Kunstmarkt. Daten und Bilder konnten per Modem über eine proprietäre Software abgerufen werden. 1995 wurde der ehemalige Kunsthändler Hans Neuendorf, einer der Mitbegründer von artnet, zum CEO berufen.

1996–2012[Bearbeiten]

1996 wurde die Preisdatenbank ins Internet übertragen und ließ sich nun plattformunabhängig nutzen. Auf der Website von artnet können die Datenbestände seitdem online durchsucht werden. artnet Galerien, das artnet Magazine und weitere Informationsdienste erweiterten die Website zu einer Online-Plattform für Sammler, Händler und andere Akteure des Kunstmarktes.

Die artnet Worldwide Corp. ging 1998 als hundertprozentige Tochtergesellschaft in der artnet.com AG auf, die 1998 in Deutschland errichtet wurde. 1999 erfolgte die Erstnotierung des Unternehmens am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse.

Im Jahr 2000 unternahm artnet den Versuch, als zusätzliche Dienstleistung Online-Auktionen für Kunst anzubieten. Das Konzept konnte sich jedoch zu diesem Zeitpunkt am Markt nicht durchsetzen.

2002 änderte das Unternehmen seinen Namen in artnet AG. Am 4. Oktober 2002 verließ die artnet AG den Neuen Markt und ist seitdem am Geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Im Herbst 2004 führte artnet seine Website www.artnet.de ein, um die Inhalte von artnet.com einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Damit ging auch das deutschsprachige Magazin von artnet online, das unabhängig vom amerikanischen Magazin einen kritischen Blick auf die internationale Kunstszene offeriert.

Seit dem 1. Februar 2007 ist das Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Im Februar 2008 startete artnet seine Online-Auktionen erneut, die sich durch niedrigere Transaktionskosten und eine schnellere Abwicklung als bei herkömmlichen Auktionshäusern etablieren konnten und in Größe und Umsatz rasch gewachsen sind.

Im Oktober 2008 ging die französische Website artnet.fr online – ebenso wie artnet.de und artnet.com mit einem eigenständigen Magazin, das speziell den Kunstmarkt in Frankreich kritisch begleitet.

Ebenfalls im Herbst 2008 wurde zusätzlich zum bereits bestehenden englischen Newsletter ein monatlich erscheinender deutschsprachiger Newsletter eingeführt. Dieser kostenlose Informationsservice enthält Neuigkeiten über Künstler, Galerien, Kunstmessen, Auktionen und andere Kunstereignisse mit Fokus auf den deutschsprachigen Markt.

Seit März 2009 wird die Price Database Fine Art and Design durch die weitere Preisdatenbank Price Database Decorative Art ergänzt, die Verkaufsresultate von Antiquitäten wie Möbeln, Silberwaren, Teppichen und Uhren seit dem Jahr 2000 enthält.[4]

Im Dezember 2011 führte artnet sein neues Produkt artnet Analytics Reports ein, das die Marktentwicklung von international bedeutsamen Künstlern in einfach verständlichen Diagrammen und Indizes darstellt. Verschiedene Künstlerindizes können miteinander oder mit Finazindizes wie dem Dow Jones oder dem S&P 500 verglichen werden.

Ende Juni wurden sowohl das englisch- als auch das deutsch- und französischsprachige artnet Magazin jeweils eingestellt.

Seit 1. Juli 2012 ist Jacob Pabst, Sohn von Hans Neuendorf, neuer Vorstandsvorsitzender der artnet AG.

Kooperationen[Bearbeiten]

Im Herbst 2004 schloss artnet eine Kooperation mit dem international tätigen Auktionshaus Sotheby’s.

Im Sommer 2007 startete die Zusammenarbeit von artnet mit der Art Basel / Art Basel Miami Beach. Bestandteil dieser Kooperation ist eine virtuelle Verlängerung dieser Kunstmesse, wodurch ausgestellte Werke über das Messeende hinaus auf artnet online zugänglich sind.

Im Oktober 2008 schloss artnet eine Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen (BVDG).

Es bestehen weitere Kooperation zwischen artnet und den Kunstmessen ARCO Madrid, Art Cologne, Art Élysées und Design Élysées, mit der Fachzeitschrift EIKON und The Art Newspaper sowie mit dem Museum Kunstpalast.

Kunden[Bearbeiten]

Zu den Kunden von artnet gehören Privatsammler, Galeristen, Gutachter, Museen, Auktionatoren, Versicherungsunternehmen und Regierungsbehörden, darunter die amerikanische Finanzbehörde IRS und das FBI.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2012 (PDF; 679 kB)
  2. Thomas Hüetlin: Der Goldgräber. in : DER SPIEGEL vom 26. Mai 2012, S. 54ff.
  3. Warhol ist eine sehr spekulative Anlage., Interview mit Hans Neuendorf, faz.net vom 31. August 2011, abgerufen am 28. Mai 2012
  4. Neue Preisdatenbank für Angewandte Kunst bei artnet