Johann Baptist von Zahlhaas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Baptist Ritter von Zahlhaas, genannt Neufeld, (1787 in Wien, Habsburgermonarchie30. Dezember 1870 in Wien, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Theaterschauspieler, Sänger (Bass), Dichter, Übersetzer, Librettist, Theaterregisseur und -direktor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlhaas, Bruder des Schauspielers Carl von Zahlhaas, ging frühzeitig unter dem Namen „Neufeld“ zum Theater und wurde bald Mitglied des Hofburgtheaters. Im August 1817 kam er nach Leipzig, wo er bis 1821[A 1] Charakter- und Väterrollen aller Art spielte. Er war dort auch als Theaterdichter, Librettist, Übersetzer und Sänger kleinerer Basspartien tätig.

Er hielt es nirgends lange aus. So wirkte er 1821 und 1822[A 2] in Mannheim, gastierte (vermutlich) im Winter 1821/22 bei Wilhelm Gerstel in Dessau, wurde 1822[A 3] Mitdirektor neben Franz Mejo des Theaters in Bremen und obzwar er reichen Beifall fand, verließ er diesen Wirkungskreis und wurde nach Gastspielen im Februar/März 1825 Hofschauspieler in Dresden bis 1829, von dort aus gastierte er im Mai 1826 an alter Wirkungsstätte in Bremen.

Im April 1829 hatte er Gastauftritte in Leipzig und ab Juli 1829 war er am Hoftheater Darmstadt. 1830 wollte er Deutschland verlassen und nach Paris übersiedeln, war dann aber auch in Brüssel und Düsseldorf engagiert. Im September/Oktober 1832 gab er ein Gastspiel am Hofburgtheater und war von 1833 bis 1834 Regisseur am Theater Nürnberg.

Danach lebte er u.a. in Leipzig (1834–1836), Berlin und Oldenburg, bevor er ab 1. Januar 1842 Regisseur, ab 1. April 1842 bis 1844 Direktor des Hoftheaters Sondershausen wurde. In Sondershausen spielt er auch Heldenväter und Charakterrollen.

Anschließend wohnte er in Lucka bei Altenburg, bevor er zuletzt in Wien lebte, wo er auch 1870 starb.

Zahlhaas machte sich weniger als darstellender Künstler wie als Theaterdichter vorteilhaft bekannt und wurden seine Trauerspiele und historischen Schauspiele gern gespielt. Seine dramatischen Arbeiten zeichneten sich hauptsächlich durch scharfe Charakterzeichnung, lebhaften Dialog und genaue Kenntnis des theatralischen Effekts aus.

Ein ganz besonderes Verdienst hat sich jedoch Zahlhaas um die deutsche Bühne mit der Übersetzung und Bearbeitung von Shakespeares König Lear und Calderons Das Leben ist ein Traum erworben.

Er war vermutlich zweimal verheiratet, einmal mit einer namentlich nicht bekannten Frau. Aus dieser Ehe ging seine Tochter Johanna hervor, diese wurde als Schauspielerin unter dem Namen Johanna Gabillon bekannt. Der Grund für das Ende der Ehe (Tod, Scheidung) ist nicht bekannt. Am 6. August 1823 heiratete er in Bremen Henriette Charlotte Erhard. Seine zweite (?) Tochter Rieke war während seiner Dresdner Zeit Pflegekind bei Caroline von Weber in Hosterwitz.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1816: Dir wie mir, komische Oper von Johann Nepomuk von Poißl; Libretto, komponiert 1816, nicht aufgeführt
  • 1819: Heinrich von Anjou
  • 1820: Thassilo II.
  • 1824: Maria Louise von Orleans
  • 1824: Der Bruder
  • 1833: Jakob von Baden
  • 1833: Karl von Bourbon
  • 1846: Ludwig der Vierzehnte und sein Hof

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die WeGA gibt 1819 an
  2. Die WeGA gibt nur bis Mai 1821 an
  3. Die WeGA gibt 1822 als Beginn des Engagements an, Mitdirektor soll er erst 1823 geworden sein.
Eisenberg Lexikon Einband – Ausschnitt.png Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Ludwig Eisenbergs Großem biographischen Lexikon der deutschen Bühne im 19. Jahrhundert, Ausgabe von 1903.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.