Johann Christian Ravit

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Johann Christian Ravit (* 16. August 1806 in Schleswig; † 9. September 1868 ebenda) war ein deutscher Hochschullehrer, Politiker und Bankier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Christian Ravit war der Sohn des Kammerrats und Klosterschreibers Johann Anton Ravit in Preetz und dessen Frau Dorothea. Er besuchte das Gymnasium in Plön und bis Michaelis 1826 das Katharineum zu Lübeck.[1] Ab dem Wintersemester 1826/27 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Kiel, Heidelberg und Jena. 1831 legte er in Schleswig die juristische Staatsprüfung ab und trat zunächst als Volontär an der königlichen Rentkammer in Kopenhagen in dänische Staatsdienste. Er stieg bis zum Bürochef und wirklichen Kammerrat auf. Im Jahr 1842 wurde er ordentlicher Professor der Nationalökonomie und Statistik an der Kieler Universität, wo er 1843 mit dem Titel eines Dr. phil. h. c. ausgezeichnet wurde. 1845 wurde er zugleich Administrator der königlichen Schulbuchdruckerei in Kiel.

Im Januar 1848 wurde er von der Universität Kiel als Abgeordneter in die Holsteinische Ständeversammlung entsandt. In der Schleswig-Holsteinischen Erhebung trat diese gemeinsam mit der Schleswigschen Ständeversammlung als Vereinigte Ständeversammlung zusammen. Bei den Wahlen zur konstituierenden Schleswig-Holsteinischen Landesversammlung wurde Ravit im 23. holsteinischen Wahlbezirk (Preetz) zum Abgeordneten gewählt.

Er war Direktor der Altona-Kieler Eisenbahn.

Nach dem Ende der Schleswig-Holsteinischen Erhebung wurde Ravit 1851 von der dänischen Regierung aus seinen Ämtern entlassen. Er zog nach Hamburg um und war dort 1854 Gründer der Hamburg-Bremer Feuerversicherungsgesellschaft. 1856 wurde er erster Direktor der Mitteldeutschen Creditbank in Meiningen. Nach einem Jahr verließ er die Bank und gründete in Oldenburg erneut ein Kreditinstitut. Nach dem Tode seiner Frau Rasmine Catharine, geborene Antoni, zog er 1861 nach Lübeck.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Mitherausgeber) Staats- und Erbfolgerechts des Herzogthums Schleswig. 1846
  • (Mitherausgeber) Sammlung der wichtigsten Urkunden, welche auf das Staatsrecht der Herzogthümer Schleswig und Holstein Bezug haben. Kiel 1847
  • (Herausgeber) Jahrbuch der Gesetzgebung und Verwaltung der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Lauenburg. 1845–1848
  • Staatshandbuch für Schleswig-Holstein. 1849
  • Archiv staatswissenschaftlicher Abhandlungen. Lübeck 1862, 1863
  • Ueber unsere Münzzustände. Kiel 1848
  • Der Civilstaatsdienst in den Herzogthümern Schleswig-Holstein. Kiel 1852
  • Ueber progressive Einkommensteuer. Lübeck 1862
  • Untersuchungen über die Staatssuccession im Herzogthum Lauenburg. Kiel 1864
  • Die Steuern in Schleswig-Holstein und das Preußische Steuersystem. Hamburg 1867

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. Borchers, Lübeck 1907. (Beilage zum Schulprogramm 1907), Nr. 209