Johann Friedrich Zückert

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Johann Friedrich Zückert (* 19. Dezember 1737 in Berlin; † 1. Mai 1778 ebenda) war ein Mediziner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er vier Jahre lang Apotheker war, widmete sich Johann Friedrich Zückert ab 1756 medizinischen Studien, zunächst durch den Besuch des anatomischen Amphitheaters und der öffentlichen Vorlesungen an der Charité. 1758 bezog er die Brandenburgische Universität Frankfurt, die ihn 1760 promovierte.[1] Danach unternahm er Forschungsreisen durch Deutschland und besuchte die wichtigsten Universitäten.

Ende 1761 ließ er sich in Berlin nieder und wurde Mitglied des dortigen Obercolleg. med. - chir. Aufgrund seines schwachen Gesundheitszustandes musste er der praktischen Laufbahn entsagen und widmete sich schriftstellerischen Arbeiten. 1765 wurde er Mitglied der Leopoldina.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Naturgeschichte und Bergwercksverfassung des Ober-Hartzes; 1762
  • Die Naturgeschichte einiger Provinzen des Unterharzes: nebst einem Anhange von den Mannsfeldischen Kupferschiefern; 1763
  • Unterricht für rechtschaffene Eltern, zur diätetischen Pflege ihrer Säuglinge; Berlin 1764
  • Medicinische und moralische Anhandlung von den Leidenschaften; August Mylius, Berlin 1764
  • Systematische Beschreibung aller Gesundbrunnen und Bäder Teuschlands; Berlin u. Leipzig 1768; 1795; Königsberg 1776
  • Materia alimentaria in genera, classes et species disposita; Berlin 1769
  • Medicinisches Tischbuch oder Kur und Präservation der Krankheiten durch diätetische Mittel; Berlin 1771; 1775; 1785
  • Vor den wahren Mitteln die Entvölkerung des Landes in Epidemischen Zeiten zu verhüten; 1773
  • Allgemeine Abhandlung von den Nahrungsmitteln; Berlin, 1775

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwin H. Ackerknecht hält Zückert als einen Theoretiker der psychogenen Verursachung von Geisteskrankheit.[3] In seinem Werk Von den Leidenschaften führt Zückert 1768 aus, dass die Leidenschaften zerstörend seien. Die neue empfindsame Generation habe schon im Mutterleib zu lockere Texturfasern. Sie sei also verweichlicht. Dagegen würden Religion, Philosophie und Diätetik als Schutzmaßnahmen wirken.[4] Hierin kündigen sich bereits spätere Positionen der Psychiker an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zückert, Johann Friedrich. In: » Michaud, Louis-Gabriel: Biographie universelle ancienne et moderne. Histoire par ordre alphabétique de la vie publique et privée de tous les hommes avec la collaboration de plus de 300 savants et littérateurs français ou étrangers. 2e édition, 1843-1865 «
  • Schriften der Gesellschaft Naturforschender Freunde, Berlin Band 1, S. 395ff, Digitalisat Nachruf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertation: De morbis ex alieno situ partium thoracis.
  2. Mitgliedseintrag von Johann Friedrich Zückert bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 6. Februar 2016.
  3. Ackerknecht, Erwin H.: Kurze Geschichte der Psychiatrie. Enke, Stuttgart 31985, ISBN 3-432-80043-6; Seite 36
  4. Leibbrand, Werner und Annemarie Wettley: Der Wahnsinn. Geschichte der abendländischen Psychopathologie. Verlag Karl Alber, Freiburg im Breisgau und München 1961, ISBN 3-495-44127-1; (= Orbis academicus, II, 12); Seite 302