Junge Generation (Zeitschrift)

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Die Junge Generation war eine Theoriezeitschrift für FDJ-Funktionäre in der DDR. Sie war Organ des Zentralrats der FDJ, (Herausgeber) für das Verbandsaktiv:

Sie diente hauptsächlich als „Ratgeber“ und „Argumentationshilfe“. Deshalb veröffentlichte die Junge Generation

methodische und inhaltliche Hinweise zur

  • Leitung politischer Prozesse und
  • monatlichen Anleitung der FDJ-Aktivs zu geben.

Außerdem vermittelte sie Informationen und Erfahrungen aus der internationalen Jugendbewegung.

Die Redaktion war dem Verlag Junge Welt angegliedert, zu dem auch das FDJ-Zentralorgan junge Welt und die Tageszeitung Landjugend gehörten. Die Zeitschrift erschien erstmals am 5. Oktober 1947 und anfangs gehörten zum Redaktionskollegium Erich Honecker, Edith Baumann, Hermann Axen, Paul Verner und Rudolf Mießner. Im Juni 1949 schieden Honecker und Axen allerdings aus der Redaktion aus.[1]

Die Redaktion bestand aus 15 Personen und war in die Bereiche Agitation und Propaganda, Lehren der Organisation und außerdem Umbruch und Bildredaktion unterteilt.[2] Die Zeitschrift wurde nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR eingestellt.

Das Themenspektrum reichte vom „dekadenten Einfluss der westlichen Beatmusik“[3] (Lipsi) bis zu den Versorgungsengpässen mit Kosmetika. Die interne Abkürzung des Namens lautete Junge Genne (mit kurzem e), sie wurde gewählt, um Verwechslungen mit der unter Jugendlichen bekannteren Jungen Gemeinde vorzubeugen.

Im Frühjahr 1953 wurde die Junge Gemeinde offen angegriffen und als „Illegale Organisation Junge Gemeinde“ stark attackiert. Mit der "Säuberung" der FDJ von Anhängern der Jungen Gemeinde wurde der damalige erste Sekretär der FDJ, Erich Honecker, beauftragt. Das FDJ-Zentralorgan junge Welt und die Junge Generation erhielten die Anweisung, die Arbeit der Jungen Gemeinde durch Hetzartikel in Misskredit zu bringen. Damit sollte ein Verbot vorbereitet werden.[4][5]

  • Erscheinungsweise: halbmonatlich, bzw. monatlich
  • Seitenumfang: 80
  • Auflage 71.800
  • Preis: 0,90 M

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Junge Generation: Gründung in Jugendkulturen im 20. Jahrhundert, Projekt des Historischen Seminars der Universität Düsseldorf
  2. Junge Generation: Inhalte in Jugendkulturen im 20. Jahrhundert, Projekt des Historischen Seminars der Universität Düsseldorf
  3. :„Sicher gibt es dieses Problem nicht nur in unserem Betrieb. Wenn die Rede auf flotte Tanzmusik und in diesem Zusammenhang - es kann auch nicht anders sein - auf den Sender Luxemburg kommt, dann gibt es nicht nur heftige Diskussionen, sondern oftmals den häßlichsten Streit. Diese Feststellung traf unsere neugewählte FDJ-Leitung schon bei der Wahlversammlung zu Beginn dieses Jahres. Damals nahmen wir in unseren Kompaß die Verpflichtung auf, keine westlichen Sender zu hören. Nach den damaligen heftigen Diskussionen nahm sich die neugewählte Leitung vor, für die Unbelehrbaren einen Vortrag zu diesem Thema zu organisieren. Im September konnten wir in unserer Mitte einen Offizier der NVA begrüßen, der uns an Hand von Tonbändern den ‚Sinn‘ der westlicher Tanzmusik und speziell die Aufgaben des Senders Luxemburg erklärte. Das war einer sehr interessante Sache und auch die Freunde, die bisher auf Radio Luxemburg schworen, bekamen bei der näheren Betrachtung der Texte sehr nachdenkliche Gesichter. Sie mußten einsehen, daß die Musik zwar sehr flott ist und ins Ohr geht, die Texte aber einen ganz bestimmten Zweck verfolgen, nämlich den, die Jugend zum Stehlen und Morden anzuregen, falsche Ideale zu schaffen und die Revanchepolitik der westdeutschen Militaristen zu unterstützen. Im Gegensatz zu diesen Schlagern hörten wir auch Tanzmusik aus der Produktion der DDR. Alle mußten erkennen, daß in diesen Texten die schönsten und saubersten Beziehungen der Menschen zum Ausdruck kommen. Wir sind uns darüber im klaren, daß nicht alle Freunde restlos von der feindlichen Tätigkeit des Senders Luxemburg, der doch ‚nur Tanzmusik‘ bringt, überzeugt sind. Aber wir glauben, doch schon einen Erfolg erzielt zu haben.
    Auszug aus Junge Generation 21, S. 94. Berlin, 1962
  4. Der Tag X – 17. Juni 1953. Die „Innere Staatsgründung“ der DDR als Ergebnis der Krise 1952/54. S. 318
  5. http://www.jugendopposition.de/index.php?id=2861