Kaliumdicyanidoaurat(I)

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Strukturformel
Kaliumion Dicyanoauration
Allgemeines
Name Kaliumdicyanidoaurat(I)
Andere Namen
  • Goldkaliumcyanid
  • Kaliumcyanoaurat(I)
  • Kaliumgoldcyanid
Summenformel K[Au(CN)2]
Kurzbeschreibung

farbloser, geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13967-50-5
EG-Nummer 237-748-4
ECHA-InfoCard 100.034.303
Wikidata Q1341604
Eigenschaften
Molare Masse 288,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,45 g·cm−3[1]

Löslichkeit

löslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​300​‐​330​‐​315​‐​317​‐​318​‐​410
EUH: 032
P: 260​‐​301+310​‐​305+351+338​‐​320​‐​361​‐​405​‐​501 [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Kaliumdicyanidoaurat(I), K[Au(CN)2], ist ein Kalium-Salz des komplexen Dicyanidoaurat(I)-Anions [Au(CN)2]. Der Goldgehalt des Salzes liegt bei ungefähr 68,2 %. Der Komplex ist 100-fach stabiler als gelbes Blutlaugensalz.

Durch diese Komplexierung sinkt die Goldionen-Konzentration in Wasser derart extrem, dass dadurch das Normalpotential von Gold (+1,69 Volt) auf das Potential eines unedlen Metalls (+0,20 Volt) reduziert wird.[4] Daher gelingt bei der Cyanid-Laugerei die Oxidation von elementarem Gold mit Luftsauerstoff.

Cyanid-Laugerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Goldgewinnung (Cyanid-Laugerei) bilden sich Lösungen von Kaliumdicyanidoaurat(I):

Zur Isolierung des Goldes in Elementarform wird anschließend dieser Komplex mit Zink (Zn) reduziert:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung wird in der Galvanotechnik zum Vergolden leitfähiger Materialien benutzt. Bei der Elektrolyse werden diese als Minus-Pol geschaltet. In diesem Kathoden-Bereich werden die [Au(CN)2]-Anionen zu einer dünnen Goldschicht reduziert.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eintrag zu Kaliumdicyanoaurat(I) in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Januar 2018 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Kaliumgoldcyanid bei AlfaAesar, abgerufen am 22. Januar 2018 (PDF) (JavaScript erforderlich).
  3. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag salts of hydrogen cyanide with the exception of complex cyanides such as ferrocyanides, ferricyanides and mercuric oxycyanide and those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. chemieunterricht.de: Anwendungen der Komplexierung, siehe auch Nernst-Gleichung
  5. A. G. Gray, H. W. Dettner: Neuzeitliche galvanische Metallabscheidung, Carl Hanser, München. doi:10.1002/bbpc.19590630528.