Kanister

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Farbige Kanister aus Stahlblech
5-Liter-Kanister aus Kunststoff

Ein Kanister (von lateinisch canistrum ‚(geflochtener) Korb‘, ‚umflochtener Behälter‘; abgeleitet von lat. canna ‚Schilf‘, ‚kleines, dünnes Rohr‘)[1] ist ein Behältnis zur Aufbewahrung und zum Transport von Flüssigkeiten oder seltener auch von Schüttgütern (z. B. Strahlmittel).

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren Kanister fast ausschließlich aus Metall gefertigt, heute bestehen sie meist aus Kunststoff. Sie weisen einen oder mehrere Verschlüsse und Tragegriffe auf. Je nach Art des zu lagernden Gutes müssen Kanister spezielle amtliche Zulassungen haben und gewisse Sicherheitsnormen erfüllen.

Nicht alle Kanister sind für jeden Inhalt geeignet: Benzinkanister bestehen, wenn aus Kunststoff, aus solchen, die wegen chemischer Reaktionen für Lebensmittel ungeeignet sind. Der Kunststoff von Lebensmittelkanistern wiederum kann durch scharfe Reinigungsmittel möglicherweise aufgelöst werden. Daher werden Kanister für bestimmte Anwendungsbereiche konzipiert und gefertigt.

Form[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanister sind auf möglichst praktische Aufbewahrung und Transport möglichst großer Mengen optimiert; daraus ergibt sich ein relativ einheitliches (üblicherweise quaderförmiges) Design mit Verschluss und Tragegriff. Durch die Quaderform lassen sie sich platzsparend stapeln. Die Stapelfähigkeit wird durch Noppen auf der Oberseite und passende Vertiefungen auf der Unterseite unterstützt. Bauartbedingt gibt es Stapelhöchstgrenzen.

Anwendungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Anwendungsbereiche:

  • Betriebsstoffe: Öl, Diesel, Benzin, Tenside (Reinigungsmittel), Laugen, Säuren, Alkohole, destilliertes Wasser
  • Lebensmittel: Saft, Wein, Wasser, Öl

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein für die deutsche Wehrmacht nach einer Ausschreibung 1936 von der Firma Eisenwerke Müller & Co. in Schwelm/Westfalen unter Leitung von Vinzenz Grünvogel entwickelter 20-Liter-Wehrmacht-Einheitskanister wurde von der Firma Ambi-Budd in Berlin-Johannisthal 1937 weiterentwickelt und von mehreren Herstellern vieler Länder in großen Stückzahlen gefertigt. Auch von den Alliierten wurde er kopiert und übernommen.[2] Hieraus leitet sich die Bezeichnung Jerrycan im Englischen, Niederländischen und Norwegischen für diese klassischen Blechkanister ab, beruhend auf dem Ethnophaulismus Jerry zusammen mit Can für Kanister.

Kennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Regel verlangen die Vorschriften eine entsprechende Kennzeichnung, beispielsweise

  • die fest angebrachte Aufschrift „Nur für Lebensmittel“,
  • entsprechende Etikettierung,
  • eine im Umfeld verständliche farbliche Kennzeichnung (z. B. die Bundeswehr-Vorschrift, dass Trinkwasser ausschließlich und exklusiv in Kanistern mit weißem Verschluss aufbewahrt wird oder ein weißes Andreaskreuz beidseitig auf dem Kanister).

Unterscheidung von Betriebsstoffen nach der Bundeswehr-ZDv 42/10 [3]. Der mittlere Handgriff eingefärbt.

Benzin rot
Diesel blau
Gemisch gelb (Verhältnis mit angegeben)
Petroleum grün
Heizöl gelb/schwarz gestreift
  • Gelbe oder rote Andreaskreuze auf dem Kanister kennzeichnen brennbare Flüssigkeiten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter K. Franke: V.A.G Handbuch, Do it yourself, Gebrauchtwagenkauf-Zubehöreinbau-Pflege. 1. Auflage, ADAC Verlag GmbH, München 1984, ISBN 3-87003-227-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kanister – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Kanister – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Hoops Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Band 16, Walter de Gruyter GmbH & Co KG, Berlin (2000), S. 226
  2. definition and etymology of „jerrycan“
  3. [1] Angabe der Farbcodes nach Bundeswehr-ZDv 42/10
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