Kansteinburg

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Kansteinburg
Der Kanstein mit Standort der ehemaligen Burg. Heute Teil des Steinbruchs.

Der Kanstein mit Standort der ehemaligen Burg. Heute Teil des Steinbruchs.

Alternativname(n): Hindenburg auf dem Kanstein
Entstehungszeit: 8. bis 9. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall, Wall- und Mauerreste
Bauweise: Sandsteinquader
Ort: Langelsheim
Geographische Lage 51° 56′ 26,3″ N, 10° 21′ 1,4″ OKoordinaten: 51° 56′ 26,3″ N, 10° 21′ 1,4″ O
Kansteinburg (Niedersachsen)
Kansteinburg

Die Kansteinburg (auch Hindenburg auf dem Kanstein genannt) bei Langelsheim ist eine abgegangene Höhenburg aus karolingischer Zeit (8. bis 9. Jahrhundert) auf dem Kanstein rund 30 m über dem Flusstal der Innerste am Austritt aus dem Harz.

Vermutlich entstand die Burg als Etappenstation und Fluchtburg. Sie lag in unmittelbarer Nähe der Furt der "Alten Straße" bzw. des "Königsweges" (Hellweg zwischen Hildesheim und Werla) durch die Innerste[1] sowie in der Nähe des Zusammentreffens mit dem Rennstieg bzw. Fastweges aus dem Harz. Die beiden bedeutsamen Verkehrswege trafen sich bei Langelsheim[2].

Im 13. Jahrhundert wurde die Burg erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie ihre Bedeutung aber schon verloren. Große Teile der Anlagen sind durch den Kalksteinabbau in einem Steinbruch am Kanstein in der Zwischenzeit verschwunden.

Archäologisch nachgewiesen werden konnte eine schiefwinklige viereckige Hauptburg mit einer ca. 1,4 bis 1,6 m dicken und ca. 4 m hohe Ringmauer von 130 m (Ost-West) mal 150 m (Nord-Süd). Die Gesamtlänge belief sich auf ca. 450 m. Die Mauer wurde mit Sandsteinquadern errichtet. Davor befand sich eine bis zu 4 m breite Berme und ein 5 m breiter und ca. 2,5 m tiefer Burggraben.[2] Im Westen lag unmittelbar vor der Burgmauer der Steilhang zum Innerstetal hin.

Die Burg hatte zwei Toranlagen. Das Tor im Nordosten ermöglichte den Zugang von der Hochebene und das im Südosten vom Innerstetal aus. Am Südost-Tor wurde die Burgmauer bogenförmig nach innen gezogen und dadurch eine Torgasse von ca. 6 m Länge und 4,5 m Breite gebildet, an deren Ende sich das eigentliche Tor befand. Im Innern der Burg befand sich ein Palas von ca. 10 m mal 20 m. Seine ca. 80 cm dicke Mauer weist keine Zugangsunterbrechung auf, was für einen höher gelegenen Zugang über eine Treppe spricht.[2]

Zudem bestand wohl eine Vorburg, die aber nur im Norden ca. 70 m vor der Hauptburg als Wall- und Grabenzug mit einer Länge von ca. 100 m ausgeführt wurde.[2]

Um 1311 wird zu Füßen der Burg an der Innerste eine Schmelzhütte für Harzer Metalle erwähnt[3]. Dort wurden vermutlich schon ab 1285 bis 1615 Kupfererze des Goslarer Rammelsberges verhüttet[4].

In der Burg wurden zwei streng stilisierte nur ca. drei Zentimeter große beinerne Kruzifixe vermutlich aus karolingischer Zeit gefunden, die sich heute im Stadtmuseum Goslar befindet[5]. Ein Modell der Burganlage steht im Heimatmuseum der Stadt Langelsheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Günther Griep: Neuwerk 1186 - 1986, Goslar, 1986, Seite 26
  2. a b c d E. Stolte, E.H. Stolte: Langelsheim, Verlag Pieper, Clausthal-Zellerfeld, 1982, ISBN 3-923 605-90-0
  3. Hans-Günther Griep (Hrsg.): Die Goslarer Chronik des H. C. Brandes von 1729, Goslar, 1994, Kommentar auf Seite 41
  4. Torsten Schröpfer: Fundgrube - Wissenswertes über den Westharzer Bergbau und das Hüttenwesen, Oberharzer Geschichts- und Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld, 2000, S. 358, ISBN 3-923605-08-0
  5. Otto Thielemann: Urgeschichte am Nordharz, Goslar, 1977, Selbstverlag des Geschichts- und Heimatschutzvereins Goslar e.V.