Karl-Heinz Steinle

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Karl-Heinz Steinle (* 1962 in Mühlacker, Enzkreis)[1] ist ein deutscher Historiker.

Steinle studierte Geschichte und Slawistik an den Universitäten von Heidelberg und Berlin und erwarb den Magistergrad.[2] Er forschte u. a. über Homosexualität in Russland und der Sowjetunion. Später gehörte er zu den Mitarbeiter_innen des Schwulen Museums* in Berlin und war von 2009 bis 2013 dessen Geschäftsführer. Unter seiner Leitung bezog das Museum einen neuen Standort in der Berliner Lützowstraße.[3] 2013 machte sich Steinle als Historiker und Berater für Filme, Projekte und Sammlungen selbstständig; er forscht zu Lebenswegen und zu Orten und Freiräumen im 20. und 21. Jahrhundert. Karl-Heinz Steinle gehört zum Team des „Archivs der anderen Erinnerungen“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Berlin, arbeitet u. a. für das Forschungsprojekt „Lebenswelten, Repression und Verfolgung von LSBTTIQ in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland“ der Universität Stuttgart, für das Forschungsvorhaben des Stadtarchivs Tübingen „Queer durch Tübingen. LSBTTIQ in Tübingen und Region vom Mittelalter bis heute“, für das FFBIZ e.V. in Berlin und für das Geschichtsprojekt „Jung fragt Alt“ des Kinderrings Berlin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Geschichte der Kameradschaft „Die Runde 1950 bis 1969“. Verlag Rosa Winkel, Berlin 1998, ISBN 3-86149-080-3.
  • Der Kreis – Mitglieder, Künstler, Autoren. Verlag Rosa Winkel, Berlin 1999, ISBN 3-86149-093-5.
  • Der literarische Salon bei Richard Schultz. Querverlag, Berlin 2002, ISBN 3-89656-078-6.
  • Der Salon der Hundert in Tübingen. Stuttgart 2017 (online).
  • Charles Grieger – Künstler und Autor der Homophilenbewegung. In: Carolin Küppers, Rainer Marbach (Hg.): Communities, Camp und Camouflage. Bewegung in Kunst und Kultur. Männerschwarm Verlag. Hamburg 2017, ISBN 978-3-86300-236-7.
  • Repressionen gegen LSBTI-Lokale in den 1950er und 1960er Jahren; Queere Kleinkunst: (bei) Gerda Kelch; Anknüpfen an eine Travestie-Legende vor dem Krieg: Das Eldorado; Das Kleist-Casino oder KC; Die Robby-Bar; Das Travestielokal Chez Nous. In: Maneo – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin (Hg.): Spurensuche im Regenbogenkiez. Historische Orte und schillernde Persönlichkeiten (= Maneo-Kiezgeschichte, Band 2). Berlin 2018.
  • Räume für Träume. Auf der Suche nach Treffpunkten und anderen Freiräumen für Lesben, Schwule und Trans*Personen in der frühen Bundesrepublik. In: Carolin Küppers, Martin Schneider (Hg.): Orte der Begegnung – Orte des Widerstands. Zur Geschichte homosexueller, trans*-geschlechtlicher und queerer Räume. Männerschwarm Verlag, Hamburg 2018, ISBN 978-3-86300-256-5.
  • Sie machen Geschichte, Ministerium für Integration und Soziales Baden-Württemberg, Stuttgart 2019 (Wanderausstellung und Begleitheft).
  • Als Co-Autor mit Bastian Schlüter und Andreas Sternweiler: Eberhardt Brucks : ein Grafiker in Berlin. Schwules Museum, Berlin 2008, OCLC 313638869.
  • Als Co-Autor mit Kirsten Plötz: Selbsttötungen von LSBTTIQ als Folge von gesellschaftlicher Ächtung und Verfolgung. Stuttgart 2017, https://www.lsbttiq-bw.de/2017/05/16/selbsttoetungen-von-lsbttiq-als-folge-gesellschaftlicher-aechtung-und-verfogung/
  • Als Co-Autor mit Julia Noah Munier: Wiedergutmachung von Transvestiten und Damenimitatoren nach 1945, Stuttgart 2017, https://www.lsbttiq-bw.de/2017/12/21/wiedergutmachung-von-transvestiten-und-damenimitatoren-nach-1945/
  • Als Co-Autor mit Julia Noah Munier: Die Polizeiordner der Kripo Stuttgart: ein Repressionsapparat der frühen Nachkiregszeit. In: Martin Cüppers, Norman Domeier (Hg.): Späte Aufarbeitung. LSBTTIQ-Lebenswelten im deutschen Südwesten. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-945414-47-7.
  • Als Co-Autor mit Daniel Baranowski: Das ‚Archiv der anderen Erinnerungen‘: Zeugnisse von LSBTTIQ-Lebenswelten. In: Martin Cüppers, Norman Domeier (Hg.): Späte Aufarbeitung. LSBTTIQ-Lebenswelten im deutschen Südwesten. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-945414-47-7.
  • Als Co-Autor mit Julia Noah Munier: Hilmar Damita. Eine Lebensgeschichte zwischen Bühnen-Glamour, NS- und bundesrepublikanischer Verfolgung und dem mutigen Ringen um Entschädigung. In: Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung Berlin: Auf nach Casablanca? Lebensrealitäten transgeschlechtlicher Menschen zwischen 1945 und 1980, Berlin 2019.

Mitarbeit / Historische Beratung in Filmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Hick: Ich kenn keinen. Allein unter Heteros. Galeria Alaska, Hamburg/Stuttgart 2003.
  • Wrench & Franks (London/Berlin): Eberhardt Brucks. Schwules Museum. Berlin 2010.
  • Jochen Hick: Mein wunderbares West-Berlin. Galeria Alaska, Hamburg/Berlin 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Reichert: Die Generation Golf macht Unisex.
  2. Die Darstellung des „neuen Menschen“ im Drehbuch und Film „Strogij junoša“ unter besonderer Berücksichtigung des Romans „Zavist“. Freie Universität Berlin: Magisterarbeit, 1993.
  3. Quantensprung für das Schwule Museum, Deutschlandradio Kultur, 16. Mai 2013