Karl Julius Lohnert

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Karl Julius Lohnert (* 27. Oktober 1885 in Unteröwisheim; † 21. Januar 1944 in Leipzig) war ein deutscher Astronom und Psychologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss der Oberrealschule 1905 studierte Lohnert zunächst vier Semester an der Universität Heidelberg. Dort war er bei dem deutschen Astronomen Max Wolf zwischen 1905 und 1907 als Assistent tätig. In dieser Zeit entdeckte er vier Asteroiden und beschäftigte sich mit der Sternverteilung in der Nähe von Sternennebeln.[1]

Nach weiteren zehn Semestern Studium der Psychologie an der Universität Leipzig wurde Lohnert unter Wilhelm Wundt und Johannes Volkelt promoviert. Lohnert beschäftigte sich mit der Formwahrnehmung von Rechtecken und konstruierte dazu einen Apparat, der es einer Versuchsperson ermöglichte, in kurzer Zeit zwei Rechtecke mit variablen Seitenverhältnissen zu betrachten.[2]

Der von Lohnert 1907 entdeckte Asteroid Vundtia wurde nach Wilhelm Wundt benannt.[3]

Entdeckungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohnert entdeckte zwischen 1906 und 1907 in Heidelberg die vier Asteroiden (618) Elfriede, (623) Chimaera, (635) Vundtia und (639) Latona.

Für den von Karl Wilhelm Reinmuth am 10. Oktober 1931 am Observatorium auf dem Königstuhl bei Heidelberg entdeckten Asteroiden mit der provisorischer Bezeichnung 1931 TC2 wurde 2011 der Name (11434) Lohnert vergeben, auf Vorschlag von Lutz D. Schmadel.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutz D. Schmadel, Susanne Guski-Leinwand: Karl Julius Lohnert – ein unbekannter Astronom, experimenteller Psychologe und Lehrer. In: Beiträge zur Astronomiegeschichte. Band 11, 2011, S. 335–350, ISBN 978-3817118830

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Sternverteilung um die großen Nebel bei ξ Persei und 12 Monocerotis. In: Sirius. Zeitschrift für populäre Astronomie. Bd. 35, 1907, Mayer, Leipzig, S. 279
  2. Wilhelm Wirth: Psychophysik: Darstellung der experimentellen Psychologie. Hirzel, Leipzig, 1912, S. 354–355
  3. a b Lutz D. Schmadel: Dictionary of Minor Planet Names, Springer Science, 2012, S. 778, ISBN 978-3-642-29718-2, Google Books Vorschau