Universität Leipzig

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Universität Leipzig
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Motto „Aus Tradition Grenzen überschreiten“
Gründung 1409
Trägerschaft staatlich
Ort Leipzig
Bundesland Sachsen
Staat Deutschland
Rektorin Beate Schücking
Studenten 26.772 (WS 2012/13)[1]
Mitarbeiter 8.933 (davon 3.246 WM)[2]
davon Professoren 484[2]
Jahresetat 320,417 Mio. € (davon
45,196 Mio. € Drittmittel)
Website www.uni-leipzig.de
Das Neue Augusteum am Augustusplatz ist seit Sommer 2012 das Hauptgebäude der Universität Leipzig. Es beherbergt u.a. das Audimax mit 800 Sitzplätzen. Rechts daneben das Neue Paulinum.

Die Universität LeipzigAlma Mater Lipsiensis (AML) – ist die größte Hochschule in Leipzig. Mit ihrem Gründungsjahr 1409 ist sie auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland die zweitälteste, seit ihrer Gründung ohne Unterbrechung arbeitende Universität nach der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (1386).

Geschichte[Bearbeiten]

Lage in der Stadtmitte

Gründung[Bearbeiten]

Nachdem infolge von Streitigkeiten an der Karls-Universität Prag im Zusammenhang mit der Hussiten-Bewegung der böhmische König Wenzel IV. durch das sogenannte Kuttenberger Dekret die dortige böhmische Nation gegenüber den anderen Universitätsnationen bevorzugte, zogen 1409 etwa 1000 der dortigen deutschen Lehrkräfte und Studenten nach dem in der damaligen Markgrafschaft Meißen gelegenen Handelszentrum Leipzig, wo die Artistenfakultät den Lehrbetrieb aufnahm. Dieser wurde sofort von der Stadt ein Gebäude in der Petersstraße übereignet. Noch 1409 wurde das „Studium generale“ durch Papst Alexander V. bestätigt. Am 2. Dezember 1409 wurden Johannes Otto von Münsterberg zum Rektor gewählt und die Universitätssatzung verlesen.

Die Angehörigen der Universität gehörten nach ihrer Herkunft zu vier verschiedenen Nationen: der meißnischen (der wettinische Herrschaftsbereich), der sächsischen (Nord-/Nordwestdeutschland, Skandinavien, England), der bayrischen (Süd-/Südwestdeutschland, Süd- und Westeuropa) und der polnischen (Schlesien, Ostdeutschland, Osteuropa). Die Landesherren, Friedrich der Streitbare und Wilhelm der Reiche, bewilligten der Universität anfangs einen Jahresetat von 500 Gulden. Hieraus wurden je Universitätsnation fünf Magister bezahlt. Die übrigen mussten ihren Lebensunterhalt aus Studien- und Prüfungsgebühren sowie anderen Einkünften selbst bestreiten.

1415 wurde die medizinische, 1446 die juristische Fakultät gegründet. 1543 wurde die Universität durch Übernahme des ehemaligen Dominikanerklosters mit der Klosterkirche St. Pauli stark erweitert. Zwei Jahre später wurde diese durch Martin Luther als Universitätskirche geweiht.

Die Kollegien[Bearbeiten]

Das Rote Kolleg um 1880

In den Kollegien, der Universität oder Stiftungen gehörenden Häusern, fanden die Lektionen, Disputationen und andere wissenschaftliche Veranstaltungen statt und hatten die Magister ihre Wohnungen. Diese Häuser waren von Erhebungen, Steuern und Lasten sowie auch von der Gerichtsbarkeit des Rates der Stadt befreit.

Bereits 1409 schenkten die Landesfürsten der Universität zwei Häuser, die deshalb Fürstenkolleg genannt wurden: das Große Fürstenkolleg im Grundstückskomplex zwischen Ritterstraße und Stadtmauer (der heutigen Goethestraße) und das Kleine Fürstenkolleg in der Schloßgasse, das aber schon 1441 in die Ritterstraße umzog. Da die Kollegien für die Anforderungen des Lehrbetriebs nicht ausreichten, wurden von Magistern auch Häuser erworben oder angemietet, in denen sie wohnten und Vorlesungen hielten sowie auch Bursen für ihre Studenten einrichteten.

1416 kam als private Stiftung das sogenannte Frauenkolleg hinzu. Hier studierten nicht etwa Frauen, sondern es erhielt seinen Namen nach einer nahegelegenen Marienkapelle (Unserer Lieben Frau) und hieß eigentlich „Collegium Beatae Mariae Virginis“. Es befand sich auf der südlichen Seite am Ostende des Brühl und wurde erst in den 1850er Jahren für den Bau der Georgenhalle abgerissen. Ein weiteres Kolleg war das dem Frauenkolleg am Brühl gegenüberliegende Bernhardinerkolleg, das als Stiftung des Zisterzienserordens entstand, nur Studenten dieses Ordens vorbehalten war und deshalb zur Reformation verschwand.[3]

1543/44 erhielt die Universität die Gebäude des säkularisierten Dominikanerklosters St. Pauli, welche dann Pauliner Kolleg genannt wurden.

Auf den Grundstücken zwischen Ritterstraße und Stadtmauer entstanden durch Ausbau, Umbau und Neubau weitere Einrichtungen der Universität, so 1513 das Neue Kolleg für die Philosophische Fakultät, das nach einer Erweiterung 1646, möglicherweise nach einem entsprechenden Anstrich, auch Rotes Kolleg hieß. Es blieb auch bei dem Namen, als das Gebäude 1881/92 nach Entwürfen von Arwed Roßbach mit der Front zur Ritterstraße „von Grund aus neu errichtet“ wurde.[4] Der Bau zur Goethestraße hin wurde 1905 erneuert, fiel aber dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Entwicklung bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Augusteum und Paulinerkirche (1890)
Die Leipziger Universität um 1900

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Einrichtung stetig weiter und war zeitweise die größte Universität Deutschlands. Neue Fakultäten und Lehrstühle wurden eingerichtet. 1725 begann Johann Christoph Gottsched als Privatdozent; der spätere Rektor und Professor für Poesie strahlte weit über die Universität aus. Persönlichkeiten, wie Lessing, Klopstock und Goethe, zog es nach Leipzig. Die wachsende Studentenzahl bedingte größere Räumlichkeiten, und so wurde 1836 am Augustusplatz das von Albert Geutebrück entworfene neue Hauptgebäude, das Augusteum, das eine Fassade nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels trägt, eingeweiht. 1848, während der Märzrevolution, beteiligten sich sowohl Professoren als auch Studenten an Demonstrationen und Barrikadenbau. 1891 wurde die von Arwed Roßbach aufgeführte neue Universitätsbibliothek Bibliotheca Albertina eingeweiht. Wenige Jahre später wurde unter seiner Leitung der Universitätskomplex einschließlich der Fassade der Universitätskirche am Augustusplatz umgebaut.

Die Universität bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigte sich die rechts-konservative Einstellung vieler Studenten und Professoren: Während der Novemberrevolution entfernten Studenten auf Anordnung des Rektors rote Flaggen auf dem Hauptgebäude und hissten die Fahne des Adelshauses der Wettiner; während des Kapp-Putsches besetzte ein studentisches Freiwilligenregiment die Innenstadt und schoss auf Putschgegner. Bereits 1931 gewann der Nationalsozialistische Studentenbund (NSDStB) die Wahlen zum Allgemeinen Studentenausschuss. Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ wurden 47 Angehörige des Lehrkörpers (11,8 %) aus rassistischen oder politischen Gründen vertrieben. Fünf von ihnen wurden Opfer des Holocaust, einer beging Suizid.[5] Im November 1933 unterschrieben über 100 Professoren einen Aufruf zur Wahl Adolf Hitlers, der Rektor Arthur Golf beteiligte sich an der Großkundgebung dazu. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gehörte die Einrichtung zu den vier „großdeutschen“ Universitäten, die weiterhin unterrichten durften.

Durch eine Reform der Lehrerbildung im Freistaat Sachsen wurde die Lehrerbildung 1923/1925 auch mit ihren praktischen Anteilen über ein Pädagogisches Institut (Volksschullehrer, Leiter: Hans Volkelt) und ein Institut für praktische Pädagogik (höheres Lehramt, Leiter: Ernst Boehm) an die Universität angegliedert.

Nachdem bereits 1923 die (vormals Königliche Sächsische) Tierärztliche Hochschule aus Dresden nach Leipzig übergesiedelt und als Veterinärmedizinische Fakultät in die Universität aufgenommen worden war, kam es 1942/1943 zur Gründung der Reichsanstalt für Vitaminprüfung und Vitaminforschung auf dem Campus der Veterinärmedizinischen Fakultät.

Karl-Marx-Universität in der DDR[Bearbeiten]

Das Hauptgebäude der Karl-Marx-Universität Leipzig im Jahr 1975 mit dem Bronzerelief Aufbruch über dem Eingang. Im Hintergrund das ehemalige Uni-Hochhaus.

Bei Kriegsende waren durch Bombenangriffe 60 % aller Gebäude und 70 % aller Bücher vernichtet. Am 5. Februar 1946 fand die Wiedereröffnung der Universität statt. Auch die Universität Leipzig war von der Gleichschaltung der gesellschaftlichen Institutionen in der DDR betroffen. 1948 wurden der frei gewählte Studentenrat aufgelöst und die Mitglieder durch FDJ-Mitglieder ersetzt. Der Vorsitzende des Studentenrates, Wolfgang Natonek, und weitere Mitglieder wurden verhaftet und eingekerkert. Aber die Hochschule war auch Keimzelle des Widerstandes. So setzte sich die Belter-Gruppe mit Flugblättern für freie Wahlen ein. Der Kopf der Gruppe, Herbert Belter, bezahlte seinen Einsatz für die Demokratie mit seinem Leben und wurde 1951 in Moskau hingerichtet.

Für die entsprechende Erziehung von Studenten aller Fachrichtungen, später auch der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität, gab es ab 1951 ein „Gesellschaftswissenschaftliches Institut“, 1960 umbenannt in Institut für Marxismus-Leninismus und 1969 erweitert zur „Sektion für Marxismus-Leninismus“. Die 1954 als Fakultät Journalistik gegründete Sektion Journalistik (auch „Rotes Kloster“ genannt) war der einzige universitäre Studiengang für Journalismus in der DDR. Diese gesellschaftswissenschaftlichen Studiengänge und Institute wurden nach der friedlichen Revolution in der DDR 1990 geschlossen.

1953 wurde die Universität von den neuen Machthabern in Karl-Marx-Universität Leipzig umbenannt. 1968 wurden das teilbeschädigte Augusteum einschließlich Johanneum und Albertinum sowie die unversehrte Paulinerkirche gesprengt, um Platz für eine Neubebauung zu machen. Von 1968 bis 1972 wurde das Uni-Hochhaus in Form eines aufgeschlagenen Buches gebaut, das zum dominanten Gebäude der Universität wurde. Die weitere Umgestaltung und Bebauung des Universitätscampus folgte in den Jahren 1973 bis 1978. Das Hauptgebäude der Universität wurde ein sozialistischer Bau, über dessen Eingang das Bronzerelief Aufbruch mit Karl Marx' Kopf angebracht wurde.

Bekannt wurden u. a. die „Leipziger Schule der Sprach- und Übersetzungswissenschaft“ (Otto Kade, Albrecht Neubert, Gerd Wotjak) und das „Lehrbuch des modernen Arabisch“ (Wolfgang Reuschel, Günther Krahl), das die bis dahin gründlichste deutschsprachige Beschreibung der modernen arabischen Schriftsprache enthält und in überarbeiteter Form auch nach 1990 in vielen Auflagen, darunter auch in englischer Sprache, erschienen ist. Zu erwähnen ist auch der Historiker Walter Markov, der u. a. (gemeinsam mit dem Franzosen Albert Soboul) Bedeutendes zur Erforschung der Geschichte der Französischen Revolution beigetragen hat.

Die Alma mater Lipsiensis nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Ehemaliges Uni-Hochhaus, davor der Große Sendesaal des MDR, rechts im Vordergrund das alte Hauptgebäude der Universität vor dem Umbau ab 2005

Seit 1990 befindet sich die Universität, die ab 1991 wieder ihren ursprünglichen Namen Alma mater lipsiensis trägt, im Umbau. 7000 von 12.000 Mitarbeitern wurden entlassen.[6] 1992 wurde die Pädagogische Hochschule „Clara Zetkin“ (PH Leipzig) aufgelöst. Mit der Abgabe des Uni-Hochhauses an einen privaten Nutzer hat ein Großteil der Fakultäten neue Gebäude bezogen, die sich auf mehrere Standorte in der Stadt verteilen. Am historischen Zentrum der Universität, dem Augustusplatz, befinden sich neben Hörsaal- und Seminargebäude nur noch die Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft sowie für Mathematik und Informatik. Der Wiederaufbau der im Krieg stark beschädigten Universitätsbibliothek, die in der DDR nur notdürftig gesichert worden war und immer mehr verfiel, wurde 2002 abgeschlossen.

Bis zum 600-jährigen Jubiläum der Universität 2009 sollte der innerstädtische Campus neu gestaltet werden. Im Jahre 2002 erhielt das Münsteraner Architektenbüro Behet + Bondzio den zweiten Preis im Architekturwettbewerb, wobei dessen Gestaltung der sensiblen Augustusplatzseite in der Öffentlichkeit höchst umstritten war. Einen ersten Preis vergab die Jury nicht. Eine Interessengruppe mit partieller Unterstützung der Landesregierung forderte den Wiederaufbau des Augusteums und der Paulinerkirche gegen den Widerstand der Universitätsführung und des größten Teils der Studenten sowie auch der Leipziger Bevölkerung, deren Meinung aber je nach Umfrage schwankte. Diese Streitigkeiten führten Anfang 2003 zu einem Eklat: Rektor Volker Bigl und die Prorektoren traten aus Protest gegen die Landesregierung zurück, nachdem sich schon vorher starke Spannungen wegen des sächsischen Hochschulvertrages über die zukünftige Hochschulfinanzierung aufgebaut hatten. Als Kompromiss konnte man sich auf die Durchführung eines zweiten Wettbewerbs, der nur die Augustusplatzfront der Universität betraf, einigen. Am 24. März 2004 entschied sich eine Jury für den Entwurf des niederländischen Architekten Erick van Egeraat, der von fast allen Seiten wohlwollend aufgenommen wurde. Er erinnert in der äußeren Form, aber stark verfremdet, an die ursprüngliche Kubatur des Gebäudekomplexes um die Paulinerkirche. Die Umbauarbeiten, die insgesamt 140 Millionen Euro kosten sollten, begannen im Sommer 2005 mit dem Bau der neuen Zentralmensa. → Abschnitt: Der neue Campus am Augustusplatz

Im Jahr 2008 konnte sich die Universität bei der Exzellenzinitiative in Deutschland durchsetzen und erhielt die Förderung als Graduiertenschule mit dem Thema BuildMoNa. Leipzig School of Natural Sciences – Building with Molecules and Nano-objects[7]. Auch bei der sächsischen Initiative konnte sich die Uni behaupten, dort versucht sie mit dem Projekt „Life“ Volkskrankheiten besser zu erforschen[8]. Ebenfalls 2008 wurde das Bach-Archiv zum An-Institut erklärt.

600 Jahre Universität Leipzig (2009) bis heute[Bearbeiten]

Briefmarke der Deutschen Post AG zum Jubiläum

600 Jahre nach ihrer Gründung beging die Universität Leipzig 2009 ein Jubiläumsjahr. Über 300 wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen gehörten zum Jubiläumsprogramm. Die Ausstellung „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften“ vom 9. Juli bis 6. Dezember 2009 zeigte auf, welchen Stellenwert die universitäre Leipziger Forschung und Lehre von Beginn an bis heute in Europa hat. Ein Konzert im Gewandhaus läutete am 9. Mai 2009 die Jubiläumsfeierlichkeiten ein. Unter anderem waren auch Auszüge aus Johann Sebastian Bachs „Festmusiken zu Leipziger Universitätsfeiern“ zu hören. Außerplanmäßig nutzten Studenten, die gegen die Studienbedingungen und die Bildungsreform protestierten, den Abend, um einen offenen Brief zu verlesen, der die Absage der Jubiläumsfeierlichkeiten forderte, Begründung: „Es gibt angesichts der herrschenden Bedingungen nichts zu feiern.“[9] Organisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) nahmen das Universitätsjubiläum zu Anlass, ihre Jahresversammlungen und -tagungen 2009 in Leipzig abzuhalten. Anfang Dezember 2009, rund um das Gründungsdatum 2. Dezember, gab es eine Festwoche.

Zusätzlich wurden zum Jubiläum eine 10-Euro-Gedenkmünze, entworfen von Dietrich Dorfstecher, sowie eine Sonderbriefmarke der Deutschen Post, entworfen von Nadine Bill, mit einer Auflage von 309 Millionen Stück herausgegeben.[10]

Im Juni 2013 beschloss der erweiterte Senat der Universität, statt des generischen Maskulinums (z.B. impliziert der Begriff Professor auch die Professorinnen) ein generisches Femininum, z.B. Professorin, in der Grundordnung zu verwenden.[11]

Campus[Bearbeiten]

Augustusplatz[Bearbeiten]

Institutsgebäude in der Grimmaischen Straße
Das neue Seminargebäude
Die Mensa am Park mit City-Hochhaus

Während der Bauarbeiten für den neuen Campus am Augustusplatz in der Grimmaischen Straße und der Universitätsstraße wurden die Studenten ab 2007 übergangsweise in Interim-Gebäuden untergebracht, die auf die ganze Stadt verteilt waren. Ein großer Teil der Vorlesungen musste im Städtischen Kaufhaus in der Universitätsstraße sowie in Hörsälen der Medizinischen Fakultät stattfinden. Für Seminare wurde unter anderem das Bürogebäude Am Brühl 34–50 angemietet. Das Interim der Zentralmensa befand sich in der Katharinenstraße 15. Die Verträge mit dem Städtischen Kaufhaus und für das Brühl-Gebäude endeten nach der Fertigstellung des Seminar- und Hörsaalgebäudes.

Das neue Institutsgebäude für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät entstand als kompletter Neubau in der Grimmaischen Straße. Es wurde im April 2009 fertiggestellt und ist seit dem Sommersemester 2009 in Benutzung. Das Erdgeschoss des Gebäudes wird gewerblich genutzt, hier befinden sich Ladengeschäfte.[12]

Das Neue Seminargebäude in der Universitätsstraße entstand auf Basis des Rohbaus seines Vorgängergebäudes, welcher vollständig saniert und umgestaltet wurde. Die Treppenhäuser blieben dabei erhalten. Der Bau wurde ebenfalls im April 2009 fertiggestellt und ist seitdem in Benutzung. Das Gebäude bietet 86 Seminarräume mit insgesamt 2600 Sitzplätzen.[12]

Ebenfalls auf Grundlage seines Vorgängerbaus wurde das neue Hörsaalgebäude gebaut und im Juni 2009 vollendet. Es enthält 21 Hörsäle mit insgesamt 2600 Sitzplätzen. Im Hörsalgebäude befindet sich auch die Campusbibliothek mit 500 Leseplätzen, die täglich rund um die Uhr geöffnet hat. Die Campusbibliothek fasst die Literatur der Wirtschaftswissenschaft, Mathematik, Informatik sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft. Sie ergänzt das Angebot der Universitätsbibliothek Albertina in der Beethovenstraße.[13][12]

Das Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli befindet sich noch im Bau. Es soll sowohl geistig als auch geistlich genutzt werden. Im Obergeschoss werden sich Hörsäle und Seminarräume für die Fakultät für Mathematik und Informatik befinden.[12]

Das Neue Augusteum schließt sich südlich an das Paulinum an. Es wurde im Sommer 2012 fertiggestellt und ist heute das Hauptgebäude der Universität. Im Inneren befindet sich das Auditorium maximum der Universität, eine Galerie sowie universitäre Büroräume. Das Audimax verfügt über zwei Kabinen für Simultandolmetscher. Im Untergeschoss befindet sich zudem eine Dolmetschertrainingsanlage für das Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie, deren Kabinen zum Teledolmetschen dem Audimax hinzugeschaltet werden können. Zudem ist das Augusteum der neue Sitz der Fakultät für Mathematik und Informatik.[12]

Die neue Zentralmensa Mensa am Park in der Universitätsstraße gegenüber dem Schillerpark wurde am 29. Juni 2009 eröffnet. Sie wird wie die anderen Universitätsmensen der Stadt vom Studentenwerk Leipzig betrieben. Über drei Ebenen sind 890 Sitzplätze verteilt.[14][12] Es wird sowohl Mittag- als auch Abendessen angeboten. Zusätzlich befinden sich im oberen Teil des Gebäudes Redaktionsräumlichkeitden des Universitätsradios mephisto 97.6, die auch über das Hörsaalgebäude zugänglich sind.

Geisteswissenschaftliches Zentrum[Bearbeiten]

Das Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) der Universität Leipzig (rechts Bibliotheca Albertina)

Rund 1,5 Kilometer vom Campus am Augustusplatz entfernt liegt in der Beethovenstraße 15 das Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) der Universität Leipzig. Hier sind die Institute der Philologischen Fakultät, das Historische Seminar der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften, sowie die Institute für Kulturwissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft und Soziologie der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie beheimatet. Auf dem Weg vom Campus am Augustusplatz zum GWZ liegt die Mensa Peterssteinweg mit einem historischen Speisesaal.

Jahnallee[Bearbeiten]

Auf dem Campus Jahnallee in Leipzig befinden sich die Sportwissenschaftliche Fakultät und deren Hörsäle, Sporthallen sowie eine Mensa. Die Sporthalle Ernst-Grube-Halle wird für diverse Veranstaltungen verwendet. Am Campus Jahnallee veranstaltet der StudentInnenRat der Universität Leipzig zudem jährlich das Campusfest Leipzig.

Gliederung[Bearbeiten]

An der Spitze der Universität Leipzig steht das Rektorat. Der Vorsitzende ist der Rektor. Zum Rektorat gehören auch der Kanzler (Hochschule) und drei Prorektoren. Sie waren zuständig für Lehre und Studium, Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs und strukturelle Entwicklung.

Seit der Wahl der neuen Rektorin Beate Schücking sind die Aufgaben neu verteilt. So gibt es jetzt einen Prorektor für Bildung und Internationales, einen Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung und einen Prorektor für Entwicklung und Transfer.[15]

Fakultäten[Bearbeiten]

Fakultät für Chemie und Mineralogie
Anatomie-Hörsaal der Medizinischen Fakultät
  1. Theologische Fakultät (Evangelische Theologie)
  2. Juristenfakultät
  3. Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften
  4. Philologische Fakultät
  5. Erziehungswissenschaftliche Fakultät
  6. Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
  7. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
  8. Sportwissenschaftliche Fakultät
  9. Medizinische Fakultät
  10. Fakultät für Mathematik und Informatik
  11. Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
  12. Fakultät für Physik und Geowissenschaften
  13. Fakultät für Chemie und Mineralogie
  14. Veterinärmedizinische Fakultät

Zentrale Einrichtungen[Bearbeiten]

Treppenhaus der Universitätsbibliothek Leipzig (Albertina)
Das Physikalische Institut in der Linnéstraße 5 (1909)

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Studentenwerk Leipzig kümmert sich um die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Betreuung der Studenten der Universität Leipzig und anderer Leipziger Hochschulen. Zu den Hauptaufgaben zählen der Betrieb der Studentenwohnheime und der Mensen und Cafeterien an Hochschuleinrichtungen in Leipzig.

Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft[Bearbeiten]

In Leipzig entstand 1916 das Institut für Zeitungskunde und der erste Lehrstuhl für Zeitungswissenschaften, was den Beginn der institutionalisierten wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Kommunikation in Deutschland überhaupt markiert. Ein Nachfolger des Instituts ist das heutige Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Die Leipziger Kommunikations- und Medienwissenschaft hat eine hohe internationale Forschungsreputation, von Leipziger Lehrenden und Forschenden stammen unter anderem grundlegende, wissenschaftliche Modelle wie der Dynamisch-transaktionale Ansatz oder das Intereffikationsmodell. Im Bereich des Kommunikationsmanagements und der Public Relations liegt der Forschungsschwerpunkt auf Vertrauen und Reputation, Controlling und dem Wandel der Public Relations, der unter anderem in der Langzeitstudie European Communication Monitor untersucht wird.[16]

Universitätsklinikum[Bearbeiten]

Ein Gebäude des Universitätsklinikum in der Liebigstraße

Das traditionsreiche Universitätsklinikum Leipzig hat seine Wurzeln in der 1415 gegründeten medizinischen Fakultät der Universität und ist mit rund 1.300 Betten und ca. 4.300 Mitarbeitern (Fakultätsmitarbeiter eingeschlossen) in insgesamt 28 Kliniken und Polikliniken das größte Klinikum Leipzigs.

Kooperationen und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Die Universität ist an drei International Max Planck Research Schools (IMPRS) beteiligt: Neuroscience of Communication: Function, Structure, and Plasticity (zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und dem Institute of Cognitive Neuroscience am University College London)[17], Leipzig School of Human Origins (zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie)[18] und Mathematics in the Sciences (zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften)[19].

Sieben An-Institute sind der Universität angegliedert:[20] Das Albrecht-Daniel-Thaer-Institut für Agrarwissenschaften e.V. (ATI)[21], das Bach-Archiv Leipzig[22], das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO)[23], das Institut für Angewandte Informatik e.V. (InfAI)[24], das Institut für Nichtklassische Chemie e.V. (INC)[25], das Institut für Versicherungswissenschaften e.V. (IfVW)[26] und das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V.[27].

Im Juni 2006 wurde zwischen Universitätsleitung und Vertretern der chinesischen Botschaft die Einrichtung eines Konfuzius-Institutes in Kooperation mit der Chinesischen Volksuniversität und dem „Nationalen Büro für Chinesisch als Fremdsprache“ vereinbart. Seit 12. Oktober 2012 ist die Universität Leipzig Mitglied des Hochschulverbunds German U15, der sich aus 15 medizinführenden und forschungsstarken Mitgliedsuniversitäten aus Deutschland zusammensetzt.[28]

Hochschullehrer[Bearbeiten]

Alumni[Bearbeiten]

Nationes[Bearbeiten]

Studentenverbindungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Senioren-Convent zu Leipzig

Siehe auch: Kategorie:Studentenverbindung (Leipzig)

Radio[Bearbeiten]

Das Lokalradio der Universität mephisto 97.6 ist im Leipziger Raum über UKW empfangbar und wird außerdem in das Leipziger Kabelnetz eingespeist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Universität Leipzig (Hrsg.) (2010): Geschichte der Universität Leipzig 1409–2009. 5 Bde.. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, ISBN 978-3-86583-310-5
  • Jens Blecher/Gerald Wiemers (2006): Die Universität Leipzig 1943–1992. Erfurt: Sutton Verlag, ISBN 978-3-89702-954-5
  • Jens Blecher/Gerald Wiemers (1998): Studentischer Widerstand an der Universität Leipzig. 1945–1955. Beucha: Sax-Verlag, ISBN 978-3-930076-50-5.
  • Detlef Döring/ Cecilie Hollberg (Hrsg.) (2009): Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften - 600 Jahre Universität Leipzig. 2 Bände, Dresden: Sandstein-Verlag
  • Birk Engmann (2008): Der große Wurf. Vom schwierigen Weg zur neuen Leipziger Universität. Beucha: Sax-Verlag, ISBN 978-3-86729-022-7
  • Konrad Krause (2003): Alma mater Lipsiensis. Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis zur Gegenwart. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, ISBN 3-936522-65-0
  • Ulrich von Hehl (Hrsg.) (2005): Sachsens Landesuniversität in Monarchie, Republik und Diktatur. Beiträge zur Geschichte der Universität Leipzig vom Kaiserreich bis zur Auflösung des Landes Sachsen 1952. Leipzig: Evang. Verl.-Anst. (= Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Bd. 3), ISBN 3-374-02282-0
  • Katrin Löffler (Hrsg.) (2009): Als Studiosus in Pleiß-Athen. Autobiographische Erinnerungen von Leipziger Studenten des 18. Jahrhunderts. Leipzig: Lehmstedt, ISBN 978-3-937146-68-3
  • Eberhard Schulze (2006): Die Agrarwissenschaften an der Universität Leipzig 1740–1945. Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Reihe B, Bd. 10, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, ISBN 978-3-374-02389-9
  • Eberhard Schulze (2008): Die Agrarwissenschaften an der Universität Leipzig 1945/46 – 1996. Leipzig. Leipziger Ökonomische Societät e. V., ISBN 978-3-000239892
  • VIVAT, CRESCAT, FLOREAT. Sonderheft der Leipziger Blätter zum 600. Gründungstag der Universität Leipzig. Passage- Verlag. Leipzig. 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.statistik.sachsen.de/download/100_Berichte-B/B_III_1_j12_SN.pdf
  2. a b Zahlen und Daten der Universität Leipzig
  3. Die Kollegien der Universität
  4. Wolfgang Hocquel: Leipzig. Architektur von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 2001, ISBN 3-932900-54-5, S. 111
  5. Michael Grüttner, Sven Kinas: Die Vertreibung von Wissenschaftlern aus den deutschen Universitäten 1933–1945. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 55 (2007), S. 140, 179-181.
  6. Stefan Locke: Ein Leben in vier Systemen: Doch, es war schlimm. faz.net, 30. März 2013, abgerufen am 31. März 2013
  7. Homepage der BuildMoNa Graduate School
  8. Homepage des LIFE-Projekts
  9. offener Brief an Rektor Häuser auf Indymedia im Wortlaut
  10. Universität Leipzig (Hrsg.) (2009): Mehr Wissen seit 1409. Dokumentation. Leipzig: Universität Leipzig, S. 16.
  11. Uni Leipzig verweiblicht ihre Grundordnung duz.de, 31. Mai 2013, abgerufen am 12. Juni 2013
  12. a b c d e f Universität Leipzig: Der Campus in der Übersicht. (Letzter Zugriff: 20. März 2010).
  13. Universitätsbibliothek Leipzig: Infos zur Campusbibliothek (Letzter Zugriff: 20. März 2010).
  14. L-IZ (28. Juni 2009): Vier Jahre Warten sind vorbei. Studentenwerk Leipzig eröffnet neue Mensa am Park. (Letzter Zugriff: 20. März 2010)
  15. Neue Prorektoren gewählt PM 2011/093 der Uni Leipzig zur Neuwahl der Prorektoren vom 12. April 2011 (abgerufen am 19. April 2011)
  16. kmw.uni-leipzig.de: Forschungsprojekte des Kommunikationsmanagement/der PR. (Letzter Zugriff: 1. September 2010)
  17. Homepage der IMPRS NeuroCom
  18. Homepage der Leipzig School of Human Origins
  19. Homepage der IMPRS Mathematics in the Sciences
  20. Kooperationen der Universität Leipzig
  21. Homepage des ATI
  22. Homepage des Bach-Archivs Leipzig
  23. Homepage des GWZO
  24. Homepage des InfAI
  25. Homepage des INC
  26. Homepage des IfVW
  27. Homepage des Simon-Dubnow-Instituts
  28. Universität Leipzig (15. Oktober 2012): Universität Leipzig ist Mitbegründerin des Verbundes U15. Pressemitteilung. (Letzter Zugriff: 30. Oktober 2012).

51.338712.378727777778Koordinaten: 51° 20′ 19″ N, 12° 22′ 43″ O

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