Karlsfried

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Karlsfried
Karlsfried

Karlsfried

Entstehungszeit: 1357
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Mauerreste
Ort: Zittau-Hartau
Geographische Lage 50° 50′ 5″ N, 14° 47′ 32″ OKoordinaten: 50° 50′ 5″ N, 14° 47′ 32″ O
Karlsfried (Sachsen)
Karlsfried
Karlsfried
Weg zum Karlsfried

Karlsfried ist die Ruine einer Höhenburg im Zittauer Gebirge. Sie liegt ungefähr auf halbem Wege zwischen der Zittauer Ortschaft Eichgraben und Lückendorf auf einem felsigen Ausläufer des Straßberges über der über den Stoß zwischen Straßberg und Heideberg führenden Staatsstraße 132.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Karlsfried wurde im Jahr 1357 auf Befehl des Kaisers Karl IV. durch Burggraf Ulrich Tista von Liebstein errichtet. Sie war nicht als Residenz vorgesehen, sondern diente lediglich als befestigte Zollstation auf einem Handelsweg (Gabler Reichsstraße) zwischen dem böhmischen Kernland und der Oberlausitz.[1] Hier wurde Zoll kassiert; außerdem bot die Burg Händlern Unterkunft und Geleit. 1364 wurde Zittau Pächter der Burg für 300 Schock Prager Groschen.

1412 übernahm Landvogt Hinko Berka von Dubá die Burg.

Im Jahr 1421 hielt die Burg einer Belagerung durch die Hussiten stand, wurde dann aber bei einer zweiten Belagerung im Januar 1424 niedergebrannt. Danach wurde die Burg noch einmal unter Kaiser Sigismund aufgebaut. Ihr neuer Besitzer Jan von Wartenberg unternahm von dort aus Raubzüge in die Umgebung. Um dies zu unterbinden, kaufte die Stadt Zittau die Burg im Jahr 1442 auf und ließ sie niederreißen. Viele ihrer Trümmer wurden fortgeschleppt und in der Umgebung als preiswertes Baumaterial wiederverwendet. So wurden z.B. 1690 Steine für die Lückendorfer Kirche abgebrochen. Der restliche Abbruch erfolgte 1721 als Baumaterial für Zittau.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übrig geblieben sind vom Karlsfried bis heute die Reste eines Eingangsturms und eines kleinen Palas mit viereckigem Bergfried. Zu erkennen ist auch noch der Wall, der im Tal unterhalb der Burg die durch Umgehung des Straßenzwangs entstandenen Hohlwege unpassierbar machte.[1] Dieser Burgtyp wird in der deutschen Literatur auch „Talsperre“ genannt.

Die Ruine Karlsfried liegt heute unscheinbar im Wald, direkt neben der Autostraße Zittau–Lückendorf. Sie ist sowohl von der Straße aus als auch aus östlicher Richtung über Wanderwege zu Fuß erreichbar und kann jederzeit kostenlos besichtigt werden. Es finden jedoch keine Führungen statt, und außer einer nahe gelegenen Schutzhütte und gut ausgeschilderten Wanderwegen ist dort auch keinerlei Infrastruktur vorhanden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Karlsfried. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 29. Heft: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1906, S. 88.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Kühtreiber: Straße und Burg. Anmerkungen zu einem vielschichtigen Verhältnis, S. 286ff. In: Kornelia Holzner-Tobisch, Thomas Kühtreiber, Gertrud Blaschitz (Hg.), Die Vielschichtigkeit der Straße. Kontinuität und Wandel in Mittelalter und früher Neuzeit, Veröffentlichungen des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit 22, Wien 2012, 263-301