Jablonné v Podještědí

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jablonné v Podještědí
Wappen von Jablonné v Podještědí
Jablonné v Podještědí (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Liberec
Fläche: 5784,9106[1] ha
Geographische Lage: 50° 46′ N, 14° 46′ OKoordinaten: 50° 45′ 56″ N, 14° 45′ 39″ O
Höhe: 315 m n.m.
Einwohner: 3.656 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 471 25
Kfz-Kennzeichen: L
Verkehr
Bahnanschluss: Řetenice–Lovosice–Česká Lípa–Liberec
Svor–Jablonné v Podještědí (eingestellt)
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 12
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Sadílek (Stand: 2010)
Adresse: náměstí Míru 22
471 25 Jablonné v Podještědí
Gemeindenummer: 561631
Website: www.jablonnevp.cz

Jablonné v Podještědí (deutsch Deutsch Gabel, bis 1901 Gabel) ist eine Stadt am Fuße des Lausitzer Gebirges im Norden der Tschechischen Republik. Sie liegt an der Europastraße 442 zwischen Nový Bor und Liberec am Panenský potok.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jablonné ist eine der ältesten Städte Nordböhmens. Sie liegt an der Gabler Straße, einer alten Handelsstraße, die von der Oberlausitz über Zittau und das Zittauer Gebirge nach Prag verläuft. Die Ansiedlung Jabel soll nach Überlieferungen Mitte des 10. Jahrhunderts von Pribislava, einer Schwester des Königs Boleslav I. (Böhmen) oder seinem Sohn Boleslav II. (Böhmen) gegründet worden sein.

Das Wappen zeigt ein dreitürmiges Stadttor mit einer zweizinkigen Gabel in der Öffnung. Als sinnvollste Deutung des Stadtnamens erscheint die früher bedeutsame Straßengabelung, aber auch eine Ableitung von „gabela“ (d. h. Salzsteuer, Salzlager, auch Maute) ist denkbar.

Die von dem Markwartinger Gallus von Lämberg (Havel z Lemberka, lateinisch Gallus de Yablonni) gegründete Stadt wurde erstmals 1249 urkundlich erwähnt. Dessen Gattin, die hl. Zdislava stiftete 1252 ein Dominikanerkloster mit der St-Laurentius-Kirche. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts war Gabel im Besitz der Herren Berka von Dubá, von denen es an Johann Joachim von Pachta von Reihofen gelangte. Im Jahre 1419 wurde es von den Hussiten unter der Führung von Jan Žižka eingenommen und zerstört. Die vertriebenen Dominikanermönche kehrten nach den Hussitenkriegen zurück. Im Dreißigjährigen Krieg hatte es mehrfach zu leiden und verlor deshalb an Bedeutung. Am 11. Mai 1788 vernichtete ein großer Stadtbrand fast alle Gebäude.

Während des Siebenjährigen Krieges wurde Gabel von preußischen Truppen besetzt. In den Befreiungskriegen besetzte General Joseph Poniatowski mit polnischen Truppen die Stadt. Am 19. August 1813 hielt sich Napoleon Bonaparte auf dem Rückzug aus Russland in der Stadt auf. Im Ersten Weltkrieg befand sich bei der Stadt ein Kriegsgefangenenlager, in dem bis zu 12.000 meist russische bzw. ukrainische Soldaten interniert waren.

Die verkehrsgünstige Lage der Stadt zeigt sich u. a. an den Durchreisenden: 1564 der nachmalige Kaiser Maximilian II., 1577 Kaiser Rudolf II., 1611 König Matthias, 1617 König Ferdinand II. und 1779 Kaiser Joseph II.

Im Jahre 1901 erhielt Gabel die amtliche Ortsbezeichnung Deutsch Gabel zur Unterscheidung von Gabel an der Adler. Der amtliche tschechische Name des Ortes lautete ab dieser Zeit Německé Jablonné.

Durch die Weltwirtschaftskrise und deren Folgen wurde Deutsch Gabel und sein Umland hart getroffen. Bis weit in die 1930er Jahre hinein war der Großteil der Bewohner arbeitslos.[3]

1895 hatte Gabel 2330 Einwohner. Am 1. Dezember 1930 waren es 2406, davon 2159 Deutsche, 180 Tschechen und 65 Ausländer. Am 17. Mai 1939 waren es 2159. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 fast alle Deutschen im Zuge der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei enteignet und in Richtung Zittau zum Verlassen des Ortes gezwungen.

Bis zum 31. Dezember 2006 gehörte die Stadt zum Okres Česká Lípa.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Jablonné v Podještědí besteht aus den Ortsteilen Česká Ves (Böhmischdorf), Heřmanice v Podještědí (Hermsdorf), Jablonné v Podještědí (Deutsch Gabel), Kněžice (Großherrndorf), Lada v Podještědí (Laaden, auch Laden), Lvová (Lämberg), Markvartice (Markersdorf), Petrovice (Petersdorf), Pole (Felden), Postřelná (Postrum), Valdov (Waldau) und Zámecká (Neufalkenburg)[4]. Grundsiedlungseinheiten sind Česká Ves, Heřmanice v Podještědí, Jablonné v Podještědí, Kněžice, Kněžičky (Kleinherrndorf), Lada v Podještědí, Lvová, Markvartice, Petrovice, Pole, Postřelná, Valdov, Zámecká, Židovice (Jüdendorf) und Zpěvná (Vogelgesang)[5].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Česká Ves v Podještědí, Heřmanice v Podještědí, Jablonné v Podještědí, Kněžice v Lužických horách, Lvová, Markvartice v Podještědí, Petrovice v Lužických horách und Postřelná[6].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jablonné v Podještědí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/561631/Jablonne-v-Podjestedi
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. Sozialdemokrat. Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik vom 12. Februar 1937.
  4. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/561631/Obec-Jablonne-v-Podjestedi
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/561631/Obec-Jablonne-v-Podjestedi
  6. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/561631/Obec-Jablonne-v-Podjestedi
  7. http://genealogy.euweb.cz/bohemia/duba2.html