Karmelit

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Dieser Artikel befasst sich mit der U-Bahn Karmelit. Für die Angehörigen des „Ordens der Brüder der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ siehe Karmeliten.
Karmelit Haifa
Karmelit in der Bergstation Gan haEm
Karmelit in der Bergstation Gan haEm
Streckenlänge: ≈ 1,8 km
Eröffnung: 1959 / 1992
Stationen: 6
Streckenverlauf
   
Pariser Platz - כיכר פריז
BSicon utHST.svg Solel Bone - סולל בונה
BSicon utHST.svg Prophetenstraße - הנביאים
BSicon utPSL.svg Ausweichstelle in der Streckenmitte
BSicon utHST.svg Massada - מצדה
BSicon utHST.svg Söhne Zions - בני ציון
   
Gan haEm - גן האם

Die Karmelit (hebräisch כרמלית; Englisch: Carmelit) ist eine U-Bahn in Haifa und die einzige in Israel. Betreiber ist Ha Carmelit Haifa Ltd. Nach einem schweren Brandschaden ruht der Verkehr seit dem 4. Februar 2017.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der U-Bahn ist vom Karmelgebirge abgeleitet, in dessen Nordhang der Tunnel der Karmelit verläuft. Gebaut wurde die Bahn von einer französischen Firma 1956–1959. Am 6. Oktober 1959 wurde der Betrieb aufgenommen. Nachdem die Anlage technisch überaltert war, wurde sie 1986 geschlossen, renoviert und mit neuen Zügen im September 1992 wiedereröffnet.[1] Seitdem stammt der elektrische Teil der Anlage von der Frey AG Stans, Schweiz, die Fahrzeuge von Doppelmayer, Österreich.[2] Zum 1. Januar 2017 wurde die Karmelit in den Verkehrsverbund von Haifa integriert.[3] Am 4. Februar 2017 geriet einer der beiden Züge, der während der verkehrsfreien Zeit des Sabbath in der Station Kikar Paris (Pariser Platz) abgestellt war, in Brand. Dabei wurden drei Wagen und die Infrastruktur schwer beschädigt. Seit dem ruht der Verkehr.[4]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karmelit verkehrt auf nur einer Strecke von etwa 1,8 km Länge, die sechs Stationen bedient. Damit ist sie eine der kürzesten Untergrundbahnen der Welt. Nur die Istanbuler Tünel und die Dorfbahn Serfaus (Österreich) sind kürzer. Die Karmelit überwindet einen Höhenunterschied von etwa 275 m auf ihrer kurzen Strecke, was zu einer mittleren Steigung von ungefähr 15 % führt. Sie wurde deshalb als Standseilbahn ausgeführt. Die Wagen sind an einem Stahlseil befestigt, über das sie bewegt werden und gegenseitig ihr Eigengewicht ausgleichen. Die Karmelit verkehrt, wie die meisten Standseilbahnen, auf eingleisiger Strecke mit einer Kreuzung in der Mitte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Strecke verkehren zwei Züge von je zwei Wagen gegenläufig. Die Fahrzeit über die gesamte Streckenlänge beträgt 12 Minuten.[5] Im innerstädtischen Verkehr spielt die Karmelit mit 700.000 Reisenden pro Jahr[6] eine vergleichsweise geringe Rolle, da sie am Rand der heutigen städtischen Zentren verläuft und in das öffentliche Bussystem von Egged nicht eingebunden war. Mit dem Beitritt zum Verkehrsverbund wird eine Verdoppelung der Fahrgäste erwartet.[7] Die Bedeutung könnte auch mit der Inbetriebnahme des Spurbussystems Metronit verbessern, das an der Haltestelle Kikar Paris (Pariser Platz) mit der Karmelit verknüpft werden soll.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NN: Assessing the Damage.In: HaRakevet 116 (März 2017). ISSN 0964-8763, S. 9.
  • NN: But then came the catastrophically bad news.In: HaRakevet 116 (März 2017). ISSN 0964-8763, S. 8f.
  • NN: The Carmelit Joins the Tariff Network. In: HaRakevet 116 (März 2017). ISSN 0964-8763, S. 8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karmelit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NN: The Carmelit Joins.
  2. NN: Assessing.
  3. NN: The Carmelit Joins.
  4. NN: But then.
  5. NN: The Carmelit Joins.
  6. NN: The Carmelit Joins.
  7. NN: The Carmelit Joins.