Karosseriebau

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Der Fachbereich Karosseriebau befasst sich mit den Bereichen:

  • Herstellung von Karosserien und Karosserieteilen für Fahrzeuge und Maschinen
  • Konstruktion und Herstellung von Karosserie-Prototypen für Landfahrzeugbau
  • weiterhin dessen Instandsetzung und Reparatur, sowie Sonderfahrzeugbau wie beispielsweise Kranken- und Bestattungswagenbau

Hierbei kommen verschiedene Techniken und Materialien zum Einsatz. Der Bereich unterscheidet sich grundlegend vom Flugzeugbau und wird daher gesondert behandelt.

Als eine Karosserie wird üblicherweise die tragende oder nichttragende Zelle eines Landfahrzeuges oder einer geführten Maschine bezeichnet.

Sie dient dem Schutz, der Unterbringung und Trennung oder Zusammenfassung einzelner Komponenten und Bauteile innerhalb einer Einheit, der Karosserie. Durch die äußere Gestaltung werden bei Fahrzeugen zudem aerodynamische und gestalterische Anforderungen erfüllt.

Handwerklicher Karosseriebau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Fahrzeuge Anfang des 20. Jahrhunderts hatten noch meist Karosserien in Holzrahmen-Bauweise, die anschließend mit Blechen beplankt oder mit Kunstleder bezogen waren. Aus dem Beruf des Kutschwagenbauers ging zunehmend der Karosseriebauer hervor.

Es war beim Neuwagenkauf gängige Praxis, ab Werk nur das Fahrgestell zu bestellen und bei einem Karosseriebauer eigener Wahl nach eigenen Wünschen eine Karosserie darauf bauen zu lassen. In dieser Zeit entstanden bekannte Karosseriebaufirmen, mit bis heute in Klassikerkreisen bekannten Namen wie Saoutchik oder Figoni & Falaschi in Frankreich oder Erdmann & Rossi oder Stuttgarter Karosseriewerk Reutter. Exaltierte, ausladende, Aufsehen erregende Entwürfe sowie handwerkliche Finesse zählten zu dieser Zeit mehr als reine Stückzahl und steigerten das Ansehen sowohl des Karosseriebauers, als auch des Kunden.

Seit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und in der Folgezeit verschwanden nach und nach mangels Nachfrage diese kleinen Unternehmen bis zum Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts fast völlig. Nun wurden kriegstaugliche oder preiswerte Fahrzeuge nachgefragt.

Längere Haltbarkeit, günstigere Kosten, größere Eigensteifigkeit und einfachere maschinelle Serienproduktion führten vermehrt zu selbsttragenden Ganzstahl- oder Aluminiumkarosserien im Automobilbau.

Es herrsche dennoch, auch bei der Serienproduktion, ein großer Teil Handarbeit vor. Nachbearbeitung durch große Fertigungstoleranzen war die Norm. Roboter hatten bis Ende der 60 er Jahre noch keinen Einzug in die Produktion gehalten.

Dies war auch die Zeit des Aufbruch eines neuen Sicherheitsdenkens im Fahrzeug und Karosseriebau, da der Ruf nach einer sicheren Fahrgastzelle immer stärker wurde.

Der Karosseriebau in der Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roboter fügen automatisiert die Karosserie eines Fahrzeuges zusammen

Einige Jahre nach dem Weltkrieg bestand große Nachfrage nach einem eigenen, bezahlbaren Automobil. Dies wurde durch rationellere Fertigungsmethoden seitens der Industrie vorangetrieben, die nun vermehrt preiswerte Kleinwagen in großen Stückzahlen am Fließband fertigte.

Karosserien aus Stahl oder Aluminium werden ca. seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts an Fertigungsstraßen größtenteils vollautomatisiert hergestellt. Auch Mischformen aus Alu-/Stahlverbindungen oder Sandwich-Bauweisen sind möglich.

Die Abteilung, die ebenfalls Karosseriebau genannt wird, umfasst Press- und Stanzeinrichtungen, auf welchen Bleche von Rollen (Coil) auf Maß geschnitten und in Form tiefgezogen und anschließend mit Durchbrüchen versehen Schweißrobotern zugeführt werden. Diese setzen – heute computerüberwacht – aus den einzelnen Elementen die Karosserien durch Schweißen, Kleben, Löten und weitere neue Verfahren wie Durchsetzfügen („clinchen“) zusammen.

Zur Gewichtsersparnis und zur Erfüllung schärferer (Crash-)Sicherheitsnormen werden heutige Karosserien durch Verwendung von ausgeklügelten Profilen, aber auch durch die Materialauswahl selbst optimiert.

So werden hochfeste Stähle an statisch beanspruchten Bereichen, leichte Werkstoffe an weniger belasteten eingesetzt, auch die Materialstärke kann innerhalb der Karosseriestruktur variieren.[1][2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 7-forum.com: Produktion BMW 7er (G11) im Werk Dingolfing: Karosseriebau. 12. Juni 2015, abgerufen am 19. Juli 2017.
  2. Spiegel Online, Hamburg, Deutschland: Holz im Fahrzeugbau: Zurück zu den Wurzeln. Abgerufen am 19. Juli 2017.