Kata Legrady

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Kata Légrády (* 1974 in Barcs) ist eine ungarische Opernsängerin, Dirigentin und Künstlerin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kata Légrády studierte als Jungstudentin Operngesang und Komposition an der Akademie der Musik und der Bildenden Künste der Universität in Pécs sowie Schauspiel an der Gór Nagy Mária Drama School in Budapest, wirkte in zahlreichen Musical- und Fernsehproduktionen mit, entschied sich dann aber für eine Laufbahn als bildende Künstlerin.

In Ihrem künstlerischen Schaffen wurde sie u. a. geprägt von ihrem späteren Mentor Prof. Daniel Spoerri, Mitbegründer der Künstlergruppierung Nouveau Réalisme und Erfinder der Eat-Art, dem deutschen Künstler und Kunsttheoretiker Prof. Bazon Brock sowie durch die Künstler Jacques Villeglé, Raymond Hains und Philippe Pasqua, die sie im Rahmen von Studienaufenthalten in New York, Oxford und Paris kennenlernte.

In ihren Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Video-Installationen setzt sich die Künstlerin mit dem Spannungsverhältnis von Gewalt, Macht und Konsum auseinander, wobei sie spielerisch Handfeuerwaffen, Handgranaten oder Fliegerbomben mit bunten Smarties, Elementen von Disney-Figuren, Pelz und Federn, oder auch mit Geldscheinen kombiniert, dekoriert oder mit schrillen Bonbonfarben lackiert. Es entsteht eine bestürzende Spannung zwischen Kindheit und Zerstörung, zwischen Gewalt, Leiden und der Erinnerung an kindliche Spiele.[1] "Ihre Fetischobjekte sind eine Weiterentwicklung der surrealistischen Objektkunst im Zeitalter der Hochglanzästhetik."[2]

Mit ihnen will Kata Légrády in öffentliche Diskurse zu globalen Konflikten und Krisen eingreifen. Entsprechend dieser Maxime wurden die verfremdeten Kriegsgeräte Légrádys 2014 in einer Sonderausstellung anlässlich des Beginns des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren den mahnenden Kriegsreflexionen der Künstlerkollegin Käthe Kollwitz im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin gegenübergestellt. Légrádys Objekte sollten die pazifistischen Forderungen der Käthe Kollwitz aktualisieren. Die Zeitung Die Welt lobte dieses museale Wagnis als "eine der interessantesten und sehenswertesten Ausstellungen"[3] dieses Gedenkjahres und als "kuratorische Glanzleistung"[3] der Kuratoren Gudrun Frisch und Pay Matthis Karstens.

Kata Légrády ist die Witwe des Unternehmers und Kunstsammlers Jan A. Ahlers.[4] Sie lebt und arbeitet in Hannover, Paris, Kampen und Budapest.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeiten Kata Légrádys werden regelmäßig international in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf den wichtigen internationalen Kunstmessen gezeigt:

Kunstmessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Art Basel Hong Kong 2013 \\ HKCEC, Hongkong \\ Pékin Fine Arts
  • The Armory Show 2013 \\ Piers 92 94, New York \\ Pékin Fine Arts
  • Art Paris 2013 \\ Grand Palais, Paris \\ Galerie Rabouan Moussion
  • Drawing Now 2013 \\ Carrousel du Louvre, Paris \\ in collaboration with Galerie Rabouan Moussion
  • Paris Photo 2012 \\ Grand Palais, Paris \\ Pékin Fine Arts
  • Art Paris 2012 \\ Grand Palais, Paris \\ Galerie Rabouan Moussion
  • Art HK 12, Hongkong International Art Fair 2012 \\ HKCEC, Hongkong \\ Pékin Fine Arts
  • Art Paris 2011 \\ Grand Palais, Paris \\ Galerie Rabouan Moussion
  • Art Paris 2010 \\ Grand Palais, Paris \\ Galerie Rabouan Moussion

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mahnung & Verlockung – Die Kriegsbildwelten von Käthe Kollwitz und Kata Legrady. \\ Käthe-Kollwitz-Museum, Berlin[5]
  • Kata Légrády: Smart Pistols ZKM \\ Center for Art and Media, Karlsruhe (solo exhibition)

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Doublethink: Kata Légrády and Wang Luyan \\ Hong Kong Arts Centre, Hongkong
  • Hybride 2 \\ Ancien Hôpital Général, Douai
  • Bombs and Candies \\ Kulturstiftung Marienmünster, Marienmünster (solo exhibition)
  • Caravana Negra \\ La Bocca, Buenos Aires
  • Artist in Society \\ Galerie Rabouan Moussion, Paris (solo exhibition)

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Cabinet des Curiosités de Thomas Erber \\ Édition Spéciale - BMW George V, Paris
  • Le Cabinet des Curiosités de Thomas Erber \\ Andreas Murkudis, Berlin
  • Le Luxe, mode d’emploi \\ Passage de Retz, Paris
  • Bombs and Candies - dulce et decorum \\ Denkerei Prof. Bazon Brock, Berlin (solo exhibition)

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kata Légrády \\ Fondazione Mudima, Milan (solo exhibition)
  • Le Cabinet des Curiosités de Thomas Erber \\ Browns, London
  • Masks and Guns \\ Galerie Rabouan Moussion, Paris (solo exhibition)
  • Kata Légrády \\ Galerie Pari Nadimi, Toronto (solo exhibition)

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bombs and Candies \\ Galerie Rabouan Moussion, Paris (solo exhibition)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Rosenberg e.a. (Hrsg.): Kata Légrády Graphic Works: Once Upon a Time..., SKIRA Editore, Mailand 2014, ISBN 978-88-572-1964-6
  • Peter Weibel (Hrsg.): Kata Legrady: Smart Pistols, DISTANZ Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3954760572
  • Gudrun Fritsch, Pay Matthis Karstens (Hrsg.): Mahnung und Verlockung. Die Kriegsbildwelten von Käthe Kollwitz und Kata Legrady 1914-2014, Ausst.-Kat. Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, E.A. Seemann Verlag, Leipzig 2014, ISBN 978-3865023292
  • Gino Di Maggio, David Rosenberg, Arturo Schwarz, Bazon Brock: Kata Légrády, SKIRA Editore, Mailand 2013, ISBN 8857219658
  • David Rosenberg (Hrsg.): Bombs and Candies, SKIRA Editore, Mailand 2011, ISBN 8857208605

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beiträge und Zeitungsartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SWR2 Kulturthema vom 7. Januar 2014
  2. Verlagstext zur Buchveröffentlichung "Kata Legrady: Smart Pistols"
  3. a b Kuschlige Handgranaten, auf www.welt.de, abgerufen am 7. Juni 2018
  4. Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung Nr. 85 Seite 5 vom Dienstag, 12. April 2016.
  5. Mahnung und Verlockung – Die Kriegsbildwelten von Käthe Kollwitz und Kata Legrady (Memento vom 16. Juli 2014 im Internet Archive), abgerufen 7. Juni 2018