Basilika von Székesfehérvár

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Die Basilika St. Stephan in der ungarischen Krönungsstadt Székesfehérvár war eine der bedeutendsten Kirchen des mittelalterlichen Ungarn.

Architektonische Bedeutung[Bearbeiten]

Die Basilika wurde 1010 unter dem ungarischen König Stephan dem Heiligen errichtet. Zu ihrer Zeit war sie eine der prächtigsten Kirchen Europas. Mit einer Länge von 60 m und einer Breite von 30 m hatte sie eine Fläche von annähernd 1.800 m². Die damaligen Dome von Mainz und Köln waren bei gleicher Breite bedeutend länger (beide um 100 m). Die vier päpstlichen Basiliken in Rom in Rom waren doppelt bis viermal so groß, und die Hagia Sophia in Konstantinopel besaß bei mehrfach größerer Grundfläche eine wesentlich kühnere Konstruktion.

Politische Bedeutung[Bearbeiten]

Die Basilika von Székesfehérvár war der bedeutendste Ort des mittelalterlichen Königreichs Ungarn. Sie beherbergte die Kronjuwelen, wozu außer der Stephanskrone auch der Thron gehörte, sowie die Schatzkammer und einige Archive. 37 Könige sowie 39 Königinnen wurden in der Kirche gekrönt, 15 in ihr begraben. Geistliches Zentrum des Landes war jedoch der Erzbischofssitz Esztergom (Gran).

Nach der Eroberung großer Teile Ungarns durch die Türken 1543 wurde die Kathedrale von Pressburg Krönungs- und Erzbischofskirche für den habsburgisch gewordenen Rest des Landes.

Entweihung und Zerstörung[Bearbeiten]

Die Stephansbasilika in Székesfehérvar wurde samt der königlichen Gräber geplündert und diente in der osmanischen Grenzstadt als Lager für Schießpulver. Im Jahr 1601 wurde die Stadt von einem christlichen Heer erobert, fiel aber nach wenigen Monaten wieder an die Osmanen. In diesem Jahr ging die Basilika in Flammen auf. Der Vergleich zeitgenössischer Darstellungen legt nahe, dass der Brand, der wahrscheinlich mit einer großen Explosion einherging, durch christlichen Artilleriebeschuss entzündet wurde.

Seitdem sind nur noch die Grundmauern erhalten. Bereits 1938 wurde sie von Papst Pius XI. in den Rang einer Basilica minor erhoben.

Eine neue Kathedrale wurde ab 1768 an anderer Stelle im Stile des Barock und Rokoko errichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

47.191718.4107Koordinaten: 47° 11′ 30″ N, 18° 24′ 39″ O