Kaufingertor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Kaufingertor nach dem Sandtnerschen Stadtmodell
Das Kaufingertor als Steinrelief

Das Kaufingertor war eines der fünf Stadttore der gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbauten ersten Stadtmauer des mittelalterlichen Münchens. Es lag im Westen der Altstadt ungefähr an der Stelle, an der heute Färbergraben und Augustinerstraße auf die Kaufingerstraße treffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Tor 1239 unter der Bezeichnung porta superior (Oberes Tor) in Entsprechung zu dem im Osten der Stadt liegenden Unteren Tor oder Talburgtor. Durch diese beiden Tore führte die Salzstraße durch München nach Westen.

Das Tor war ein einfacher Turm mit Tordurchfahrt. Nach dem Bau der äußeren Stadtmauer diente der Torturm der Handelsfamile Kaufinger als Wohnturm und wurde nach ihnen benannt. 1479 wurde das Tor abgebrochen und bis 1484 im spätgotischen Stil neu errichtet. 1510 erhielt das Tor eine Uhr und eine reiche Außenbemalung mit Fresken. Wegen dieser wurde das Tor ab da meistens als Schöner Turm bezeichnet. 1807 wurde es abgerissen.

Diverses[Bearbeiten]

An der Hausecke Kaufingerstraße/Augustinerstraße (Kaufingerstraße 28: Hirmer-Haus) gibt es eine Skulptur des Torturms und daneben eine Gedenktafel mit einer weiteren Darstellung des Turms. Inschrift der Gedenktafel: „Schöner Turm. Erbaut 1157 vor dem heutigen Hirmer-Haus als Torturm der ältesten Stadtmauer Münchens. 1479 neu aufgebaut und mit Fresken geziert, die ihm den Namen ‚Schöner Turm‘ gaben. 1807 abgebrochen. Die Markierung am Boden zeigt seinen einstigen Standort.“ Für das Erbauungsjahr 1157 gibt es keine Belege. Die „Markierung am Boden“ weist darauf hin, dass der Grundriss des Torturms im Pflaster der Fußgängerzone markiert ist.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaufingertor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.13807711.571948Koordinaten: 48° 8′ 17″ N, 11° 34′ 19″ O