Ken Perlin

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Ken Perlin.jpg

Kenneth H. Perlin ist ein amerikanischer Informatiker, der in der breiteren Öffentlichkeit durch seine Beiträge zur Computeranimation von Kinofilmen Bekanntheit erlangte. Er erhielt 1997 einen Oscar für technische Verdienste (Academy Technical Achievement Award) der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für die Verbesserung des Erscheinungsbildes computergenerierter Oberflächen in Filmen mittels der Verwendung von Perlin-Rauschen. Er ist Professor für Computerwissenschaften an der New York University.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Perlin studierte Theoretische Mathematik an der Harvard-Universität (B.S.-Abschluss im Juli 1979) und wechselte dann an die New York University, wo er im Juni 1984 den M.S.-Abschluss in Informatik erlangte und im Februar 1986 im selben Fach promovierte.[1] Der Titel seiner Dissertation ist Synthesizing Realistic Textures by the Composition of Perceptually Motivated Functions.[2]

Wissenschaftliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Zeit als Master-Student und als Doktorand arbeitete er in der Firma SynthaVision im Bereich der Computeranimation, später auch als Chef der Softwareentwicklung bei R/Greenberg Associates. Er begann seine akademische Laufbahn 1986 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Media Research Lab[3] am Courant-Institut für Mathematik der New York University. An diesem Institut ist er seitdem geblieben, zunächst als Assistenzprofessor (1987), dann als Associate Professor (1993) und schließlich als Professor (1997). Er war Direktor des NYU Centers for Advanced Technology (1994–2004) und ist seit 2008 Direktor des NYU Games for Learning Institute des Consortium for Research and Evaluation of Advanced Technologies in Educaton.[4] Er ist Mitglied des World Building Institute,[5] einem Verbund von Akteuren, die sich mit dem Worldbuidling, der Erschaffung imaginärer Welten (z. B. in Computerspielen und im Film) befassen.[6]

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine wissenschaftlichen Arbeiten lassen sich den folgenden Gebieten zuordnen: Computergraphik, Computeranimation, Multimedia,[7] und dem naturwissenschaftlichen Unterricht[8] (science education). Er ist insbesondere bekannt für die Entwicklung des Perlin-Rauschens[9][10] und des Simplex-Rauschens.[11] Er trug zur interaktiven character animation in Echtzeit bei,[12] sowie zur Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er 1997 einen Oscar für technische Verdienste.[13] Der Preis wurde ihm für die Einführung des Perlin-Rauschens und seine Anwendung für die Erzielung eines realistischen Eindrucks computergenerierter Oberflächen verliehen. Die Technik wurde von ihm im Zuge seiner Arbeiten am Walt-Disney-Film Tron, der 1982 erschien, entwickelt.[14]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ken Perlin Vita. Abgerufen am 2. September 2021.
  2. K. H. Perlin: Synthesizing realistic textures by the composition of perceptually motivated functions. Hrsg.: New York University202 Tisch Hall Washington Square New York, NYUnited States. Order Number:UMI Order No. GAX86-26902 (acm.org).
  3. Media Research Lab, New York University. Abgerufen am 2. September 2021 (englisch).
  4. The Consortium for Research and Evaluation of Advanced Technologies in Education (CREATE). Abgerufen am 2. September 2021.
  5. wbi - world building institute. In: Webseite der USC Cinematic Arts. Abgerufen am 2. September 2021 (englisch).
  6. wbi - Collaborators. Abgerufen am 2. September 2021 (englisch).
  7. How to build a holodeck. In: Reality Lab Lecture. 9. September 2020, abgerufen am 2. September 2021 (englisch).
  8. Plass, J. L., et al.: The impact of individual, competitive, and collaborative mathematics game play on learning, performance, and motivation. Hrsg.: Journal of Educational Psychology. Band 105, 2013, S. 1050–1066, doi:10.1037/a0032688 (edu.sg [PDF]).
  9. Perlin, K.: Improving noise. Hrsg.: ACM Transactions on Graphics. Band 21, 2002, S. 681–682, doi:10.1145/566654.566636 (acm.org [PDF]).
  10. Adrian Biagioli: Understanding Perlin noise. In: Adrian's soapbox. Abgerufen am 2. September 2021 (englisch).
  11. Perlin, K.: Noise Hardware. In: Olano M. (Hrsg.): Real-Time Shading SIGGRAPH Course Notes. Kap. 2 (umbc.edu [PDF]).
  12. Perlin, K.: Real-time responsive animation with personality. In: IEEE Transactions on Visualization and Computer Graphics. Band 1, S. 5–15, doi:10.1109/2945.468392 (ieee.org).
  13. Nadine Brozan: Chronicle. The New York Times, 13. März 1997 (nytimes.com).
  14. Perlin, K.: History. In: noisemachine.com. Archiviert vom Original; abgerufen am 26. September 2021.
  15. Perlin, K.: Quikwriting. Abgerufen am 2. September 2021.